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Wintersport mit Diabetes

Mit großen Schritten nähert sich die kälteste Zeit des Jahres, der Winter. Das bedeutet aber nicht, dass Sport deshalb aufs Eis gelegt werden soll. Er könnte aber z. B. aufs Eis verlegt werden, wie es beim Eislaufen geschieht. Man benötigt bloß Eislaufschuhe und schon kann es losgehen. Einerseits trainiere ich so meine Ausdauer und andererseits mein Gleichgewicht. Beim Eislaufen mit Diabetes muss beachtet werden, dass – je nachdem, wie intensiv ich laufe – die Insulindosis angepasst werden muss und vor Beginn der Bewegung ein ausreichend hoher Blutzuckerspiegel gewährleistet ist (150 mg/dl). Auch das SOS-Sport-Set darf nicht vergessen werden.

Eine andere Möglichkeit, im Winter Sport zu treiben, stellt das Skifahren bzw. Snowboarden dar. Ich fahre im Winter gerne mit Freunden Ski oder Snowboard, denn in der Gruppe ist es meiner Meinung nach viel lustiger. Außerdem ist es natürlich gut, wenn einfach Freunde um einen herum sind, die um den Diabetes wissen und zur Not helfen könnten, oder, wenn der Spaßfaktor g‘rad besonders hoch ist, vielleicht auch mal ans Messen bzw. Essen erinnern. Auch beim Skifahren/Snowboarden muss auf die oben erwähnten Punkte bezüglich des Diabetes Rücksicht genommen werden. Skifahren/Snowboarden heißt nicht, dass ich mich vom Lift raufziehen lasse und ohne Muskelanstrengung herunterfahre. Wenn man den ganzen Tag auf der Piste unterwegs ist, sollte man sich bewusst sein, dass das Skifahren/Snowboarden große Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben kann. Anfänger sollten beim ersten Mal Skifahren/Snowboarden deshalb auf alle Fälle regelmäßig den Blutzucker kontrollieren.

Insulin vor Kälte schützen

Jetzt muss man aber natürlich auch daran denken, dass es Minusgrade haben könnte und es dann so eventuell zu kalt für die verschiedenen Geräte, oder auch das Insulin, ist. Wo bewahrt man die Dinge also am besten auf? Nun, ich habe eine Snowboardjacke, die innen relativ große Taschen hat. Das würde ich jedem empfehlen, weil das Messgerät da nicht stört, und „schön warm“ bleibt. Weiters würde ich allen Pumpenträgern empfehlen, die Pumpe unter der Snowboard- bzw. Skihose zu tragen, z. B. mit einem Clips an der Skiunterwäsche, dann stört auch das Kabel nicht. Grundsätzlich würde ich aber empfehlen, immer alles mitzunehmen.

Beim Langlaufen besonders gut auf den Blutzuckerspiegel achten

Eine Sportart, die in den letzten Jahren mehr und mehr an Beliebtheit gewonnen hat ist das Langlaufen. Kaum eine andere Sportart ermöglicht es uns, so viele Muskeln auf einmal zu trainieren (über 90 % unserer Muskeln sind dabei aktiv). Bevor man mit dem Langlaufen beginnt, sollte man über eine gute Ausdauerfähigkeit verfügen, da man ansonsten sehr rasch außer Atem kommt und sich mit „Schneewandern“ (Gehen in der Loipe) begnügen muss. Außerdem ist ein Langlaufkurs, bei dem man die Technik dieser Sportart erlernt, von großem Nutzen. Erst dann kann man den Langlauf-Sport in vollen Zügen genießen. Ausdauer, Kraft und Koordination werden hervorragend geschult. Wie schon öfters erwähnt, muss deshalb vor allem beim Langlaufen mit Diabetes auf den Blutzuckerspiegel achtgegeben werden. Da dieser Sport äußerst anstrengend sein kann, wenn man läuft und nicht geht, sollte bei erstmaliger Ausübung unbedingt regelmäßig eine Kontrolle durchgeführt werden. Der Anfangsspiegel soll bei etwa 150 mg/dl liegen und das SOS-Sport-Set immer mit dabei sein.

Ich habe letzten Winter ein paar schöne Tage genutzt, um langlaufen zu gehen, und bin dabei richtig außer Atem gekommen. Das erste Mal habe ich die Anstrengung total unterschätzt. Obwohl ich davor Blutzucker gemessen und eine Banane gegessen habe, hatte ich nach einer halben Stunde nur noch einen Blutzucker von 72 mg/dl. Ich habe dann natürlich sofort Traubenzucker und einen Müsliriegel gegessen, meine Insulinzufuhr bei meiner Pumpe reduziert und nach einer kurzen Erholungspause war ich wieder fit. Die nächsten Male habe ich, um einen Unterzucker zu vermeiden, zusätzlich meine Insulinzufuhr schon vor dem Langlaufen reduziert. Ich freue mich schon auf die kommende Langlaufsaison!

Tipp der „Insulin Invaders“

Jugendliche mit Diabetes Typ 1 können grundsätzlich jeden Sport ausüben. Bei Diabetes Typ 2 sind vor allem dynamische Sportarten empfehlenswert wie Schwimmen, Laufen, Skilanglauf, Walken, Nordic-Walken, Tanzen oder Wandern. Von Kraftsportarten ist jedoch grundsätzlich abzuraten, vor allem wenn zusätzlich ein hoher Blutdruck vorliegt. Generell sollten Diabetiker, die sich regelmäßig körperlich bewegen wollen, einen erfahrenen Diabetologen aufsuchen, der mögliche Risikofaktoren ausschließt. Notwendig ist außerdem eine ausführliche Schulung – vor allem für Diabetiker, die Insulin spritzen oder blutzuckersenkende Tabletten einnehmen. Denn um eine Hyper- oder Hypoglykämie zu verhindern, musst du deine Blutzuckerwerte auf die aktuellen Belastungen einstellen – entweder indem du ausreichend Zusatz-Kohlenhydrate zuführst oder die Insulindosis entsprechend reduzierst. Sprich auf jeden Fall mit deinem Arzt, wenn du intensiver trainieren möchtest.

„Insulin Invaders“ Christian, Hannah und Claudia

Quelle: Befund Diabetes Österreich 02/2013

08.01.14

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