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Der richtige Umgang mit der Insulinpumpe

Sie sind nicht einmal so groß wie ein Smartphone und werden oft in der Hosentasche getragen. Über einen kleinen Schlauch schleusen sie kontinuierlich kurz wirksames Insulin in die Haut am Bauch: Insulinpumpen können den Alltag von Diabetikern erleichtern.

Große Blutzuckerschwankungen, erhöhte körperliche Aktivität, häufige Unterzuckerung, erhöhter Insulinbedarf in der Früh, hohe Insulinempfindlichkeit, unregelmäßige Tagesabläufe: Wer als Diabetes-Typ-1-Patient diese Symptome bzw. Lebensumstände aufweist, könnte bei seinem behandelnden Diabetologen in Erfahrung bringen, ob eine Insulinpumpe für ihn geeignet wäre, um effektiv zu einer Verbesserung der individuellen Lebenssituation beizutragen.

So funktioniert die Insulinpumpe

Insulinpumpen sind individuell programmierbar und werden mit Batterien betrieben. Etwa bei einem unregelmäßigen Tagesverlauf mit wechselndem Insulinbedarf passen sie die Insulinverabreichung optimal an, so kann die Basalrate – also die Menge des ständig abgegebenen, kurz wirksamen Insulins – erhöht bzw. gedrosselt werden, sodass bei körperlicher Aktivität oder im akuten Krankheitsfall die Dosis einfacher abgestimmt werden kann. Zusätzlich wird jeweils vor den Mahlzeiten ebenfalls Insulin via Pumpe verabreicht. Die Insulinzufuhr erfolgt bei einer Insulinpumpe meistens mittels Katheter, einem dünnen Plastikschlauch. Dieser führt von der Pumpe, die beispielsweise in der Hosentasche getragen werden kann, unter die Haut am Bauch. Bei den Patch-Pumpen hingegen sind Pumpe samt Infusionsset sowie Gehäuse eine Einheit, die auf die Haut geklebt und nach drei Tagen gewechselt wird.

Zusätzlich zum Beherrschen des praktischen Umgangs mit der Insulinpumpe muss dem Erkrankten für den Notfall – etwa wenn die Pumpe einmal nicht funktionieren sollte – auch der Umgang mit dem Pen geläufig sein. Es kann auch jederzeit von der Pumpe zum Pen gewechselt werden. Die Insulinpumpentherapie hat keine generell festgesetzte Behandlungsdauer, diese wird individuell vom Diabetologen gemeinsam mit dem Betroffenen entschieden. Es hängt also auch von der Mitarbeit und der Motivation des Diabetikers ab, wie erfolgreich und effektiv die Insulinpumpentherapie im Alltag verläuft. Vor allem ist es notwendig, regelmäßig seinen Blutzucker zu testen, damit der Stoffwechsel in Balance bleibt. Insulinpumpen können den Zuckerwert nämlich nicht selbstständig feststellen bzw. die nötige Insulinmenge automatisch bereitstellen. Vielmehr müssen die selbst ermittelten Werte eingegeben werden.

Was Schulungen bringen

Diabetes-Ambulanzen, Diabetes-Schwerpunktpraxen und Diabetologen bieten mehr oder weniger regelmäßig entweder stationäre oder ambulante Insulinpumpenschulungen an. An mehreren Tagen wird so die Einstellung der passenden Basalrate (also das von der Pumpe ständig abgegebene, kurz wirksame Insulin) ermittelt. Stationäre Aufenthalte bieten den Vorteil, auch optimierte Messungen in der Nacht zu erreichen und bieten, durch die ruhigen Tagesabläufe eine vereinfachte Ermittlung der nötigen Basalrate. Wird die Schulung ambulant absolviert, kann die Basalrate noch besser auf den eigentlichen Lebensalltag des Betroffenen abgestimmt werden. Die Kosten für die Schulung und die gesamte Insulinpumpentherapie übernimmt bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit i. d. R. die Krankenkasse.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 1/2015

21.07.15

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