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Tipps für den Urlaub mit MS

Auf den Urlaub müssen auch Menschen mit MS nicht verzichten. Allerdings sollte die Reise gut geplant werden, damit sie die gewünschten Ergebnisse (Erholung, Entspannung und/oder Abenteuer) bringt. Liegt ein Handicap vor, ist eine gute Planung besonders wichtig, denn Menschen mit Bewegungseinschränkungen und Rollstuhlfahrer haben bei ihrer Reise besondere Anforderungen an Unterkunft und Mobilität.

Vor der genauen Reiseplanung sollten Sie mit Ihrem Arzt reden. Fragen Sie ihn, was er vom angedachten Reiseziel hält, ob er eine Reise dorthin befürwortet und ob Sie bestimmte Reisevorbereitungen (z. B. Impfungen) treffen müssen. Einige Impfungen sind problematisch, wenn Sie verlaufsmodifizierende MS-Medikamente nehmen, die das Immunsystem schwächen, insbesondere Impfungen mit Lebendimpfstoff (z. B. Gelbfieberimpfung). Möglicherweise rät der Arzt daher von einer Reise in ein bestimmtes Land ab.

Das Reiseziel

Überlegen Sie sich gut, was Sie von Ihrem Urlaub erwarten: Möchten Sie sich erholen, Abenteuer erleben oder ist es Ihnen wichtig, möglichst viel von der Kultur Ihres Reiseziels mitzukommen? Vielleicht soll es auch eine Mischung aus allem sein? Danach wählen Sie Ihren Urlaubsort aus bzw. planen Ihre Reise. Bedenken Sie dabei jedoch, dass Sie sich für Ihre Reise nicht zu viel auf einmal vornehmen sollten. Denn zu große Anstrengungen können u. U. einen Schub begünstigen. Wer vom Uhthoff-Phänomen betroffen ist – der Verschlimmerung von MS-Symptomen bei steigenden Temperaturen –, sollte zudem auf Urlaub im warmen Süden im Sommer besser verzichten. Wenn es dennoch der Süden sein soll, sollte der Reisetermin besser in den Frühling oder Herbst gelegt werden.

Sind Sie mit dem Rollator oder dem Rollstuhl unterwegs, sind Reisen in Gegenden mit unwegsamem Gelände eher ungeeignet. Auch auf eine barrierefreie Unterkunft sollten Sie achten. Wer von Fatigue betroffen ist, sollte keine Reise wählen, die ihn überfordern könnte (z. B. Studienreisen). Letztlich gilt aber immer: Sie müssen selbst wissen, was Sie wollen und sich zumuten können.

Das Verkehrsmittel

Auch das Verkehrsmittel, mit dem Sie Ihren Urlaubsort erreichen wollen, müssen Sie rechtzeitig in Ihre Reiseplanung einbeziehen. Einfach ist die Reise mit dem eigenen Pkw. Dann müssen Sie keinen Platz in der Bahn oder im Flugzeug reservieren, sondern können sich auf den Weg machen, wann Sie wollen. Für Rollstuhlfahrer ist der eigene Pkw sicherlich am bequemsten, da man mit ihm genau dorthin kommt, wo man hinwill – auf der Reise und auch am Urlaubsort. Denn es ist für Rollstuhlfahrer oft komplizierter, am Reiseziel Ausflüge zu unternehmen, wenn sie nicht mit dem eigenen, behindertengerecht umgebauten Fahrzeug unterwegs sind. Dann heißt es nämlich z. B. zu planen, ob der Einstieg des Busses, den man nehmen möchte, für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Oder man muss im Vorhinein einen behindertengerecht umgebauten Pkw am Urlaubsort mieten. Andererseits kann die Reise mit dem eigenen Fahrzeug auch recht beschwerlich sein. Vor allem MS-Patienten mit Fatigue sollten einplanen, auf der Reise wenigstens alle zwei Stunden eine Pause einzulegen, wenn sie selbst fahren. Günstiger ist es, mit einem Beifahrer zu fahren, mit dem man sich beim Fahren abwechseln kann.

Rollstuhlfahrer, die ihre Reise mit der Bahn oder dem Flugzeug antreten, müssen die Fahrt/den Flug frühzeitig buchen. Es gibt zwar sowohl in Bahnen als auch in Flugzeugen spezielle Plätze für Rollstuhlfahrer (Flugzeuge müssen Rollstühle umsonst mitnehmen), doch sind diese begrenzt. Die Deutsche Bahn bietet Reisenden Hilfen beim Ein-, Um- oder Aussteigen an (sog. Mobilitätsservice), doch auch diese müssen frühzeitig angefordert werden. Möchten Sie mit dem Bus in den Urlaub fahren, bedenken Sie Folgendes: Nicht alle Busunternehmen sind auf Rollstuhlfahrer eingestellt, weshalb man bei der Buchung direkt fragen muss, ob Rollstühle transportiert werden bzw. ob der Bus behindertengerecht ausgerüstet ist.

Medikamente auf der Reise

Viele Menschen mit MS brauchen auch im Urlaub Medikamente, beispielsweise für die verlaufsmodifizierende Therapie oder gegen MS-bedingte Symptome. All diese Arzneimittel sollten Sie in ausreichender Menge mitführen – bei Flugreisen sollten Sie darauf achten, dass sich auch im Handgepäck genug Medikamente befinden, für den Fall, dass ein Koffer verloren geht. Fahren Sie ins Ausland, bitten Sie Ihren Arzt um eine ärztliche Bescheinigung darüber, dass Sie die Medikamente benötigen – falls möglich sogar in der Sprache des Landes, in das Sie fahren. Eine solche Bescheinigung gehört ebenfalls ins Handgepäck. Auch für den Zoll brauchen Sie u. U. eine Einfuhrerklärung. Achten Sie darauf, Ihre Medikamente entsprechend den Anweisungen des Herstellers zu lagern. I. d. R. müssen sie kühl aufbewahrt werden. Es kann daher sinnvoll sein, eine kleine Kühltasche für Ihre Medikamente mit in den Urlaub zu nehmen.

Falls Sie von Blasenstörungen betroffen sind und Hilfsmittel (Vorlagen, Utensilien für den intermittierenden Katheterismus) benötigen, müssen Sie diese ebenfalls mitführen. Denn es ist nicht sicher, dass Sie Ihre gewohnten Hilfsmittel auch am Urlaubsort erhalten. Denken Sie daran, im Flugzeug einen Gangplatz zu reservieren, um möglichst rasch auf die Toilette zu können. Der intermittierende Katheterismus ist für Reisen mit allen Verkehrsmitteln eine gute Möglichkeit, Blasenproblemen vorzubeugen. Sowohl Injektionen mit verlaufsmodifizierenden Medikamenten als auch die Ableitung von Urin mit einem Katheter sollten jedoch unter möglichst keimarmen Bedingungen durchgeführt werden, um Infektionen vorzubeugen.

Was noch wichtig ist

Nehmen Sie in den Urlaub die Adresse und Telefonnummer Ihres behandelnden Arztes mit, für den Fall, dass Sie einen Schub bekommen oder unbekannte Symptome auftreten. Informieren Sie sich zudem vor der Reise über die ärztliche Versorgung vor Ort und schließen Sie bei Bedarf eine Auslandskrankenversicherung ab, da die gesetzlichen Krankenkassen nicht in allen Ländern alle Kosten einer medizinischen Behandlung erstatten. Bei der Suche nach Ärzten vor Ort kann Ihnen das Auswärtige Amt oder die Multiple Sclerosis International Federation (MSIF) helfen.

Sollte Ihnen die Urlaubsplanung auf eigene Faust zu anstrengend sein, können Sie sich auch an einen der zahlreichen Anbieter von barrierefreien Reisen wenden. Diese bieten mittlerweile verschiedene Reisen an.

Quelle: Befund MS 1/2015

15.06.15

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