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Therapie von Lungenkrebs

Lungenkrebs, in der Fachsprache als Lungen- oder Bronchialkarzinom bezeichnet, gehört nach Angaben der Deutsche Krebsgesellschaft zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Ob eine Operation, eine zielgerichtete medikamentöse Therapie, eine Chemo- oder Strahlentherapie oder eine Therapiekombination sinnvoll ist, hängt neben dem Alter des Patienten und seinem Gesundheitszustand auch davon ab, um welche Tumorart es sich handelt und wie weit diese fortgeschritten ist.

Risikofaktor Rauchen

Der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen. Laut dem Deutschem Krebsforschungszentrum ist das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, für männliche Raucher zwanzig- bis dreißigmal, für weibliche Raucher neunmal so hoch wie für Nichtraucher. Bei acht bis neun von zehn männlichen sowie bei drei bis sechs von zehn weiblichen Lungenkrebspatienten soll das Rauchen die Erkrankung verursacht haben. Auch Passivrauchen erhöht das Krebsrisiko. Entschließt sich ein Raucher den Tabakkonsum einzustellen, sinkt das Risiko für die Lungenkrebserkrankung. Nach zwanzig bis dreißig Jahren hat ein Ex-Raucher ein ähnliches Lungenkrebsrisiko wie jemand, der noch nie geraucht hat.

Nicht-kleinzelliges und kleinzelliges Lungenkarzinom

Tumore, die vom Lungengewebe direkt ausgehen, werden in nicht-kleinzellige und kleinzellige Lungenkarzinome unterschieden. Die kleinzellige Form kommt laut dem Krebsinformationsdienst des Deutsches Krebsforschungszentrums bei ca. zwei von zehn Lungenkrebs-Patienten vor. Sie wächst schnell und breitet sich rasch über Blutwege und Lymphbahnen in andere Organe aus. In der Fachsprache wird das kleinzellige Lungenkarzinom mit SCLC abgekürzt. Dies steht für den englischen Ausdruck „Small Cell Lung Cancer“.

Nicht-kleinzellige Karzinome (NSCLC; englisch: Non Small Cell Lung Cancer) wachsen und metastasieren im Vergleich langsamer. Zu dieser Lungenkrebs-Form zählen Adenokarzinome (aus Drüsengewebe hervorgegangene Tumoren), Plattenepithelkarzinome (von der Schleimhaut ausgehende Tumoren) und großzellige Karzinome.

Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms

Auch die Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses hängt sowohl von dem Gesundheitszustand des Betroffenen als auch von der Größe des Tumors und ob bereits Metastasen vorhanden sind, ab. Befindet sich die Erkrankung noch in einem früheren Stadium (Stadium I und II), d. h. hat der Tumor eine bestimmte Größe nicht überschritten und noch keine Absiedlungen gebildet, wird eine Operation angestrebt. Ziel ist es, die vom Karzinom betroffenen Lungenanteile sowie die befallenen Lymphknoten vollständig zu entfernen. In diesem Fall ist eine langfristige Heilung möglich. Allerdings ist der chirurgische Eingriff laut dem Krebsinformationsdienst des Deutsche Krebsforschungszentrums nur bei weniger als einem Drittel der Patienten durchführbar, da die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden kann.

Nach einer Operation sollte immer dann eine Chemotherapie durchgeführt werden (adjuvante Chemotherapie), wenn bereits die Lymphknoten von Krebszellen befallen waren. Bei der Chemotherapie werden dem Betroffenen sog. Zytostatika verabreicht, die vor allem schnell wachsende Zellen hemmen. Konnte dagegen der Tumor nicht vollständig entfernt werden, wird i. d. R. eine Strahlentherapie, bei der die Tumorregion von außen mit energiereichen, elektromagnetischen Wellen bestrahlt wird, nachgeschaltet (adjuvante Strahlentherapie). Neben dem adjuvanten Einsatz wird die Bestrahlung auch durchgeführt, wenn aufgrund der Größe des Lungenkarzinoms nicht mehr operiert werden kann oder wenn einzelne Metastasen behandelt werden müssen. Die Strahlentherapie kann auch, wenn es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt, in Kombination mit einer Chemotherapie erfolgen. Dies kann die Prognose verbessern und das Überleben verlängern. Befindet sich die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium, kann eine Chemotherapie dem Betroffenen i. d. R. am besten helfen. Ziel dieser Behandlung ist es, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.

Bei bestimmten genetischen Charakteristika des Tumors kann auch eine zielgerichtete medikamentöse Therapie in Kombination zur Chemotherapie eine Option sein. Beispiele hierfür sind die sog. EGFR-Tyrosinkinasehemmer, die das Wachstum der Tumorzellen hemmen, und die sog. Angiogenesehemmer. Diese behindern die Bildung von neuen Blutgefäßen, sodass der Tumor nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann.

Behandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms

Die kleinzellige Form des Lungenkrebses wächst und metastasiert schnell, d. h., auch wenn der Primärtumor in der Lunge noch klein ist, haben sich oft schon Absiedlungen im Brustkorb oder in entfernten Organen gebildet. Laut dem Krebsinformationsdienst des Deutsches Krebsforschungszentrums hat sich bei zwei Drittel der Patienten bei Diagnosestellung der Tumor bereits über beide Brustkorbhälften ausgebreitet und häufig schon Metastasen gebildet. In diesem Fall wird eine Chemotherapie durchgeführt, um das Wachstum zu bremsen, oder ggf. die Größe zu verringern. Zudem sollen mit der Behandlung Beschwerden gelindert, Komplikationen vorgebeugt sowie die Lebensqualität erhalten werden.

Haben sich noch keine Absiedlungen in anderen Organen gebildet, hängt die Art der Therapie von der Größe des Lungenkarzinoms ab. Ist der Tumor noch sehr klein und sind die Lymphknoten zwischen den Lungenflügeln noch nicht betroffen, kann die Krebserkrankung manchmal operativ entfernt werden. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft ist dies jedoch nur bei weniger als 5 % der Betroffenen möglich. Nach dem chirurgischen Eingriff erhalten die Patienten eine Chemotherapie, um eventuelle, noch nicht nachweisbare Metastasen zu bekämpfen. Konnte die Krebserkrankung nicht vollständig entfernt werden oder finden die Ärzte Krebszellen in entfernten Lymphknoten, wird eine Nachbestrahlung von außen durchgeführt.

Bei kleinzelligen Lungenkarzinomen, die auf einen Lungenflügel begrenzt sind und noch keine Metastasen gebildet haben, wird eine Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie durchgeführt. Der Kopf wird prophylaktisch oder bei Nachweis von Hirnmetastasen bestrahlt.

Behandlung der belastenden Symptome

Viele Lungenkrebspatienten leiden unter belastenden Symptomen wie (Blut-)Husten, Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung im Brustraum), Atemnot oder Schmerzen, die entweder durch den Tumor in der Lunge, durch Metastasen, aber auch durch die Behandlung selbst verursacht werden. Um diese Beschwerden zu lindern, erhalten die Betroffenen z. B. Medikamente gegen Schmerzen, Husten oder gegen Infektionen. Auch die Nebenwirkungen der Behandlung wie Müdigkeit, Erbrechen, Hautveränderungen oder eine Blutbildveränderung lassen sich durch eine geeignete Behandlung abschwächen. Manchmal müssen auch kleinere Eingriffe oder Operationen durchgeführt werden. Der Begriff für diese Therapien lautet in der Fachsprache interventionelle Verfahren.

Viele Lungenkrebspatienten benötigen zudem eine spezielle Ernährungstherapie, da sie häufig schon vor Diagnosestellung abgenommen haben und sich in einem schlechten Allgemeinzustand befinden. Viele Betroffene, aber auch deren Angehörige, leiden aufgrund der Belastung unter Ängsten, Anspannung oder sind niedergeschlagen. Hier helfen Psychoonkologen, die sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige bei der Verarbeitung der Erkrankung unterstützen.

Behandlung bei nicht mehr heilbarem Lungenkrebs

Ziel der Behandlung bei nicht mehr heilbarem Lungenkrebs ist es, die Lebensqualität zu erhalten. Beschwerden sollen gelindert und der Verlauf der Erkrankung gebremst werden. Die sog. Palliativmediziner kennen sich in der Schmerzbehandlung sowie in der Therapie der belastenden Symptome aus. In der letzten Lebensphase werden die Betroffenen zudem von Fachkräften für palliative Pflege betreut. Außerdem helfen sie Angehörigen bei der Pflege zu Hause. Neben diesen Berufsgruppen arbeiten auch Psychologen, Seelsorger und ehrenamtliche Sterbebegleiter in der Palliativmedizin.

Rehabilitation und Nachsorge

Sowohl für Lungenkrebspatienten, bei denen die Behandlung die Tumorerkrankung heilen sollte, als auch für Betroffene mit einem nicht mehr heilbarem Karzinom ist eine Rehabilitation sinnvoll. Das Ziel einer Reha ist die körperliche und psychische Erholung. Sie soll außerdem die Rückkehr in den gewohnten Alltag sowie ggf. an den Arbeitsplatz erleichtern. Bei Lungenkrebspatienten, deren Erkrankung nur verlangsamt wurde, soll die Reha die Lebensqualität verbessern und die Betroffenen bei der familiären und sozialen Wiedereingliederung unterstützen. Zu der Therapie sollten allgemeine therapeutische Maßnahmen (z. B. medikamentöse Therapie, Aufbautraining) sowie Gespräche und Diskussionsrunden mit Themen wie Angst, Schmerz und Probleme mit dem Partner gehören. Auch sollten Lungenkrebspatienten ein spezielles Training (z. B. Atemübungen, Schmerztherapie) erhalten, das auf den Einzelnen abgestimmt wurde.

Nach dem Abschluss der Reha beginnt die Zeit der Nachsorge. Da auch nach Operationen Patienten häufig einen Rückfall erleiden, sollten diese in den ersten beiden Jahren normalerweise alle drei, später alle sechs Monate stattfinden. Nach fünf Jahren ohne Rückfall finden die Kontrolluntersuchungen jährlich statt.

Quelle: COPD und Asthma 3/2015

05.10.15

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