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Das Wunsch- und Wahlrecht bei einer Rehabilitation

Bevor eine medizinische Rehabilitation angetreten werden kann, muss diese zuvor vom Patienten beantragt werden. Dies sollten Betroffene am besten mit ihrem Arzt besprechen, denn es braucht ein ärztliches Gutachten. Worauf man noch achten sollte, darüber informiert die Deutsche Gesellschaft für medizinische Rehabilitation e. V.

Patienten sollten gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt überlegen, welche Art der Rehabilitation sowie welche Klinik für sie infrage kommen. Die Vordrucke für die Antragstellung kann man über die zuständigen Rehabilitationsträger erhalten, das sind i. d. R. die gesetzlichen Krankenversicherer oder die Rentenversicherung. Diese Einrichtungen haben auch eigene Beratungsdienste, die in Anspruch genommen werden können. Wer eine Rehabilitation im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt braucht, kann sich außerdem an den Sozialdienst im jeweiligen Krankenhaus wenden.

Klinik nach Wahl

Unter bestimmten Voraussetzungen steht es dem Patienten frei, sich die Klinik, in der er die Rehabilitation durchführen möchte, frei auszusuchen. In § 9 des Sozialgesetzbuches IX ist festgelegt, dass der Rehabilitationsträger (also die Renten-, Kranken- oder Unfallversicherung) den berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprechen muss.

Das Gesetz hat das Ziel, die Selbstbestimmung der Patienten zu stärken. Darüber hinaus sollen die Betroffenen die Möglichkeit haben, ihre Rehabilitation so eigenverantwortlich wie möglich zu gestalten und an ihre individuellen Lebensverhältnisse anzupassen. Die Regelung betrifft sämtliche Rehabilitationseinrichtungen, also auch solche, die beispielsweise eine ambulante Rehabilitation anbieten. Wer also erwägt eine Rehabilitation zu beantragen, sollte das bereits bei der Antragstellung bedenken und eine Wunschklinik angeben.

Orientierung an Auswahlkriterien

Antragsteller sollten sich bei der Angabe ihrer Wunschklinik an bestimmten Aspekten orientieren, denn danach müssen sich auch die Kostenträger richten. So muss die ausgewählte Einrichtung aus medizinischer Sicht geeignet für die Behandlung der Erkrankung sein. Darüber hinaus ist es notwendig, dass die Einrichtung von unabhängiger Stelle zertifiziert ist (z. B. nach DIN ISO EN 9001:2000 oder den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) entsprechend). Das garantiert die Einhaltung von den Rehabilitationsträgern anerkannter Qualitätsstandards. Leistungsberechtigte sollten sich außerdem frühzeitig informieren, ob eine Einrichtung auch hinsichtlich der Lage, des Service und der Ausstattung ihren Bedürfnissen entsprechen.

Das Bundesgesundheitsministerium informiert auf seinen Webseiten darüber, dass die Leistungserbringer die Wunscheinrichtung eines Patienten dann berücksichtigen muss, wenn sie neben der medizinischen Eignung und der Zertifizierung als Rehabilitationsklinik auch den Bedürfnissen der Antragsteller hinsichtlich deren Weltanschauung, Alter, familiären Situation, Religion gerecht werden muss.

Die Kostenträger müssen bei ihrer Entscheidung für eine bestimmte Einrichtung auch Kostenfaktoren wie Sparsam- sowie Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Geben Patienten eine Rehabilitationsklinik an, die keinen Vertrag mit den Kostenträgern hat und ist diese teurer, so müssen die Antragsteller die Mehrkosten tragen. Außerdem ist zu beachten, dass diese Wahlfreiheit ausschließlich dann greift, wenn die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Rehabilitation übernehmen. Sie gilt nicht, wenn die Renten- oder Unfallversicherung zahlen soll.

Lehnt der Kostenträger die Wunscheinrichtung ab, muss er dies in Form einer schriftlichen Begründung tun. Dann kann sich eine genauere Überprüfung der Gründe für die Ablehnung lohnen. Denn diese können möglicherweise gemeinsam mit der Klinik ausgeräumt werden. In solchen Fällen sollten die Leistungsberechtigten Widerspruch gegen den Bescheid einlegen.

Quelle: COPD und Asthma 2/2014

20.01.15

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