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Die Behandlung von Nierenkrebs

In Deutschland erkranken laut der Deutschen Gesellschaft für Urologie jährlich rund 16.500 Menschen an Nierenkrebs. Die Therapie der Wahl ist die Operation. Bei fortgeschrittenen Tumoren und Metastasen kommen zudem zielgerichtete Therapien zum Einsatz.

Die Operation: Therapie der ersten Wahl

Die wichtigste Therapie bei Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom) ist die Operation. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) soll dadurch der Tumor vollständig entfernt werden – mit dem Ziel, die Erkrankung zu heilen. Ob und auf welche Weise operiert wird, hängt dabei von der Größe des Tumors bzw. der Verbreitung der Krebserkrankung ab. Erster Ansatz der behandelnden Ärzte ist heutzutage, nicht die gesamte Niere herauszuoperieren, sondern nur den Tumor. Die betroffene Niere kann so erhalten bleiben. Wenn es bei der Operation gelingt, den Tumor vollständig zu entfernen und keine Metastasen vorliegen, ist die Behandlung zunächst abgeschlossen.

Nicht immer ist es möglich, die Niere zu erhalten: Besonders bei größeren oder ungünstig gelegenen Tumoren wird der Operateur die gesamte Niere mitsamt der umgebenden Fettkapsel entfernen (radikale Nephrektomie), so die DKG. Auch dann gibt es noch gute Aussichten auf Heilung. Die andere Niere übernimmt dann vollständig die Ausscheidungsfunktion. Keine Heilung allein durch die Operation ist möglich, wenn bereits Metastasen in den Lymphknoten oder anderen Organen vorliegen. Um die Chancen dieser Erkrankten zu verbessern, wird dennoch eine Operation angestrebt. Wenn die Metastasen in einer weiteren Operation entfernt werden können, ist ebenfalls noch Heilung möglich.

Zielgerichtete Therapien: neue Wege in der Forschung

Insgesamt bilden sich bei rund 50 % der Patienten Metastasen, informiert die Universität des Saarlandes. In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler für Patienten, bei denen Nierenzellkarzinome Metastasen gebildet haben, verschiedene zielgerichtete Therapeutika entwickelt. Diese gelten nach Angaben der DKG für die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Nierenkrebs als bedeutender Fortschritt.

Diese Wirkstoffe greifen in bestimmte Signalwege der Tumorzellen und der Blutgefäßzellen im Tumor ein, so die Universität des Saarlandes. Auch die sog. Tyrosinkinase-Inhibitoren zählen zu diesen Substanzen. Doch nicht alle Tumoren sprechen darauf an. „Diese Resistenzen können von Anfang an da sein oder sich mit der Zeit entwickeln“, sagt die Biologin Bozhena Vynnytska-Myronovska, Uniklinikum Homburg. Die Wissenschaftlerin möchte herausfinden, wo die Ursachen dafür liegen. Dazu wird sie Tumorzellen züchten, mit dem Therapeutikum behandeln und Moleküle aus bestimmten Signalwegen analysieren.

„Wir möchten die Prozesse der Therapieresistenz besser verstehen, um diesen entgegenzuwirken, etwa indem wir die Signalwege hemmen, die zur Resistenz führen“, sagt Prof. Dr. Kerstin Junker, Universitätsklinikum des Saarlandes. Darüber hinaus sei es möglich, biologische Marker zu finden, die anzeigen, ob ein Patient auf die Behandlung ansprechen wird.

Ziel ist es, diese Therapieform zielgerichteter einzusetzen, um so das Überleben der Patienten mit metastasierten Nierenkarzinomen zu verbessern oder Patienten, die nicht ansprechen, die Therapie zu ersparen.

Quelle: Befund Krebs 1/2015

30.04.15

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