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Vulvakrebs: Behandlung nach Leitlinie

Die Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Vulvakarzinoms und seiner Vorstufen beinhaltet neben Kapiteln zu Verbreitung und Risikofaktoren, zu Früherkennung und Diagnostik, zur Pathologie und zur Patientenaufklärung insbesondere aktuelle Empfehlungen zu Therapie, Nachsorge und Rezidiven sowie Metastasen.

Therapie früher Stadien

Gemäß der Leitlinie sollten die Veränderungen im Gesunden entfernt werden mit dem Ziel, die Entwicklung eines invasiven (in das umgebende Gewebe wuchernd hineinwachsenden) Karzinoms zu vermeiden, verborgene Frühkarzinome zu beseitigen und ggf. ein Wiederauftreten zu vermeiden. Symptome sollen durch die Behandlung bekämpft, der normale Aufbau der äußeren Geschlechtsorgane und ihre Funktion sollten erhalten werden.

Für die Behandlung gibt es verschiedene Verfahren, die je nach Befund zum Einsatz kommen:

  • lokale Exzision (örtlich begrenztes Herausschneiden) mit einem Skalpell oder Laser;
  • CO2-Laser-Vaporisation (Entfernen der veränderten Bereiche durch Verdampfen mithilfe eines CO2-Laserstrahls)
  • Skinning Vulvektomie (großflächige Hautentfernung im Bereich der Vulva)
  • Einsatz eines speziellen Immunmodulators (normalerweise gegen Viren und Krebszellen eingesetzt, aktiviert das Immunsystem der Haut; für die Behandlung von VIN nicht zugelassen, ggf. Verordnung außerhalb des zugelassenen Anwendungsgebietes = Off-label-use)

Grundsätzliche Empfehlungen zur Behandlung des Vulvakarzinoms

Für die Ermittlung einer stadiengerechte Therapie des Vulvakarzinoms stellen die Leitlinien ein Schema vor, an dem sich eine adäquate Therapie ausrichten sollte. Grundsätzlich soll der Therapieplan interdisziplinär (unter Beteiligung der gynäkologischen Therapie, der Strahlentherapie, der Anästhesie sowie der Pathologie) und unter Einbeziehung der Patientin festgelegt werden.

Den Empfehlungen der Leitlinie zufolge sollte der Tumor mit einem Randsaum gesunden Gewebes von mindestens 3 mm komplett entfernt werden, denn je größer der Abstand zwischen Tumor- und Ausschneidungsrand, umso geringer die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens des Tumors an derselben Stelle. Wurden früher häufig die kompletten äußeren Geschlechtsorgane sowie die in der Leiste gelegenen Lymphknoten in einem Schritt entfernt, begrenzt man heute nach Möglichkeit das Operationsgebiet und arbeitet in einer sog. Drei-Schnitt-Technik, bei der die Entfernung der Vulva und der Leisten-Lymphknoten jeweils über eigene, kleinere Hautschnitte erfolgen.

*VIN = Vulvinäre intraepitheliale Neoplasien (krankhafte Neubildungen im Epithelgewebe der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane)

Quelle: Leben? Leben! 1/2010

06.06.17

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