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Verstopfung als Nebenwirkung der Krebstherapie

Verstopfung ist ein gerne verschwiegenes Thema, mit dem jedoch viele Tumorpatienten kämpfen müssen. Denn Verstopfung kann bei Krebs durch den Tumor verursacht werden oder häufig auch als Nebenwirkung der Krebs- und Schmerztherapie auftreten. Laut Deutscher Krebsgesellschaft (DKG) liegt Verstopfung vor, wenn innerhalb von drei Monaten jeder vierte Stuhlgang mit hartem Stuhl verläuft, die Entleerung nur unvollständig gelingt und es zu weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche kommt.

Auf Ernährung und Flüssigkeitszufuhr achten

I. d. R. sollte eine Verstopfung nicht dazu führen, die Therapie abzubrechen. Es gibt zunächst andere Maßnahmen, mit denen man versuchen kann, die Beschwerden zu lindern. Dazu gehört nach Angaben der Felix-Burda-Stiftung zunächst einmal, auf seine Ernährung zu achten. Sinnvoll sind Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse, Salate, eingeweichtes Trockenobst, Vollkornreis und -getreide, gesäuerte Milchprodukte wie Joghurt, Buttermilch oder Kefir. Allerdings kann es sein, dass von sehr ballaststoffreicher Kost auch Blähungen und Bauchschmerzen auftreten – zumindest, wenn man den Verzehr dieser nicht gewöhnt ist. In diesem Fall rät die Felix-Burda-Stiftung dazu, die Verdauung langsam an eine vollwertige Ernährungsweise zu gewöhnen. Wenig ballaststoffreiche oder die Verstopfung eher fördernde Lebensmittel sind Weißmehlprodukte wie Toast sowie Bananen und Schokolade.

Mindestens ebenso wichtig ist es, genug zu trinken, mindestens zwei Liter am Tag: Geeignet sind besonders Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees und in Maßen auch Fruchtsäfte. Auch Kaffee kann abführend wirken – sollte jedoch nur in Maßen konsumiert werden. Schwarzer Tee oder Kakao haben hingegen eher gegenteilige Wirkung und sollten deshalb besser gemieden werden.

Auf natürliche Weise abführend wirken ggf. Sauermilch, Feigen, eingelegte Pflaumen, Darmfüllmittel wie Leinsamen, Agar-Agar oder Weizenkleie. Auch hier ist es wichtig auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten, da sonst die Gefahr eines Darmverschlusses durch „Verkleisterung“ gegeben ist. Vor allem Leinsamen und Weizenkleine haben im Darm eine stark quellende Wirkung und binden daher Flüssigkeit – deshalb rät die Felix-Burda-Stiftung dazu, pro Esslöffel ein Glas Wasser zusätzlich zu trinken.

Bewegung und medikamentöse Optionen bei Verstopfung

Bei Verstopfung sollte man außerdem auf ausreichend körperliche Aktivität achten. Die Bewegung sollte moderat sein, aber den Körper auch nicht überbeanspruchen. Am besten ist vorher mit dem behandelnden Arzt abzuklären, welcher Sport geeignet ist. Krankengymnastik, die Kräftigung der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur sowie Darmmassagen können ggf. für Linderung der Verstopfung sorgen.

Laut Deutscher Krebsgesellschaft können zusätzlich, oder wenn diese Maßnahmen nicht fruchten, auch Abführmittel eingenommen werden. Dies sollte jedoch mit dem behandelndem Arzt abgesprochen werden.

Sonderfall Schmerztherapie: Wenn Morphium zu Verstopfung führt

Besonders häufig tritt Verstopfung unter morphinhaltiger Schmerztherapie auf, laut DKG bei 87 % der Schmerzpatienten. Hier ist es ggf. gemeinsam mit dem Arzt möglich, die Therapie umzustellen. Es ist jedoch auch eine Option, bereits vorsorglich und parallel zur Schmerztherapie Abführmittel zu nehmen: Dazu zählen laut DKG Milchzucker, Sennesblätter, Magnesium sowie Polyethylenglykol (PEG), das laut DKG die wenigsten Nebenwirkungen aufweist. Laut der Leitlinie zur chronischen Ostipation gilt PEG als wirksam und sicher, wie mehrere Studien gezeigt haben. Ein weiterer Wirkstoff, der bei chronischer Verstopfung gut wirksam ist, ist Bisacodyl. Entgegen der weit verbreiteten Meinung tritt eine Gewöhnung an Abführmittel selten auf, betont die Leitlinie.

Quelle: Befund Krebs 2/2015

27.07.15

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