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Was ist eine Fruktoseintoleranz?

Die Fructoseintoleranz ist relativ weit verbreitet – und das weltweit. Demografische und geografische Unterschiede wie bei der Laktoseintoleranz scheint es nicht zu geben. Wer an einer Fructoseintoleranz leidet, hat häufig einen relativ langen Leidensweg bis zur Diagnosestellung. Es handelt sich hier um eine Intoleranz der Betroffenen gegen Fruchtzucker. Die Erkrankung kann bereits im Säuglingsalter auftreten, kann sich aber auch im Laufe des Lebens entwickeln und im Erwachsenenalter erste Symptome mit sich bringen. Dem Speisebrei im Dünndarm wird nicht ausreichend Fructose entzogen und somit gelangt ein großer Teil davon in den Dickdarm. In der Regel liegt hier grundsätzlich auch eine Darmstörung vor. Die Fructose erzeugt dann im Dickdarm die unangenehmen Symptome, die von Betroffenen geschildert werden: starker Durchfall, übelriechende Blähungen und heftige Bauchschmerzen, die sogar krampfartig ausfallen können. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Primärsymptome, die bei einmaligem Verzehr von Fruchtzucker auftreten können. Bei regelmäßiger Aufnahme von Fruchtzucker kann es zu ständigen Kopfschmerzen kommen, zu chronischem Sodbrennen, starker Müdigkeit, Übelkeit und sogar zu Depressionen.

Die Symptome sind denen der Laktoseintoleranz recht ähnlich und decken sich darüber hinaus noch mit Symptomen zahlreicher anderer Erkrankungen. Aus diesem Grund dauert es häufig recht lange, bis eine endgültige Diagnose vorliegt. Steht die Fructoseintoleranz jedoch eindeutig fest, müssen die Betroffenen zwingend ihre Ernährung umstellen und die Intoleranz in ihrem Speiseplan berücksichtigen. Dies ist gerade zu Anfang nicht so einfach, denn Fruchtzucker ist in vielen Lebensmitteln und Getränken enthalten. Grundsätzlich müssen dem Organismus auch ausreichende Mengen an Vitaminen und Nährstoffen zugeführt werden – wer hier unsicher ist hinsichtlich der Ernährung, sollte sich von Experten diesbezüglich beraten lassen. Auch mit der Diagnose Fructoseintoleranz ist es möglich, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Eine medikamentöse Therapie ist derzeit noch nicht möglich, die Fructoseintoleranz ist lebenslang bei der Auswahl der Lebensmittel zu berücksichtigen.

Betroffene müssen vor allem lernen, auf Inhaltsstoffe in den Lebensmitteln zu achten und davon ausgehen, dass hierzu nicht alleine der Begriff „Fruchtzucker“ zur Vermeidung ausreicht. Fruchtzucker ist in unterschiedlichen Verbindungen in Lebensmitteln enthalten. Haushaltszucker besteht häufig aus einem Gemisch von Fructose und Glucose. Sorbit ist ein chemischer Zusatz, der aus Glucose hergestellt wird, sich im Organismus allerdings in Fructose umwandelt. Wie Zucker und Invertzucker besteht auch Honig aus einem Gemisch von Glucose und Fructose. Inulin ist ein Kohlenhydrat, ist aber aus Fructose aufgebaut.

Die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die seit 2005 besteht, verpflichtet Lebensmittelhersteller zu genauen Angaben der Inhaltsstoffe. Betroffene müssen allerdings tatsächlich einen völlig neuen Umgang mit Nahrungsmitteln erlernen, sobald die Diagnose Fructoseintoleranz bestätigt ist. Fruchtzucker ist nämlich nicht unbedingt nur in gesüßten Lebensmitteln enthalten. Er kann in Vollkorn- und Weißbrot vorkommen, in Konserven, Ketchup und zahlreichen anderen Lebensmitteln. Krankenkassen und Fachärzte halten häufig Listen und Broschüren für Betroffene bereit, in welchen fructosehaltige und garantiert fructosefreie Lebensmittel aufgeführt sind, Listen mit denen sich Betroffene intensiv auseinandersetzen sollten.

Zu vermeiden sind nicht nur Süßigkeiten und alle gesüßten Lebensmittel, sondern auch Speiseeis, Limonaden, Dessertweine und Liköre, vor allem aber auch viele Obst- und Fruchtsaftsorten sowie getrocknetes Obst. Die Diagnose Fructoseintoleranz bedeutet jedoch nicht zwingend, dass Betroffene nun lebenslang tatsächlich auf all diese Lebensmittel vollständig verzichten müssen. Fachärzte sprechen hier von der sog. Toleranzschwelle. Die vollständige Vermeidung von Fruchtzucker in der Ernährung ist zwar wünschenswert bei Intoleranz, jedoch selten tatsächlich möglich. In vielen Fällen vertragen Patienten kleinere Mengen an Fruchtzucker sogar relativ problemlos und zeigen Symptome erst ab einer bestimmten Menge an zugeführtem Fruchtzucker. Nach der Diagnose wird also in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt zunächst der Ernährungsplan umgestellt und Fruchtzucker in jeder Form vollständig vermieden. Nach einer festgelegten Zeit wird getestet – d. h., der Patient beginnt mit der Aufnahme von geringen Mengen Fruchtzucker. Zeigen sich hier keine Symptome, kann die Menge ein weiteres Mal gesteigert werden. Sobald sich Symptome zeigen, ist die Toleranzschwelle erreicht, dass bedeutet, der Betroffene darf Fruchtzucker zu sich nehmen, sollte aber in der Menge unterhalb der Toleranzschwelle liegen.

Der Ernährungsplan sollte unbedingt mit einem Experten besprochen und ausgearbeitet werden. Eine Fructoseintoleranz bedeutet den Verzicht auf zahlreiche Lebensmittel und damit auf lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe. Möglicherweise kann es erforderlich sein, über einen gewissen Zeitraum oder in festgelegten Zeitabständen zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, um einem Mangel vorzubeugen oder einen bereits bestehenden Mangel auszugleichen. Ganz wichtig ist außerdem die gezielte Auswahl von Gemüsesorten, die keine Fructose beinhalten und deren verstärkter Verzehr. „Diabetikerprodukte“ stellen übrigens keine Alternative dar – sie enthalten fast immer Fruchtzucker und sind aus diesem Grund sogar konsequent zu meiden!

Monika Celik

08.03.11

Fruktoseintoleranz
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