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Trockene Schleimhäute durch die Therapie

Während der Krebsbehandlung leiden Frauen häufig unter Nebenwirkungen, wie trockenen Schleimhäuten. Mit dem behandelnden Arzt sollte geklärt werden, welche Therapie die passende ist.

Ursachen für trockene Schleimhäute

“Wenn Frauen hormonrezeptorpositive Tumoren haben, dann behandeln wir sie mit einer Antihormontherapie“, erklärt Prof. Dr. Jens Huober. Durch die Therapie wird der Östrogenspiegel gesenkt, was auch erwünscht ist und gleichzeitig dazu führt, dass die Schleimhäute austrocknen, weil Östrogene für die Durchblutung der Schleimhäute entscheidend sind. Vom Austrocknen betroffen sind in seltenen Fällen die Schleimhäute der Augen und der Nase. Häufig trifft es die Schleimhäute im Genitalbereich. Weitere Behandlungsmethoden, wie die Chemotherapie können ebenfalls dazu beitragen, dass die Schleimhäute austrocknen.

“Wenn eine Frau durch die Chemotherapie in die Wechseljahre kommt, hat sie einen Östrogenmangel, und kann ebenfalls unter trockenen Vaginalschleimhäuten leiden”, so Prof. Huober. Bei der Behandlung von Brustkrebspatientinnen gibt es keine Alternativen zur Antihormontherapie oder zur Chemotherapie. Deswegen ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt im Gespräch erfährt, wie sehr die Frau unter den trockenen Schleimhäuten leidet, um gemeinsam mit ihr eine passende Behandlung zu finden. “Mit dem Austrocknen wird der Genitalbereich anfällig für Infektionen. Die betroffene Frau mit trockenen Vaginalschleimhäuten hat oft auch Schmerzen und ist eingeschränkt beim Geschlechtsverkehr”, erläutert Prof. Huober. Bei Patientinnen, die sich in den Wechseljahren befinden, werden die Symptome, wie trockene Schleimhäute, durch die Antihormontherapie oft verstärkt.

Behandlung von Schleimhauttrockenheit

Trockene Augen können mit Augentropfen befeuchtet werden. Diese enthalten z. B. Hyaluronsäure und bilden einen Schutzfilm auf den Augen und halten die Feuchtigkeit für eine längere Zeit. Fettende Augen- und Nasensalben können insbesondere zur Nacht verwendet werden. Für die Mundschleimhaut gibt es Mundspülungen und zu empfehlen ist, dass Patientinnen, während der Chemotherapie auf harte Lebensmittel wie Nüsse zu verzichten, um die Mundschleimhaut nicht zusätzlich zu reizen. Durchfälle, die unter der Chemotherapie auftreten können, werden mit Medikamenten behandelt, die dafür sorgen, dass die Darmschleimhaut wieder aufgebaut wird und sich die Darmflora stabilisiert.

Die „klassische“ Behandlung von vaginaler Trockenheit bei Frauen, die in die Wechseljahre kommen, erfolgt über östrogenhaltige Salben. „Bei Frauen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs ist die Behandlung mit östrogenhaltigen Salben nicht möglich, weil es für die onkologische Behandlung kontraproduktiv wäre. Wir raten Frauen, auf eine gute Intimhygiene zu achten“, erläutert Dr. Christina Kaiser, Bonn. Bei Frauen, die an einem Hormonrezeptor negativen Krebs erkrankt sind, können phytoöstrogenhaltige Extrakte aus Rotklee, Traubensilberkerze oder Soja helfen die Beschwerden zu lindern. Die Einnahme sollte mit dem Arzt abgesprochen werden.

Wasserlösliche Gele eignen sich zur Befeuchtung trockener Scheidenschleimhaut. Da diese Gele frei von Hormonen sind, können sie auch bei Patientinnen mit Hormonrezeptor positiven Brust- oder Eierstockkrebs angewendet werden. Wenn die onkologische Behandlung abgeschlossen ist, können sich die Schleimhäute auch wieder regenerieren. Das nimmt i. d. R. einen gewissen Zeitraum in Anspruch. Deswegen sollten Betroffene Geduld haben. „Um das eigene Wohlbefinden zu steigern, können Brustkrebspatientinnen Sport machen. Dazu gibt es gute Studienergebnisse, die belegen, dass sich damit die Nebenwirkungen lindern lassen“, sagt Dr. Kaiser.

Quelle: Leben? Leben! 3/2014

20.02.17

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