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Wenn Wunden schlecht heilen: Die richtige Versorgung

Ein Schnitt im Finger, einmal barfuß auf einen Stein getreten oder mit der Nagelschere geschnitten: Solche Dinge passieren schnell. Was für stoffwechselgesunde Menschen i. d. R. kein größeres Problem darstellt, kann für Menschen mit Diabetes eine langwierige Geschichte werden – mitunter sogar mit dramatischem Ende. Denn sie haben eine gestörte Wundheilung, weshalb Wunden oft chronifizieren. Bei sehr ernstem Verlauf drohen dann sogar Amputationen, so z. B. beim diabetischen Fußsyndrom.

Von einer chronischen Wunde spricht man laut der Leitlinie „Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronische venöse Insuffizienz“, wenn eine Wunde innerhalb von acht Wochen nicht abheilt.

Richtige Versorgung bei gestörter Wundheilung

Chronische Wunden sollten immer von einem Arzt versorgt werden. Menschen mit Diabetes sollten bei Fußwunden ohnehin einen Arzt zurate ziehen, aber auch, wenn andere Wunden nach ein bis zwei Wochen nicht besser werden oder Anzeichen für eine Entzündung auftreten, wie ein roter Rand um die Wunde. Der Arzt wird zunächst eine ausführliche Wundbeurteilung durchführen, d. h., die Wunde in Bezug auf Größe, Fläche, Rand, Umgebung, Geruch, mögliche Flüssigkeitsabsonderungen und Schmerzhaftigkeit beurteilen, und darauf sein Vorgehen abstimmen, damit die Wunde heilen kann.

Ein wichtiger Schritt dabei ist die Wundreinigung. Dabei werden abgestorbenes Gewebe, Blut, Eiter und Fremdkörper soweit entfernt, bis der Arzt auf intaktes Gewebe stößt. Der Patient erhält für diesen Prozess Medikamente gegen die Schmerzen. Durch die Reinigung sollen mögliche Keime in der Wunde eliminiert bzw. reduziert werden und das Entzündungsrisiko gesenkt werden. Die Wunde sollte im Behandlungsverlauf regelmäßig bei Verbandswechseln gereinigt werden.

Nach der Reinigung und ggf. auch Desinfektion wird die Wunde mit einer sterilen Auflage abgedeckt und verbunden. Hierzu stehen verschiedene Produkte zur Auswahl, wie Kompressen, Gaze, Schaumstoffe oder sog. Hydrokolloide. Zudem gibt es Produkte, die bestimmte antiseptische oder antibiotische Wirkstoffe oder Schmerzmittel enthalten. Ziel beim Verbinden der Wunde ist es, ein feuchtes Milieu zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Zudem schützt der Verband vor Verunreinigungen sowie dem Eintritt von Krankheitserregern in die Wunde und nimmt austretendes Wundsekret auf. Der Wundverband muss regelmäßig gewechselt werden, die Wunde wird dabei i. d. R. auch gereinigt, bis sie abgeheilt ist.

Weitere Verfahren in der Wundbehandlung

Neben diesem Vorgehen gibt es noch einige weitere, technische Verfahren, die bei der Behandlung von chronischen Wunden zum Einsatz kommen. Dazu gehören laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG):

  • hyperbare Sauerstofftherapie, bei der die Patienten in einer Kammer sitzen und unter erhöhtem Luftdruck Sauerstoff einatmen
  • Vakuumversiegelungstherapie, bei der das Wundsekret mit einer Pumpe abgesaugt wird
  • Ultraschalltherapie
  • Magnetfeldtherapie, bei der mittels magnetischer Kissen oder Matten schwache elektrische Spannungen im Bereich der Wunde hergestellt werden

Quelle: Befund Diabetes 3/2016

05.12.16

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