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Erblich bedingter Brust- und Eierstockkrebs: vorbeugende Entfernung von Brustgewebe und deren Vor- und Nachteile

Im Jahr 2014 werden in Deutschland ca. 70.000 Frauen an Brustkrebs und ca. 7.800 an Eierstockkrebs erkranken. Unter diesen Frauen befindet sich eine Gruppe von 10 %, die eine genetische Disposition für die jeweilige Erkrankung mit sich bringt. Verantwortlich dafür sind die Hochrisikogene BRCA1 und BRCA2. Während das Risiko für Brustkrebs bei 8 % und für Eierstockkrebs bei 1,5 % liegt, haben Frauen mit einer Mutation in den Genen BRCA1 und BRCA2 ein etwa 60%iges Risiko im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs bzw. ein bis zu 40%iges Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken.

Ob eine Familie ein Risikoprofil hat, klärt sich im Gespräch mit einer/m Gynäkologin/en durch Verwendung einer Checkliste. Ist eine genetische Beratung ratsam, wird die Frau an eines der 15 Zentren des Deutschen Konsortiums für familiären Brust- und Eierstockkrebs weitergeleitet.

Weiß die Frau über ihren genetischen Risikostatus Bescheid, so kommt unweigerlich die Frage auf, was nun dagegen unternommen werden soll? Neben engmaschigen Vorsorgeuntersuchungen mit halbjährlichem gynäkologischem und Brustultraschall sowie einer jährlichen Magnetresonanztomografie (MRT) haben die Frauen die Möglichkeit, das Brustdrüsengewebe (auf Wunsch ab dem 25. Lebensjahr durchführbar) und die Eierstöcke mit Eileitern (ausdrücklich empfohlen um das 40. Lebensjahr) prophylaktisch entfernen zu lassen.

Bei einer prophylaktischen Brustentfernung wird das komplette Brustdrüsengewebe entfernt, die Haut, Brustwarze und Warzenvorhof bleiben erhalten. Ersetzt wird das Brustdrüsengewebe zumeist durch ein Implantat oder Eigengewebe. Wird ein Implantat verwendet, wird dieses, je nach Dicke des Haut- und Fettmantels, entweder auf oder unter dem großen Brustmuskel platziert.

Der Vorteil dieser radikalen Schritte ist, das Lebenszeitrisiko an Brustkrebs zu erkranken auf <5 % und an Eierstockkrebs zu erkranken auf ein Restrisiko von 2 % zu senken. Der Nachteil dieses Vorgehens sind die bekannten Operationsrisiken durch eine Vollnarkose sowie bei Brustrekonstruktion mit Silikonimplantaten die notwendigen Folgeoperationen (Implantatwechsel nach ca. 15 Jahren) und das möglicherweise unbefriedigende kosmetische Ergebnis durch die wiederherstellende Operation.

Die Entscheidung zu einem Gentest sollte allerdings nicht leichtfertig getroffen und auch erst dann durchgeführt werden, wenn die möglichen Konsequenzen von der betroffenen Frau mitgetragen werden. Aktuell entschließt sich ca. jede fünfte Frau mit einer BRCA1/2-Mutation, eine prophylaktische Brustentfernung durchzuführen zu lassen.

Priv.-Doz. Dr. med. Marc Thill, Dr. med. Jana Barinoff, Frankfurt am Main

Quelle: Leben? Leben! 01/2014

15.04.14

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