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Therapie bei Psoriasis

Ziel der Psoriasis-Therapie ist die Beschwerdefreiheit. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Krankheit damit geheilt wäre. Sie kann u. U. auch nach Jahren ohne Beschwerden wieder auftreten, denn eine Therapie, mit der die Psoriasis geheilt werden könnte, gibt es derzeit noch nicht, u. a., weil die Ursachen der Krankheit noch nicht vollständig bekannt sind. Die Wissenschaft geht zwar davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der das körpereigene Abwehrsystem fälschlicherweise den eigenen Organismus angreift, doch die genaue Entstehungsweise ist noch nicht komplett geklärt.

Zur Behandlung der Psoriasis gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die z. T. miteinander kombiniert werden, abhängig von der Schwere der Erkrankung. So startet die Behandlung meistens mit der äußerlichen Therapie, topische Therapie oder auch Basistherapie. Hinzukommen u. U. noch die Behandlung mit innerlich angewandten Medikamenten (sog. systemische Therapie) sowie Photo- und Klimatherapien. Bei Bedarf ergänzt eine psychosomatische Behandlung die Therapieoptionen.

Basistherapie

Basistherapie – das ist die tägliche Pflege der Haut mit Cremes, Salben oder Lotionen, die keine medizinischen Wirkstoffe enthalten, sondern der trockenen Haut Feuchtigkeit zuführen sollen. Auf diese Weise stärken die Basistherapeutika die natürliche Hautbarriere und schützen vor dem Eindringen von Krankheitserregern, die etwa zur Entstehung von Entzündungen beitragen können. Je trockener die Haut ist, umso fettreicher darf die Salbe oder Creme sein, die auf die Haut aufgetragen wird. Für sehr trockene Haut empfiehlt sich eine Wasser-in-Öl-Emulsion, die möglichst frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein sollte. Bei Entzündungen und nässenden Wunden gilt hingegen die Regel „feucht auf feucht“. D. h., als Basistherapeutikum eignen sich Öl-in-Wasser-Emulsionen, die eine leicht abtrocknende Wirkung haben. Bei Bedarf kann einer Salbe oder einer Creme auch Harnstoff hinzugefügt werden, der trockene Haut geschmeidiger macht. Bei nässender Haut oder bei Entzündungen sollte darauf verzichtet werden, denn u. U. kann der Harnstoff die Haut weiter reizen. Salicylsäure im Basistherapeutikum hilft bei der Ablösung von Hautschuppen und wirkt Entzündungen entgegen. Für Kinder sollte das Basistherapeutikum Salicylsäure nur nach Absprache mit dem Arzt enthalten.

Als alleinige Therapie ist die Basistherapie i. d. R. nicht geeignet. Sie sollte deshalb mit allen anderen Therapiemethoden kombiniert werden, denn die Haut braucht bei Schuppenflechte zusätzlich Feuchtigkeit.

Topische Therapie

Zu den Wirkstoffen, die zur äußerlichen Behandlung der Haut eingesetzt werden, gehören zunächst i. d. R. die sog. Kortikoide. Cremes mit Kortikoiden muss bei Psoriasis stets der Arzt verordnen, denn er muss festlegen, wie stark das Kortikoid wirken sollte. Es gibt Kortikoide in den Wirkstoffklassen I (schwach) bis IV (sehr stark), die u. a. abhängig von der Schwere der Hautveränderungen zum Einsatz kommen. Meistens reicht es aus, betroffene Hautstellen einmal täglich mit der kortikoidhaltigen Salbe oder Creme zu behandeln, jedoch ist natürlich immer die Dosierungsempfehlung des Arztes maßgeblich. Allzu lange sollte die alleinige Therapie mit Kortikoiden jedoch nicht durchgeführt werden, denn auf Dauer können sie z. B. Hautveränderungen nach sich ziehen. Werden Kortikoide abgesetzt, muss die Dosis ganz allmählich reduziert, sprich ausgeschlichen werden. Die topische Therapie kann jedoch auch kombiniert mit anderen Wirkstoffen wie Vitamin-D-Analoga oder UV-Licht weitergeführt werden, um Nebenwirkungen zu begrenzen und die Wirkung weiter zu verbessern.

Vitamin-D-Analoga in Salben oder Cremes sind oft ebenfalls wirksam (die Wirkung tritt meist nach ein bis zwei Wochen ein), können i. d. R. jedoch länger eingesetzt werden als Kortikoide. Auch sie können mit UV-Licht kombiniert werden. Manche der verwendeten Wirkstoffe dürfen jedoch nur auf einen bestimmten Prozentsatz der Hautfläche aufgetragen werden, weil sich sonst unerwünschte Wirkungen (z. B. eine erhöhte Kalziumaufnahme über den Darm) zeigen können.

Neben den Vitamin-D-Analoga und den Kortikoiden kommen zur topischen Therapie noch Dithranol, Teer-Präparate und Calcineurin-Inhibitoren infrage. Bei einer leichten bis mittelschweren Psoriasis kommt Dithranol hauptsächlich in der stationären Behandlung der Krankheit zum Einsatz, da es bei der Verwendung dieses Wirkstoffs zu Braunverfärbungen der Wäsche kommen kann. Auch kann die Haut nach der Verwendung jucken und brennen. Steinkohlenteer wird nur noch selten zur topischen Therapie genutzt, weil nicht endgültig geklärt ist, ob er u. U. eine krebserregende Wirkung haben kann. Calcineurin-Inhibitoren können nur im Einzelfall eingesetzt werden, da sie bislang nicht für die Behandlung der Psoriasis zugelassen sind.

Phototherapie

Bei der Phototherapie wird die Haut entweder mit UVA- oder UVB-Licht bestrahlt. Eine solche Therapie mit UV-Strahlen wird stets in der Hautarztpraxis durchgeführt, da die Strahlung richtig dosiert werden muss, um der Haut keinen Schaden zuzufügen. Die UVB-Lichttherapie kann mit einer Behandlung, bei der der Patient in Sole badet, kombiniert werden (Balneo-Phototherapie). UVA-Strahlen werden i. d. R. gemeinsam mit Psoralenen eingesetzt, die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, weshalb diese Therapie auch PUVA (Psoralen und UVA-Licht) genannt wird. Das Psoralen kann dem Körper entweder als Badezusatz, als Creme oder als Tablette zugeführt werden. Die UVB-Lichttherapie sowie die PUVA sorgen i. d. R. dafür, dass von Psoriasis betroffene Hautstellen abheilen. Diese Phototherapien können ggf. mit einer systemischen Therapie (außer mit der Gabe von Ciclosporin), aber auch mit einer topischen Therapie kombiniert werden und u. U. auch nicht mit anderen Immunsupressiva kombiniert werden. Ebenfalls darf die Phototherapie nicht mit Calcineurin-Inhibitoren kombiniert werden. Medikamente, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen (z. B. Johanniskraut), dürfen während der Phototherapie nicht genommen werden, außerdem dürfen die Patienten ihre Haut nicht noch zusätzlich der Sonne aussetzen. Für Menschen mit erhöhtem Hautkrebsrisiko ist die Fototherapie im Allgemeinen tabu.

Systemische Therapie

Eine systemische Therapie, d. h. eine Therapie mit Medikamenten, ist meistens mittelschweren bis schweren Formen der Psoriasis vorbehalten. Zu den Medikamentengruppen, die zur Behandlung zugelassen sind, gehören die sog. Biologika sowie Medikamente aus der Gruppe der Fumarate (Salze der Fumarsäure), der auch in der Chemotherapie eingesetzte Wirkstoff Methotrexat, das Immunsuppressivum Ciclosporin und Wirkstoffe aus der Gruppe der Retinoide (Abkömmlinge des Vitamins A), die Frauen im gebärfähigen Alter nicht nehmen dürfen. Biologika sind Wirkstoffe, die mithilfe gentechnischer Verfahren aus lebenden Zellkulturen gewonnen werden. Zur Behandlung der Psoriasis waren Ende 2015 sechs Biologika zugelassen, zwei davon erst seit Anfang 2015. Diese Medikamente werden bis auf eines als Injektion oder Infusion verabreicht, nur eines war als sog. Erstlinientherapie der Psoriasis zugelassen.

Andere werden i. d. R. nur eingesetzt, wenn andere Medikamente zur systemischen Therapie nicht die erwünschten Wirkungen zeigen. Meistens wird zunächst entweder Methotrexat oder ein Fumarat zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Psoriasis verordnet, auch weil diese Wirkstoffe, ihre Wirkung und Nebenwirkungen im Großen und Ganzen besser bekannt und zumindest beim Fumarat überschaubarer sind, aber auch, weil sie oft preisgünstiger sind. Methotrexat darf jedoch nur in einer gewissen Menge verabreicht werden. Auch Ciclosporin gehört zu den gut erforschten und sehr wirksamen Mitteln bei Psoriasis, allerdings verschreiben es die meisten Ärzte erst, wenn die ersten Mittel nicht ausreichend wirken.

Quelle: allergikus 4/2015

03.02.16

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