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Topische Therapien bei Psoriasis

Topische Therapien sind Behandlungen, die von außen auf die Haut einwirken. Es handelt sich also um eine Therapie mit Salben und Cremes, Lösungen und Tinkturen. Um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, muss die topische Therapie angepasst sein an den Hautzustand des Patienten und an die betroffene Körperregion.

Entzündung und Schuppung behandeln

Schuppenflechte (Psoriasis) lässt sich zwar nicht heilen, mit geeigneten Therapien lässt sich allerdings meist eine langfristige Besserung des Hautbildes erreichen. Gemeinsam mit dem Arzt sollten die Schritte für eine individuelle Therapie gelegt werden, unter Berücksichtigung von Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und persönlichem Nutzen. „Bei der Schuppenflechte kommen zwei Vorgänge zusammen: auf der einen Seite ist die Haut entzündet, dadurch juckt sie und kann auch schmerzhaft brennen. Und zum anderen ist die Haut schuppig. Die Entzündung treibt die Oberhautzellen dazu, verstärkt Schuppenmaterial zu bilden. Die Behandlung muss darauf ausgerichtet sein, die Schuppen abzutragen und die Entzündung zu lindern“, erläutert Prof. Dr. Matthias Augustin, Hamburg.

Zu Beginn der Therapie werden Medikamente eingesetzt, die gleichzeitig schuppenlösend sind und antientzündlich wirken. „Kortikoide werden insbesondere bei hoher Entzündungsaktivität eingesetzt. Zu empfehlen ist eine zeitliche Begrenzung der Therapie auf wenige Wochen oder die Kombination mit anderen Wirkstoffen“, rät Prof. Augustin. Auch Vitamin-D-Analoga tragen dazu bei, die Entzündung zu drosseln. Wenn die Schuppung besonders stark ausgeprägt ist, muss sie zuerst behandelt werden, weil die Wirkstoffe ansonsten nur schwer durch die dicken Plaques in die Haut eindringen können. „Gegen die Schuppung setzt man Keratolytika ein, das sind Schuppen lösende Mittel. Wirkstoffe, wie Salizylsäure und Harnstoff sind dabei eingearbeitet in eine Salbengrundlage“, sagt Prof. Augustin. Auch mithilfe von Solebädern und öligen, fettigen Salben lassen sich starke Schuppen lösen. Die Salzlösung dringt in die Schuppen ein, macht sie weich und löst sie ab.

Konsequente Anwendung entscheidend für den Erfolg

Für die topische Therapie müssen Patienten Geduld mitbringen, weil es eine Weile dauert, bis erste Besserungen sichtbar werden. Ein großer Vorteil der topischen Therapie ist die Zielgenauigkeit. Man kann also genau die Stellen behandeln, die betroffen sind und hat somit eine unmittelbare Kontrolle über den Therapieerfolg. Die topische Therapie lässt sich auch kombinieren mit einer UV-Therapie. „In Absprache mit dem Arzt sollte sich der Patient genau an den Therapieplan halten und in der Anwendung konsequent sein. Wenn die äußere Behandlung allerdings zu mühsam wird, weil zu viele Körperstellen betroffen sind oder Begleiterkrankungen wie Arthritis mitzubehandeln sind, sollte man auf jeden Fall auch eine innere Behandlung in Betracht ziehen“, rät Prof. Augustin.

Die topische Therapie muss individuell an den Hautzustand des Patienten angepasst sein. „Es ist ein großer Unterschied, ob eine bestimmte Salbe bei gleicher Wirksamkeit im Gesicht aufgetragen wird oder an den Beinen. Bei empfindlichen Stellen gibt es ein größeres Risiko der Reizung. Jeder Wirkstoff hat auch seine eigenen Vor- und Nachteile. Bei den kortisonartigen Medikamenten ist der Nachteil in der Langzeitanwendung. Mit der Zeit wird die Haut dünner, brüchiger und empfindlicher“, sagt Prof. Augustin. Insofern begrenzt man die Anwendung auf einen Zeitraum von wenigen Wochen und geht dann in eine Intervalltherapie über, bei der Kortison im Wechsel mit einer Pflegesalbe angewandt wird. Bei einer schwach ausgeprägten Psoriasis ist die topische Therapie i. d. R. sehr wirksam. Bei großflächigen Veränderungen der Haut ist die topische Therapie allerdings nur begrenzt wirksam, deswegen bevorzugt man bei einem größeren Befall der Körperoberfläche die UV-Therapie oder eine innerliche Behandlung.

Quelle: Patient und Haut 1/2015

05.01.16

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