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Verbesserung der Lebensqualität durch Rehabilitation

Wenn bei Diabetikern durch ambulante Maßnahmen kein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wird, sollte an eine Rehabilitation gedacht werden. Im Gegensatz zu einer Kuranstalt können die Patienten in einem Rehabilitationszentrum auf viel mehr medizinische Angebote zurückgreifen.

Diesen Unterschied herauszuheben ist für Univ.-Prof. Dr. Mario Francesconi, Alland, sehr wichtig. „Leider herrscht diesbezüglich bei den zuweisenden Ärzten oft ein Wissensdefizit vor, andererseits werden auch von den Anstalten zu ungenaue Angaben über die jeweiligen Angebote gemacht“, betont er. Während bei einem Kuraufenthalt eher der Wellnessfaktor im Vordergrund steht, konzentrieren sich Rehabilitationsanstalten auf den medizinischen Aspekt. „Dort stehen mehr apparative und personelle Möglichkeiten, vor allem zur Diagnose von Begleiterkrankungen, zur Verfügung und die Patienten werden bereits bei der Aufnahme umfassend medizinisch durchgecheckt“, klärt Prof. Francesconi auf.

Der Weg in die Rehaklinik

Für einen Diabetiker mit Rehabilitationsbedarf muss zu Beginn ein Antragsformular für Heilverfahren ausgefüllt werden, das bewilligt werden muss. „Bereits bei der Antragstellung soll darauf geachtet werden, dass ein Antrag auf Rehabilitation gestellt wird und nicht auf einen Kuraufenthalt“, erklärt Prof. Francesconi. Wem die Lokalität der Rehabilitationsanstalt ein Anliegen ist, sollte dies vom zuweisenden Arzt vermerken lassen, denn es kann durchaus sein, dass jemand von ganz weit westlich in den Osten geschickt wird.

Drei Wochen lang volles Programm

Ein Reha-Aufenthalt dauert drei Wochen. Prof. Dr. Mario Francesconi erklärt, wie ein umfassender Rehabilitationsaufenthalt aussieht: „Zuerst werden die Patienten ärztlich aufgenommen. Der erste Check beinhaltet neben Anamnese und Statuserhebung eine Blutabnahme, Blutdruckmessung, EKG-Schreibung, Doppplersonografische Durchblutungsmessung, Neuropathiediagnostik, Untersuchung der Augen sowie Schlafapnoe-Screening. Bei Bedarf werden zusätzliche Leistungen wie Herz-Lungen-Röntgen, Belastungs-EKG, Echokardiographie, Langzeit-EKG, farbkodierte Dopplersonografie der extrakraniellen Carotisstrombahn, sonografische Untersuchungen der Bauchorgane und Lungenfunktionsdiagnostik angeboten. Neben Ärzten, Diabetesberatern und dem Pflegepersonal stehen den Diabetikern während ihres Aufenthaltes auch Diätologen, Psychologen und Physiotherapeuten zur Seite. Letztere bieten ein strukturiertes Bewegungsprogramm zur Steigerung der Ausdauer- und Kraftleistung an.“

Für Diabetiker werden zudem Spezialschulungen angeboten. „Der Betroffene soll „Experte in eigener Sache“ werden, bei der Wahl und Durchführung seiner Diabetesbehandlung aktiv mitwirken und die Therapie eigenverantwortlich weiterführen“, informiert Prof. Francesconi. Des Weiteren gibt es Insulinpumpenschulungen. Der Kursinhalt reicht von der Beratung bei der Entscheidung für eine Pumpentherapie und der Auswahl der geeigneten Pumpe über die praktische Handhabung derselben, Erstellung der Algorithmen bis hin zur Vermeidung von Komplikationen. Die richtige Ernährung spielt für Diabetiker ebenfalls eine große Rolle. Daher können sich die Patienten in einer eigenen Lehrküche neben theoretischen auch praktische Kenntnisse über verschiedene Kostformen aneignen.

Keine Daten über Behandlungserfolg

Über den Erfolg der Rehabilitation liegen keine Daten vor. „Wenn Leute erneut in eine schlechte Diabeteseinstellung verfallen, dann sind sie nach einiger Zeit wieder bei uns. Wir sehen daher immer nur ,Langzeitversager‘, die ,Erfolgreichen‘ kommen ja nicht wieder“, berichtet Prof. Francesconi, der sich als begeisterter Wissenschaftler die Begleitung von Diabetikern zur Lebensaufgabe gemacht hat.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 01/2013

10.06.13

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