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Wohin in den Urlaub mit Allergien?

Allergiker, die auf Reisen gehen, sollten bei der Wahl ihres Urlaubsortes und der Reisezeit einiges beachten, damit sie trotz Allergie ihren Urlaub genießen können. Ganz allgemein gilt, dass Herbst und Winter für Pollenallergiker in Europa eine gute Reisezeit sind, denn zu diesem Zeitpunkt blühen in dieser Region i. d. R. keine Pflanzen mehr. Wer bereits jetzt seinen Urlaub für das nächste Frühjahr oder den folgenden Sommer plant, sollte sich für ein Reiseziel entscheiden, wo die Allergenkonzentration (Pollen, Hausstaubmilben) möglichst gering und das Klima für Allergiker besonders günstig ist.

Hausstaubmilben- oder Pollenallergie? Ab in die Berge!

Die Berge sind ein idealer Urlaubsort für Allergiker, denn ab einer Höhe von 1.500 Metern über dem Meeresspiegel ist die Pollenkonzentration i. d. R. geringer – die Blütezeit von Gräsern ist hier nur kurz. Ab einer Höhe von 2.000 Metern fliegen ab dem Monat Juli keine Pollen mehr. Auch die Hausstaubmilbenkonzentration ist ab einer Höhe von 1.500 Metern weitaus geringer als in niedriger liegenden Regionen. Wer in Höhenlagen ab 1.800 Metern Urlaub macht, ist vor ihnen sogar vollkommen sicher. Denn Hausstaubmilben können im Klima, das dort herrscht, nicht überleben.

Der Aufenthalt in Höhen wie 1.500 oder 1.800 Meter bereiten in den meisten Fällen keine Probleme. Sinkt jedoch der Sauerstoffdruck im Blut (arterielle Sauerstoffpartialdruck) unter 55 Millimeter Quecksilbersäule (mm/Hg), kann es zu Atemproblemen kommen. Mit zunehmender Höhe verringert sich dieser Wert bei allen Menschen – allerdings passt sich der Körper nach einer Weile normalerweise wieder an. Jedenfalls, wenn er genügend Zeit bekommt, sich auf die veränderte Höhe einzustellen, etwa weil die Höhenlage in Etappen erreicht wird. Sinnvoll ist es für Asthmatiker, vor dem Urlaub den Arzt zu fragen, wie hoch hinaus sie sich in die Berge wagen dürfen. Bei stabilem Asthma und einer adäquaten medikamentösen Therapie spricht i. d. R. nichts gegen eine Bergtour. Sollte der Arzt zwar den Urlaub in den Bergen befürworten, aber von Bergtouren abraten, gibt es noch die Möglichkeiten zu wandern, ohne dabei viele Höhenmeter zurückzulegen, oder seinen Urlaub an einem der vielen Bergseen zu verbringen.

Urlaub am Meer

Auch ein Urlaub am Meer bietet Pollenallergikern die Möglichkeit, ihren Allergenen zu entkommen. Vor allem auf den ost- und nordfriesischen Inseln und insbesondere auf Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland gibt es kaum Pollen. Auf der Ostseeinsel Rügen weht der Wind ebenfalls oft so kräftig, dass Pollen keine Chance haben, sich in der Luft zu halten. Zudem finden Menschen mit einer Pollenallergie an der Nord- und Ostseeküste oft Erleichterung – die Pollenkonzentration ist hier besonders niedrig, wenn der Wind vom Meer ins Landesinnere weht. Doch selbst bei ablandigem Wind bekommt das Reizklima an der See Menschen mit Heuschnupfen und allergischem Asthma i. d. R. besser als das Klima im Landesinneren. Die sog. Aerosole aus Jod und Salz, die am Meer in der Atemluft enthalten sind, tragen dazu bei, Schleim aus den Atemwegen zu lösen und zu entfernen. Auch Menschen mit Neurodermitis profitieren vom Reizklima. Die Kombination von Salzwasser, Aerosolen und Sonne (auch im Winter) hat oft positive Auswirkungen auf die Hautbeschaffenheit. Hausstauballergikern ist der Aufenthalt am Meer im Sommer bei warmen Temperaturen hingegen weniger zu empfehlen, denn Hausstaubmilben mögen ein feucht-warmes Klima.

Wie sieht es mit Urlaub in anderen Ländern aus?

In anderen Ländern herrschen andere Temperaturen, es wachsen andere Pflanzen und die Blütezeit der Pflanzen unterscheidet sich von der in Deutschland. Deshalb kann es für Menschen mit einer Pollenallergie durchaus sinnvoll sein, zur Hochsaison des eigenen Allergens eine Auslandsreise anzutreten – in ein Land, in dem es entweder die Pollen nicht gibt, gegen die sie allergisch sind, oder aber in dem die Pollensaison bereits vorbei ist oder noch nicht begonnen hat. Auskunft, wo die Pollenbelastung in Europa gerade besonders hoch ist, gibt die Pollenflugvorhersage im Internet und für Deutschland auf der Website der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Die Pollenflugvorhersage für Deutschland lässt sich auch als kostenlose App aufs Handy laden.

Grundsätzlich gilt, dass z. B. an der Atlantikküste meist gute Bedingungen für Pollenallergiker herrschen, denn dort weht der Wind i. d. R. landeinwärts. Ab Juni ist im Allgemeinen in Italien und im Süden Spaniens die Blütezeit der Gräser vorbei, sodass Gräserpollenallergiker dort i. d. R. problemlos Urlaub machen können. Im Norden Europas hingegen blühen die Pflanzen i. d. R. etwas später als in Deutschland, sodass ein Urlaub dort zu Beginn der deutschen Pollenflugzeit sinnvoll sein kann. Und in Island gibt es nur wenige Bäume, sodass Baumpollenallergiker bei einem Aufenthalt dort aufatmen können. Reiseziele in den Tropen und den USA sind für Menschen mit einer Pollenallergie wegen der anderen Vegetation oft ebenfalls günstig. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst warnt jedoch davor, dass eine Sensibilisierung gegen die Pollen dort heimischer Pflanzen stattfinden kann, sodass diese bei einem weiteren Besuch u. U. eine allergische Reaktion hervorrufen können.

Die Reiseunterkunft

Menschen mit Allergien sollten darauf achten, dass auch ihre Unterkunft möglichst allergenarm ist. Das bedeutet z. B., dass es in ihrer Unterkunft Zimmer geben sollte, in denen keine Pflanzen oder nur solche ohne allergenes Potenzial stehen und in denen Haustiere und Rauchen verboten sind. Außerdem sollte das Zimmer mit einem Boden ausgestattet sein, der entweder feucht abgewischt werden kann (und das auch täglich wird) oder der von einem kurzflorigen Teppich bedeckt ist, welcher – wenn möglich – mit Staubsaugern gereinigt wird, die einen HEPA-Filter besitzen. Auch die Gastronomie in der Unterkunft sollte auf die Bedürfnisse von Menschen mit Allergien abgestimmt sein, denn Menschen mit einer Pollenallergie entwickeln im Laufe der Zeit häufig eine sog. Kreuzallergie gegen bestimmte Nahrungsmittel. So sollten die Inhaltsstoffe der Speisen auf Nachfrage genannt werden und es müssen Produkte speziell für Menschen mit Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten zur Verfügung stehen (z. B. laktosefreie Milch). Für Hausstauballergiker kann es wichtig sein, dass die Betten sog. Encasings (milbendichte Bezüge) besitzen und die Räume nicht mit Vorhängen und anderen Staubfängern ausgestattet sind.

Quelle: Allergikus 3/2015

26.10.15

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