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Tumorkachexie bei Krebs

Eine Tumorkachexie ist eine Stoffwechselstörung, die als Folge einer Krebserkrankung auftritt. Kachexie bedeutet Auszehrung – die betroffenen Patienten magern stark ab. Die Tumorkachexie ist eine sehr ungünstige Folgeerkrankung, die für sich alleine genommen schon lebensbedrohlich werden kann und nicht selten den Tod des Patienten verursacht. Nach aktuellem Stand der Medizin gibt es keine wirksame Therapie, es können lediglich Maßnahmen getroffen werden, welche die Krankheit lindern und erträglicher machen.

Symptome der Krankheit sind ein Verlust von sehr viel Körpermasse in relativ kurzer Zeit und Appetitlosigkeit. Die Patienten leiden an Blutarmut und fühlen sich über die Maßen erschöpft. Selbstverständlich müssen bei Patienten, die an einer Tumorkachexie leiden, besondere Ernährungsvorschriften Anwendung finden. Sehr viele Patienten, die an einer Tumorkachexie leiden, sind stationär in einer Klinik untergebracht. Hier wird in der Regel zunächst eine Anamnese des Ernährungszustandes durchgeführt und ein Ernährungsplan aufgestellt. Dieser Ernährungsplan muss dann auch in der häuslichen Pflege strikt eingehalten werden. Mit fortlaufendem Gewichtsverlust verschlechtern sich die Prognosen für den Patienten, aus diesem Grund ist es wichtig, so viele Kalorien wie möglich zuzuführen. In den meisten Fällen gestaltet sich dies jedoch schwierig. Die Patienten leiden in der Regel unter Anorexie (Magersucht), die durch die Erkrankung ausgelöst wird. Sie haben keinen Appetit und können kaum Nahrung zu sich nehmen.

Trotzdem müssen täglich alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe zugeführt werden und darüber hinaus so viele Kalorien wie möglich. Ein noch mobiler Patient muss mindestens 30 kcal pro Kilogramm Körpergewicht täglich zu sich nehmen, für einen bettlägerigen Patienten gilt ein Richtwert von 25 kcal pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 60 kg müsste der Patient aus diesem Grund etwa 1800 kcal täglich zu sich nehmen. Mit einer normalen Ernährung ist dies aufgrund des Appetitmangels und der Anstrengung, die der Patient mit der Nahrungsaufnahme verbindet, kaum zu erreichen. Patienten, die noch Nahrung zu sich nehmen, erhalten häufig Trinklösungen, die zusätzlich zur üblichen Nahrung und den üblichen Getränken konsumiert werden müssen.

In Fällen von schwerer Mangelernährung ordnen Ärzte grundsätzlich die enterale Ernährung an. Die enterale Ernährung (Nahrungszufuhr über den Magen-Darm-Kanal) ist auf unterschiedlichen Wegen möglich. Bettlägerige Patienten, die jede Form der Nahrungsaufnahme verweigern, werden durch eine Magensonde, die vom behandelnden Arzt gesetzt wird, künstlich ernährt. Im Rahmen der enteralen Ernährungstherapie werden spezielle Flüssignahrungen eingesetzt, die sehr viele Kalorien enthalten und dem Körper die benötigte Energie liefern. Darüber hinaus enthält die Nahrung auch Vitamine und Nährstoffe, wie auch die vom Körper so dringend benötigte Menge Glukose.

In welcher Form die enterale Ernährung stattfindet, hängt vom Allgemeinzustand des Patienten ab. Auch die Menge der Nahrung wird vom Arzt festgelegt. Letztlich sollte die enterale Ernährung – wenn irgend möglich – nur die normale Ernährung ergänzen, damit dem Körper eine ausreichende Kalorienmenge zugeführt werden, aber auch damit die benötigte Menge an Glukose, Vitaminen und Nährstoffen garantiert in den Organismus gelangt. Zusätzlich wird man in stationären Einrichtungen immer versuchen, den Patienten zum Essen zu animieren. Auch im häuslichen Umfeld ist es sehr wichtig, dem Patienten regelmäßige Mahlzeiten zu servieren und ihn zum Essen zu motivieren.

Der Magen und auch der Verdauungstrakt eines Patienten, der an einer Tumorkachexie leidet, ist immer extrem empfindlich. Das bedeutet, dass leicht verdauliche Speisen serviert werden sollten, die nicht scharf gewürzt sind. Frisches Obst täte dem Patienten sicher gut, letztlich aber besteht hier häufig die Gefahr, dass der Patient sich gesättigt fühlt und seine Hauptmahlzeit nicht oder nur teilweise zu sich nimmt. Obst enthält überwiegend auch nur wenig Kalorien und ist bei Patienten mit einer Tumorkachexie eher zu vernachlässigen. Die Vitamine und Nährstoffe, die der Körper benötigt, werden in der Regel durch die enterale Ernährung zugeführt. Es sind hier vielmehr die Kalorien, die zählen.

Alle Lebensmittel, die viel Kalorien enthalten, sind dienlich. Selbst eine Tafel Schokolade ist ein Erfolg und darf bei einer Tumorkachexie frischem Obst und Gemüse durchaus vorgezogen werden. Milch und Milchprodukte dürfen ruhig aus Vollmilch bestehen und sogar mit Sahne angereichert sein und gelten als empfehlenswerte Nahrungsmittel. Auch Eier dürfen reichlich im Speiseplan enthalten sein, sie sind leicht verdaulich und führen Kalorien und Nährstoffe zu. Kuchen und Torten, sofern leicht verdaulich, sind nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Wichtig bei Tumorkachexie ist, dass der Patient durch Nahrung so viele Kalorien wie möglich aufnimmt. Alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe, die der Mensch normalerweise mit seiner Ernährung aufnehmen würde, werden dem Patienten mit einer Tumorkachexie i. d. R. auf anderen Wegen zugeführt. Ist eine Ernährung über den Magen-Darm-Trakt nicht möglich, können die Nährstoffe in entsprechend aufbereiteter Form auch per Infusion ins Blut gegeben werden (parenterale Ernährung).

Monika Celik

08.03.11

Tumorkachexie
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