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Ursache, Diagnostik und Therapie der Lungenfibrose

Bei einer Fibrose bilden sich in dem befallenen Organ vermehrt Bindegewebsfasern (Fibrosierung). Die Lungenfibrose, auch Narbenlunge genannt, ist ein Sammelbegriff, der über 100 verschiedene, teilweise seltene Erkrankungen des Lungengewebes umfasst.

Eine Lungenfibrose kann durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Das können Infektionen mit bestimmten Bakterien oder Viren, bestimmte Medikamente, Bestrahlungstherapien (z. B. bei Krebserkrankungen), bestimmte Erkrankungen (z. B. Herzschwäche, Nierenversagen) sowie verschiedene Schadstoffe (z. B. Quarzstaub, Asbest, Rauchen) sein. Aber auch Krankheiten, die sich auf den ganzen Organismus auswirken, wie Sarkoidose (entzündliche Erkrankung des Bindegewebes mit Gewebeneubildungen) oder Sklerodermie (Verhärtung der Haut allein oder von Haut und inneren Organen) können zu einer Lungenfibrose führen. Doch nur bei jedem zweiten Betroffenen finden Ärzte eine eindeutige Ursache für die Erkrankung. Ist der Auslöser nicht bekannt, spricht man von einer idiopathischen Lungenfibrose. Laut Deutscher Lungenstiftung leiden ewa sechs von 100.000 Einwohnern an dieser Erkrankung.

Erste Anzeichen einer Lungenfibrose

Häufig bleibt die Lungenfibrose lange unbemerkt, da sie oft über Jahre unauffällig verläuft. Die ersten erkennbaren Beschwerden sind trockener Reizhusten und Atemnot bei körperlicher Anstrengung. Im Gegensatz zum Lungenemphysem liegt das Atemproblem nicht in der Phase des Aus-, sondern des Einatmens. Lungenfibrose-Patienten erleben während des Einatmens einen plötzlichen Atemstopp. Bei fortgeschrittener Erkrankung tritt die Atemnot auch in der Ruhe auf. Betroffene zeigen häufig eine sog. Hechelatmung, d. h., sie atmen schneller und oberflächlicher. Weitere Symptome sind Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Gewichtsabnahme oder leichtes Fieber. Betroffene leiden zudem häufig unter bläulich verfärbter Haut (Zyanose, entwickeln Uhrglasnägel und Trommelschlegelfinger. Bei ihnen verbreitern sich die Fingerspitzen kolbenartig und die Fingernägel wölben sich in Längsrichtung wie bei einem Uhrglas.

Wie sieht die Untersuchung aus?

Um mögliche Risikofaktoren ausfindig zu machen, ist bei der Diagnosestellung die Krankengeschichte des Betroffenen sehr wichtig. In einem ausführlichen Anamnesegespräch wird der Arzt den Betroffenen beispielsweise nach seinen Vorerkrankungen, seinen Medikamenten, seinem Beruf und seinen Hobbys fragen. Daran schließt sich eine körperliche Untersuchung an, um die Diagnose sicherstellen zu können. Ob und wieweit die Lungenfunktion eingeschränkt ist, lässt sich beispielsweise mithilfe einer Lungenfunktionsprüfung ermitteln. Die Computertomografie zeigt typische Veränderung der Lungenstruktur. Ist diese unauffällig, kann die Erkrankung praktisch ausgeschlossen werden. Des Weiteren kann der Mediziner Blutgasanalysen oder eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung), bei den Entzündungszellen analysiert werden können, durchführen.

Kann eine Lungenfibrose geheilt werden?

Bei der Lungenfibrose wird das Lungengewebe langsam zu funktionslosem, vernarbtem Bindegewebe umgebaut. Da sich diese narbigen Veränderungen am Gerüst des Lungengewebes nicht mehr zurückbilden, bleibt die Erkrankung bestehen und kann daher nicht geheilt werden. Therapieziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung möglichst aufzuhalten. Wichtig ist ein früher Behandlungsbeginn.

Welche Therapien gibt es?

Ist die Ursache bekannt, müssen lungenschädigende Stoffe vermieden werden. Dies kann einen Arbeitsplatzwechsel notwendig machen. Sind Infektionen mit Bakterien die Ursache, wird der Arzt Antibiotika verschreiben. In jedem Fall sollten Betroffene das Rauchen aufgeben. Denn dies schädigt die Lunge und sorgt, egal ob es ursächlich für die Krankheit ist oder nicht, dafür, dass die Lungenfibrose schneller fortschreitet. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist Kortison, da dies antientzündlich und antiallergisch wirkt. Dies kann inhaliert, als Tabletten oder über die Vene verabreicht werden. Bei verengten Atemwegen helfen Bronchodilatatoren. Diese entspannen die Muskeln der Bronchien und erleichtern so das Atmen. Zudem kann der Arzt sog. Immunsuppressiva, also Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken, oder hoch dosiertes N-Acetylcystein verordnen.

Sind bestimmte Grenzwerte im Blut unterschritten, kann eine Langzeit-Sauerstofftherapie sinnvoll sein. Diese bessert – wenn sie über einen längeren Zeitraum angewandt wird – die körperliche Leistungsfähigkeit und Alltagssituationen können besser gemeistert werden. Im Endstadium der Erkrankung kann bei einigen Betroffenen eine Lungentransplantation nötig werden. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen nicht älter als 60 Jahre sind und sich in einer stabilen körperlichen Verfassung befinden.

Was können Betroffene tun?

Lungenfibrose-Erkrankte sollten auf jeden Fall ihre Krankheit ernst nehmen und aktiv werden. Zusätzlich zu der Therapie mit Medikamenten sowie der Vermeidung von Reizstoffen sollten Betroffene Atemgymnastik betreiben und sich einer Lungensportgruppe anschließen. Denn eine übermäßige körperliche Schonung führt dazu, dass die Muskulatur abgebaut wird und so die körperliche Belastbarkeit weiter abnimmt. Auch Schutzimpfungen sollten von den Betroffenen wahrgenommen werden, da sie besonders anfällig für Atemwegsinfektionen sind. Die Pneumokokken-Schutzimpfung muss alle fünf Jahre, die Grippe-Schutzimpfung einmal im Jahr aufgefrischt werden. In den kalten Jahreszeiten sollten größere Menschenansammlungen möglichst gemieden werden, um so Atemwegsinfekten vorzubeugen.

Quelle: COPD und Asthma 3/2016

27.10.16

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