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Was ist eine Kreuzallergie?

Als Kreuzallergie wird eine z. T. heftige Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Nahrungsmittel bezeichnet, die als Folge einer bereits bestehenden Allergie gegen Pollen, Hausstaub, Tierhaare oder Latex auftritt. Kreuzallergien werden deshalb auch sekundäre oder pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien genannt – Letztere jedoch nur, wenn die erste Allergie sich gegen Pflanzenpollen richtet.

Auslöser jeder Allergie sind Eiweiße (Proteine), die zwar harmlos sind, vom Immunsystem fälschlicherweise aber als potenzielle Gefahr für den Körper wahrgenommen werden. So ist es auch bei der Kreuzallergie. Viele Nahrungsmittel enthalten Eiweiße, die denen ähneln, die etwa in Pollen vorkommen. Diese Ähnlichkeit führt bei Menschen mit Allergien u. U. dazu, dass das Immunsystem auch das Nahrungsmittelprotein als potenziell gefährlich einstuft. Nach dem Verzehr eines Lebensmittels, das dieses Eiweiß enthält, kommt es zu einer allergischen Reaktion. Ein Beispiel: Zahlreiche Produkte aus Sojabohnen enthalten laut Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) ein Protein mit der Bezeichnung Gly m 4. Dessen Merkmale ähneln dem Birkenpollenallergen Bet v 1. Menschen mit Birkenpollenallergie sind daher besonders gefährdet, eine Kreuzallergie gegen Sojabohnen zu entwickeln. Doch Gly m 4 ist längst nicht das einzige Eiweiß, das Kreuzallergien hervorrufen kann. Auch Menschen, die gegen andere Pollen allergisch sind, können überempfindlich auf Sojabohnen reagieren.

Insgesamt, so schätzt das BfR, liegt der Anteil der Betroffenen mit Pollenallergie in Deutschland, die eine Kreuzallergie entwickeln, bei 70 %. 60 % der Nahrungsmittelallergien bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, so die Stiftung European Centre for Allergy Research (ECARF), sind vermutlich Kreuzallergien. Insgesamt sind rund 4 % der Erwachsenen in Deutschland von einer Nahrungsmittelallergie betroffen.

Wie äußert sich eine Kreuzallergie?

Eine Kreuzallergie ist eine Allergie vom sog. Soforttyp. Das bedeutet, sie tritt i. d. R. innerhalb weniger Minuten nach dem Verzehr eines Nahrungsmittels auf. Die allergische Reaktion ist in vielen Fällen auf den Mund- und Rachenbereich beschränkt. Es kommt z. B. zu Juckreiz, der die Lippen, aber auch Zunge, Rachen oder Gaumen betreffen kann. Es können sich Bläschen im Mundraum bilden, die Schleimhäute in Mund und Rachen können anschwellen und Rötungen auftreten. In selteneren Fällen kommt es auch zu einer sog. systemischen allergischen Reaktion, d. h. zu Symptomen, die den ganzen Körper betreffen. Zu den Beschwerden einer systemischen Reaktion gehören etwa Juckreiz oder Rötungen der Haut, Quaddelbildung (Nesselsucht), Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Nur sehr selten führt eine Kreuzallergie zu Herz-Kreislauf-Problemen.

Treten die o. g. Symptome bei Menschen mit einer Pollen-, Hausstaub-, Tierhaar- oder Latexallergie auf, sollte daher immer an eine Kreuzallergie gedacht werden. Vor allem wenn Beschwerden sich stets nach dem Verzehr bestimmter Speisen zeigen.

Kreuzallergie ist nicht gleich Kreuzallergie

So unterschiedlich die Merkmale der Allergene sind, die die Ursprungsallergie hervorrufen, so unterschiedlich ist es auch, auf welche Nahrungsmittel Betroffene bei einer Kreuzallergie allergisch reagieren:

  • Bei einer Allergie gegen Baumpollen (z. B. von Birke oder Hasel) kommt es häufig nach dem Verzehr von Äpfeln, Birnen, Kirschen, Kiwis, Mandeln, Möhren, Nüssen, Nektarinen, Pfirsichen, Pflaumen, Sellerie und Soja zu einer allergischen Reaktion.
  • Wer gegen Beifußpollen allergisch ist, zeigt oft auch Allergiesymptome nach dem Genuss von Avocados, Anis, Cashewkernen, Estragon, Fenchelsamen, Ingwer, Koriander, Kümmel, Liebstöckel, Möhren, Mangos, Sonnenblumenkernen und Tomaten.
  • Menschen mit einer Gräserpollenallergie reagieren u. U. allergisch auf Getreidesorten (vor allem Weizen und Roggen) und auf die daraus gewonnenen Mehle. Auch Tomaten und Hülsenfrüchte (u. a. auch Erdnüsse und Sojabohnen) können bei ihnen allergische Reaktionen hervorrufen.
  • Bei einer Allergie gegen Tierhaare besteht zugleich häufig auch eine Allergie gegen Fleisch und Kuhmilch, bei einer Latexallergie u. a. gegen Ananas, Avocados, Bananen, Kartoffeln, Sellerie und Tomaten.
  • Eine Hausstaubmilbenallergie ist u. U. mit einer Kreuzallergie gegen Schalentiere (z. B. Garnelen, Shrimps) assoziiert.

Welche Nahrungsmittel allergische Reaktionen hervorrufen, lässt sich i. d. R. mit einem Prick-, Blut- oder oralen Provokationstest beim Allergologen feststellen. Viele Betroffene finden bereits durch Selbstbeobachtung heraus, auf welche Nahrungsmittel sie überempfindlich reagieren. Kommt es nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels immer wieder zu Beschwerden, ist eine Kreuzallergie wahrscheinlich.

Die Behandlung besteht in erster Linie darin, auf die betreffenden Nahrungsmittel zu verzichten und die Medikamente zu nehmen, die der Arzt bereits gegen die zuerst bestehende Allergie verordnet hat. In schweren Fällen sollten Betroffene die Erstallergie u. U. durch eine Hyposensibilisierung behandeln lassen und immer ein Notfallset mit Medikamenten bei sich tragen, die lebensrettend sein können.

Ist eine Vorbeugung möglich?

Vorbeugen lässt sich einer Kreuzallergie nur insofern, als dass Menschen mit einer bereits bestehenden Allergie sich vor Umwelteinflüssen schützen, die den Körper zusätzlich belasten. So ist es beispielsweise sinnvoll, das Rauchen aufzugeben und sich gesund zu ernähren. Doch auch solche Maßnahmen garantieren keinen sicheren Schutz vor einer Kreuzallergie. Hinzukommt, dass bestimmte Faktoren, die das Risiko einer zusätzlichen Allergie erhöhen, z. B. eine erbliche Vorbelastung für Allergien oder die Verschmutzung der Luft, sich nicht ausschalten lassen. Menschen mit Pollenallergie sollten jedoch während der Monate, in denen sich die allergieauslösenden Pollen in der Luft befinden, darauf achten, den Kontakt mit den Pollen weitgehend zu vermeiden – etwa durch Anbringen von Pollenschutzgittern an den Wohnungsfenstern oder indem sie auf Aufenthalte im Freien während der Tageszeit mit der höchsten Pollenkonzentration verzichten. Denn verstärken sich die Symptome der Erstallergie, treten auch Kreuzallergiebeschwerden häufig vermehrt auf.

Für Menschen mit einer Kreuzallergie empfiehlt sich eine Ernährungsberatung, um auszuschließen, dass es durch die Ernährung immer wieder zu allergischen Reaktionen kommt. Aber auch, um zu gewährleisten, dass die Ernährung trotz der Allergie alle wichtigen Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe enthält. Wer auf bestimmte Nahrungsmittel nicht verzichten möchte, kann Äpfel, Birnen, Möhren oder andere allergieauslösenden Nahrungsmittel kochen. Durch das Erhitzen verlieren die meisten Nahrungsmittel ihr allergisches Potenzial. Auch manche Obstsorten (insbesondere Äpfel) sind besser verträglich als andere. Einige Betroffene mit Pollen- und Kreuzallergie berichten, dass sie während der Zeit des Pollenflugs manche Nahrungsmittel gar nicht vertragen, sie in den anderen Monaten des Jahres jedoch in Maßen verzehren können, ohne dass allergische Beschwerden auftreten. Keine Allergie ist wie die andere und alle Betroffenen müssen selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel sie in welchen Mengen zu sich nehmen können.

Quelle: allergikus 2/2017

10.10.17

Kreuzallergie
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