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Therapiemöglichkeiten bei Neurodermitis

Neurodermitis ist eine nicht ansteckende, entzündliche Erkrankung der Haut. Betroffene leiden besonders unter dem anhaltenden Juckreiz und der Trockenheit der Haut. Die Möglichkeiten der Therapie sind vielfältig.

Medizinische Therapie

Die schulmedizinische Behandlung stützt sich auf ermittelte Testergebnisse, worauf die Basistherapie ausgerichtet wird. Wie der Deutsche Neurodermitis Bund in einer Broschüre berichtet, zählen dazu die Vermeidung hautirritierender Faktoren und eine konsequente Hautpflege mit Basisprodukten. Da Neurodermitiker i. d. R. unter einer sehr trockenen und bei Schüben nässenden Haut leiden und damit die Barrierefunktion geschädigt ist, spielt die Hautpflege eine entscheidende Rolle. Regelmäßig sollte die Haut gepflegt werden, damit die Trockenheit verbessert wird.

Allgemein sollten Pflegecremes frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein. Vorteilhaft können sich feuchtigkeitsspendende Substanzen wie Urea und Glycerin auswirken, wobei Harnstoff (Urea) bei Säuglings- und Kleinkindern nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden sollte. Bei der Auswahl der Pflegeprodukte steht immer die persönliche Verträglichkeit im Vordergrund. Außerdem ist der Zustand der Haut ausschlaggebend für die Behandlung. Je akuter die Entzündung ist, d. h. je stärker z. B. die Rötung der Haut ist, desto geringer sollte der Fettanteil und desto größer sollte der Wasseranteil sein. Das rät der Deutsche Neurodermitis Bund. Bei chronisch trockener Haut gilt die umgekehrte Forderung. In der Praxis bedeutet das für die Betroffenen: Bei einer akuten Entzündung sollte eher eine Creme oder Lotion sowie gerbstoffhaltige Bäder, bei chronisch trockener Haut eher eine Fettsalbe und Ölbäder gewählt werden. Bei der Häufigkeit der Anwendung gilt folgende Grundregel: Zweimal pro Tag, zusätzlich jeweils nach jeder großen Wasseranwendung.

Therapie gegen Juckreiz, Ekzem und Rötungen

Eine einfache und schnelle Linderung bei Juckreiz bietet Kühlung, z. B. durch Auftragen einer gekühlten Creme oder kühler Umschläge, für die sich auch Schwarztee eignen kann. Zusätzlich helfen Anti-Juckreiz-Sprays, die eine lokales Betäubungsmittel enthalten. In Ausnahmefällen kann der behandelnde Arzt auch ein Antiallergikum gegen den Juckreiz verordnen. Bei einer schwachen Ausprägung der Ekzeme können pflanzliche und synthetische Gerbstoffe eingesetzt werden, die eine antientzündliche Wirkung haben. Rötungen und Schwellungen können durch das Wurzelextrakt der Pflanze Glycyrrhiza inflata (Süßholz) gemindert werden. Wenn es bei der Erkrankung zu Komplikationen kommt, kann es passieren, dass zusätzlich zur Neurodermitis eine bakterielle Entzündung der Haut auftritt. Bei geringer Ausprägung kann der Arzt eine Creme verschreiben, die antibakteriell wirkt.

Behandlung mit Kortison

Kortison wirkt stark entzündungshemmend und stillt den Juckreiz. Diese Cremes werden kurzfristig bei einer ausgeprägten Hautentzündung im akuten Schub oder in einer längerfristigen Intervalltherapie angewendet. Die Anwendung sollte unbedingt mit dem Arzt besprochen werden, da es zu Nebenwirkungen, wie Verdünnung der Haut, vermehrte Behaarung, Entzündungen im Mundbereich, Akne und Dehnungsstreifen kommen kann. Kortisoncremes werden in Europa in vier Klassen eingeteilt. Bei Kindern sollten Cremes mit der Wirkstärke I, max. II, eingesetzt werden. Die Dauer der Anwendung sollte auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sein, so reichen im Kindesalter bei einmal täglicher Applikation meist sieben bis zehn Tage aus. Nur in schweren Fällen einer Neurodermitis verschreibt der Arzt eine antientzündliche Therapie in Tablettenform. UV-Therapie wird erst ab dem 16. Lebensjahr empfohlen, weil damit ein erhöhtes Risiko einer Entstehung von Hauttumoren einhergeht.

Quelle: Patient und Haut 01/2013

04.07.13

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