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Wie kann ein Urlaub die Genesung unterstützen?

Wenn Krebspatientinnen in den Urlaub reisen, liegt hinter den meisten eine lange anstrengende Zeit, sei es aufgrund einer belastenden Therapie oder der Diagnose selbst. Der Urlaub soll Entspannung und Erholung bieten und die Genesung vorantreiben. Viele möchten aktiv mitwirken. Wie das am besten geht, wie man den Urlaub angehen soll, ob vielleicht auch Medical-Wellness-Angebote oder ein betreuter Urlaub infrage kommen und woran man erkennen kann, ob die Qualität eines solchen Angebots stimmt, erörtert Frau Prof. Dr. Petra Feyer, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS), im Interview.

Worauf sollten Krebspatientinnen besonders achten, wenn Sie in den Urlaub fahren?

Zunächst kann man das natürlich nicht verallgemeinern, sondern die individuelle Situation der Patientin sollte berücksichtigt werden: Dafür müssen die körperliche Verfassung und die Therapiephase, in der sich die Patientin befindet, betrachtet werden. Wenn die tumorspezifische Therapie gerade erst abgeschlossen worden ist, sind für die Patientin andere Aspekte wichtig, als wenn die Therapie schon mehrere Monate zurückliegt. Themen, wie Wundversorgung und Erreichbarkeit eines Arztes sollten im Vorfeld abgeklärt werden. Generell sollten alle Patientinnen einen Therapiepass, einen Medikamentenpass und einen der letzten Arztbriefe mit sich führen, aus denen ersichtlich ist, welche Behandlungen in der Vergangenheit durchgeführt worden sind. Eventuelle kruzfristige Rückreisemöglichkeiten sollten ebenfalls schon vorab geprüft werden.

Wie können Betroffene die Genesung im Urlaub unterstützen?

Die Patientin sollte einen Urlaubsort wählen, an dem sie sich wohlfühlt. Bezüglich der Ernährung sollte die Patientin darauf achten, dass sie sich eiweißreich und moderat fettarm ernährt. Vor dem Urlaub kann die Patientin auch noch mal eine Ernährungsberatung aufsuchen, um sich auf ihre individuelle Situation angepasste Hinweise geben zu lassen. Generell sind eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit wichtig. Bewegung und körperliche Aktivität tragen ebenfalls zur Genesung bei.

Sind Wellnessangebote förderlich oder können sie ein Risiko darstellen?

Ein Risiko sehe ich in diesen Angeboten nicht. Allerdings muss immer der Allgemeinzustand der Patientin berücksichtigt werden. Am besten sollte im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, welche Anwendungen sinnvoll sind. Kurz nach einer Strahlentherapie sollte die Patientin vorsichtig sein bei Saunagängen. Solebäder sollten eher gemieden werden, da die Haut nach der Strahlen- oder Chemotherapie schon sehr beansprucht worden ist. Bei einem Aufenthalt in der Sonne sollte generell ein hoher Lichtschutzfaktor (30-50) benutzt werden.

Sind medizinisch betreute Urlaubsreisen für Krebspatientinnen empfehlenswert?

Das ist auf jeden Fall eine gute Option. Ein entscheidender Vorteil ist, dass eine medizinische Fachperson 24 Stunden zur Verfügung steht. Das Angebot sollte vorher sorgfältig auf die Inhalte und das Preis-Leistungs-Verhältnis geprüft werden.

Wann sollte einer Krebspatientin von einer Reise abgeraten werden?

Wenn sich eine Patientin in einer Chemotherapie befindet und Veränderungen des Blutbildes zu erwarten sind, dann sollte sie nicht in den Urlaub fahren. Bei akuter Blutungsgefahr oder starken Schmerzen ebenso wie bei Infekten sollte eine Reise nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verschoben werden. I. d. R. sollte die Patientin offen mit ihrem Arzt reden und ihn um eine aktuelle Einschätzung ihres Gesundheitszustandes bitten.

Quelle: Leben? Leben! 1/2013

10.07.17

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