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Die richtige Wundversorgung bei Diabetes

Einmal nicht aufgepasst, schon ist es passiert: Eine Wunde zieht man sich schnell zu. Menschen mit Diabetes sollten jedoch besonders achtgeben und die Wunde sorgfältig versorgen oder behandeln lassen, damit sie nicht chronisch wird.

Grundsätzlich gilt: Kleinere Wunden können Menschen mit Diabetes i. d. R. zunächst selbst versorgen. Bei Wunden an den Füßen sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden: Denn gerade bei Menschen mit Diabetes ist die Gefahr groß, dass die Wunde nicht abheilt (chronifiziert) und ein diabetisches Fußsyndrom entsteht.

Was ist bei der Versorgung von akuten, kleineren Wunden zu beachten?

Ganz wichtig dabei ist die Hygiene: Man sollte die Wunde nicht mit den Fingern direkt berühren und wenn möglich Einmalhandschuhe tragen. Wenn Schmutz in der Wunde ist, was häufig bei Schürfwunden der Fall ist, sollte man diese vorsichtig reinigen, am besten mit lauwarmem Leitungswasser. Schnittwunden sollten man hingegen ein wenig bluten lassen, da Keime so gut ausgeschwemmt werden. Splitter und Steinchen, die sich an der Oberfläche befinden, kann man vorsichtig selbst herausziehen, beispielsweise mit einer Pinzette. Sind diese tiefer in die Wunde eingedrungen, sollte das Entfernen besser ein Arzt übernehmen.

Nach der Reinigung muss die Wunde mit einem geeigneten Wunddesinfektionsmittel desinfiziert werden. Hierzu gibt es beispielsweise spezielle Sprays oder jodhaltige Lösungen. Zudem sollte man die Wunde immer von der Wundmitte zum Wundrand hin desinfizieren.

Anschließend sollte man die Wunde abdecken: Hier gibt es verschiedene Wundauflagen, beispielsweise sterile Kompressen, die man auflegen und mit einer elastischen Mullbinde befestigen kann. Spezielle Pflaster und Kompressen mit physiologischer Kochsalzlösung, die die Wunde feucht halten, sind sinnvoll für eine schnellere Abheilung. Kleine Schürfwunden können i. d. R. offen heilen.

Wunden sollten nicht an der frischen Luft abheilen, da sich sonst Bakterien und andere Keime dort einnisten können, betont diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Auch viele Ärzte bevorzugen übrigens heute eine feuchte Wundversorgung anstatt die vor einigen Jahren noch propagierte Einstellung, dass eine Wunde trocken bleiben müsse, um zu heilen. Es gibt mittlerweile spezielle Pflaster bzw. Kompressen zu kaufen, die auf Gelbasis die Wunde feuchthalten und so den Heilungsprozess beschleunigen sollen.

Bei welchen Wunden ist ein Arztbesuch sinnvoll?

Nach der Erstbehandlung heißt es gerade für Menschen mit Diabetes: Die Wunde sollte gut beobachtet werden. Heilt sie gut ab? Oder ist die Umgebung gerötet und warm? Dann sollte man sofort einen Arzt hinzuziehen, auch bei jedem Zweifel, ob die Wunde wirklich heilt. Sofort zum Arzt sollte man bei tiefen Schnittwunden, Stichverletzungen, Brandverletzungen, die Blasen werfen sowie Platzwunden. Insbesondere bei Wunden an den Füßen müssen Diabetiker vorsichtig sein und, falls sich Probleme mit der Heilung ergeben, lieber einmal zuviel als zu wenig beim behandelnden Arzt vorstellig werden.

Behandlung von chronischen Wunden

Von einer chronischen Wunde spricht man, wenn diese nach acht Wochen nicht abgeheilt ist, informiert die S3-Leitlinie „Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronische venöse Insuffizienz“. Hier richtet sich die Behandlung nach dem Schweregrad der Wunde. Wichtig ist auch hier die Wundreinigung und ggf. Abtragung von totem Gewebe, die Schaffung und Erhaltung eines feuchten Wundmilieus und regelmäßige Verbandswechsel.

Quelle: Befund Diabetes 2/2015

03.09.15

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