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Urlaub mit Allergie

Menschen, die von einer Allergie betroffen sind, müssen ihren Urlaub i. d. R. gut planen, damit sie ihn genießen können, ohne dass allergische Symptome auftreten. Menschen mit Pollenallergie etwa sollten darauf achten, ein Urlaubsziel zu finden, an dem die allergieauslösenden Pollen zum Urlaubszeitraum nicht oder nur in geringen Mengen in der Luft zu finden sind. Menschen mit Hausstauballergie sollten besonderen Wert darauf legen, dass ihre Unterkunft auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten müssen sicherstellen, dass sie sich bei einem Hotelurlaub bzw. bei einer Reise in ein anderes Land ihrer Allergie oder Unverträglichkeit angepasst verpflegen können oder verpflegt werden.

Für von Neurodermitis oder Schuppenflechte Betroffene ist es dagegen günstig, ein Reiseziel zu suchen, dessen Klima und örtliche Gegebenheiten sich günstig auf die Hautprobleme auswirken. Viele profitieren von einem Urlaub am Meer. Das dortige Reizklima sowie Meersalz und Sonne sorgen oft dafür, dass sich die Hautprobleme bessern.

Das Reiseziel

Frühling und Sommer sind in Westeuropa die Jahreszeiten mit dem größten Pollenaufkommen in der Luft. Das bedeutet für Menschen mit einer Pollenallergie, sich bei der Auswahl des Reiseziels gründlich darüber zu informieren, welche Pollen zum Reisezeitraum dort und in der Umgebung vorkommen. Für die europäischen Staaten finden sich dazu im Internet zahlreiche Informationen, außerdem gibt es kostenlose Pollenflug-Apps für mobile Endgeräte, mit denen die Nutzer sich über den Pollenflug in verschiedenen Ländern informieren können. Ansonsten sollten von Pollerallergie Betroffene bei einem Urlaub in Europa daran denken, dass allergieauslösende Pflanzen im Süden früher blühen und daher im Spätfrühling oder Frühsommer dort oft schon ausgeblüht sind, während sie im Norden u. U. erst im späten Frühling zu blühen anfangen.

In Deutschland sind für Menschen mit Pollenallergie etwa Reiseziele am Meer günstig, weil die Pollenbelastung dort geringer ist. Der Wind, der hier oft vom Meer kommt, bläst die Pollen landeinwärts. Insbesondere auf den Ostfriesischen Inseln finden sich kaum Pollen. Auch in Hochgebirgslagen über 1.500 Meter gibt es nur wenige Pollen. Der Grund: Hier wachsen weniger Pflanzen mit allergieauslösenden Pollen. In Europa sind die Kanarischen Inseln ein günstiges Reiseziel, denn viele Pflanzen, die in Deutschland Allergien auslösen, gibt es hier nicht. Für Urlaub an der Atlantikküste gilt das Gleiche wie beim Urlaub an den deutschen Küsten: Der starke Wind treibt die Pollen landeinwärts, sodass Betroffene besser durchatmen können. Wer in Wüstengebiete fährt, braucht sich um den Pollenflug ebenfalls kaum Gedanken zu machen. Reisen in außereuropäische Länder können wegen der sich unterscheidenden Vegetation ebenfalls günstig sein. Sie müssen jedoch darauf gefasst sein, dass dem Hauptallergieauslöser in ihren Merkmalen ähnelnde Pollen u. U. allergische Beschwerden hervorrufen.

Für Menschen mit einer ausgeprägten Hausstauballergie empfehlen sich alle Reiseziele, die über 1.500 Meter liegen, denn dort gibt es keine Hausstaubmilben, deren Kot die allergischen Beschwerden auslöst. Bei Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten bietet es sich an, in ein Land zu reisen, in dem eine angepasste Ernährung gewährleistet wird. In manchen Ländern kann das schwierig werden, vor allem für Reisende, die planen, auf eigene Faust das Land zu erkunden. Wer auf Letzteres nicht verzichten möchte, muss – etwa auf Kurztrips in entlegene Gegenden – u. U. eigene Nahrungsmittelvorräte mitnehmen.

Die Unterkunft

Auch die Unterkunft am Reiseziel sollte für Menschen mit Allergien bestimmte Voraussetzungen erfüllen: So sollte für Pollenallergiker gewährleistet sein, dass es keine (allergieauslösenden) Pflanzen in den Zimmern und möglichst auch nicht in den Aufenthaltsräumen gibt. Hausstauballergiker sollten fragen, ob die Unterkunft über allergikerfreundliche Matratzen- und Bettwäschebezüge verfügt – notfalls können diese z. B. in ein Ferienhaus auch von zuhause mitgebracht werden. Tierhaarallergiker sollten eine Unterkunft wählen, in der Haustiere verboten sind. Sinnvoll ist es bei allen Atemwegsallergien, eine Nichtraucherunterkunft zu suchen bzw. im Hotel ein Nichtraucherzimmer zu buchen.

Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten sollten bei einem Urlaub, in dem sie die Mahlzeiten nicht selbst zubereiten, vorab klären, ob die Unterkunft auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist, ob es z. B. glutenfreie Kost gibt und gewährleistet ist, dass diese nicht mit Gluten verunreinigt werden kann. Viele Hotels in Deutschland, aber auch in anderen Ländern Europas haben sich bereits auf Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten eingerichtet.

Hilfestellung bei der Suche nach einer allergenfreien Unterkunft gibt das ECARF-Qualitätssiegel, das von der Stiftung ECARF (European Centre for Allergy Research Foundation) vergeben wird und u. a. allergikerfreundliche Hotels, Gaststätten und Urlaubsorte auszeichnet.

Andere Reisearten

Zunehmend werden Reisearten wie Kreuzfahrten, Urlaub im Wohnmobil oder Abenteuerurlaube (z. B. Rafting-Trips, Kletterreisen) beliebter. Diese eignen sich auch für Menschen mit Allergien, wenn bestimmte Voraussetzungen beachtet werden. Pollenallergiker etwa werden auf Kreuzfahrten i. d. R. wenig Probleme haben, da es auf dem Meer keine pollentragenden Pflanzen gibt. Allerdings können in Aufenthaltsräumen oder dem Speisesaal u. U. Pflanzen stehen, auf die sie allergisch reagieren. Dies kann jedoch im Vorfeld mit dem Anbieter der Reise geklärt werden. Das Gleiche gilt für Hausstaub- und Tierhaarallergiker, die nach speziellen Kabinen fragen sollten. Auch auf die Bedürfnisse von Menschen mit Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten sind Kreuzfahrtschiffe i. d. R. eingestellt. Urlaub im Wohnmobil hingegen ist ein bisschen wie ein Urlaub im eigenen Zuhause, d. h., das Wohnmobil können Betroffene nach ihren Bedürfnissen einrichten. Pollenallergiker sind zudem mobil und können Regionen mit hohem Pollenaufkommen rasch wieder verlassen. Beim Abenteuerurlaub heißt es hingegen, stets nachzufragen, wie groß das Pollenaufkommen in der geplanten Reisezeit ist, wie es mit der Verpflegung und der Unterkunft für die Nacht aussieht.

Was noch zu beachten ist

Von Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten Betroffene sollten bei Reisen in nicht-deutschsprachige Länder unbedingt die Nahrungsmittelinhaltsstoffe, gegen die sie allergisch sind, zuvor in die Landessprache übersetzen oder sich eine Übersetzungs-App aufs Smartphone oder Tablet laden, um bei verpackten Lebensmitteln nachlesen zu können, ob sie das Allergen enthalten. In den Mitgliedsländern der Europäischen Union müssen die 14 wichtigsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien bei verpackter Ware besonders hervorgehoben sein – natürlich in der jeweiligen Landessprache. Das sind glutenhaltiges Getreide, Eier, Erdnüsse, Fisch, Getreide, Krebstiere, Milch, Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse etc.), Schwefeldioxid, Sulfite (ab 10 Milligramm/Kilogram), Sellerie, Senf, Sesamsamen, Soja, Süßlupinen und Weichtiere. Auch bei unverpackten Waren muss es möglich sein, über diese Inhaltsstoffe informiert zu werden. Allerdings sollten Betroffene gerade bei unverpackter Ware vorsichtig sein, denn nicht in allen Ländern wird u. U. gleich stark auf die Einhaltung von Vorschriften geachtet.

Ohnehin sollten Menschen mit Allergien stets einen Allergieausweis bei sich tragen, der möglichst auch in die jeweilige Landessprache übersetzt ist. Das ist z. B. bei einem unvorgesehenen Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt wichtig, jedoch u. U. auch im Restaurant, damit die Servicekraft versteht, warum der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel gefährlich sein kann. Auch für Pollen- und alle anderen Allergiker empfiehlt es sich, eine Übersetzungs-App auf ein mobiles Endgerät zu laden oder ein Wörterbuch mitzunehmen, um sich im Bedarfsfall in der jeweiligen Landessprache verständlich machen zu können. Und natürlich sollte ein sog. Notfallset für den Urlaubskoffer nicht fehlen, das neben den Medikamenten gegen die Allergie Arzneimittel für den Notfall beinhaltet.

Quelle: allergikus 1/2017

23.06.17

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