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Zahnpflege und Mundhygiene bei Diabetes

Da Diabetespatienten anfälliger für Zahnprobleme wie etwa Parodontose sind, sollten sie bei der Mundhygiene besonders aufmerksam und konsequent sein.

Wenn Zähne verloren gehen, so ist das meist auf Parodontose alias Parodontitis, eine bakterielle Entzündung, zurückzuführen, die den Zahnhalteapparat (Parodontium) zerstören kann. Diabetiker müssen besonders achtsam sein, aus zwei gewichtigen Gründen: Erstens, weil erhöhte Blutzuckerwerte die Entstehung von Parodontose vorantreiben können. Und zweitens, weil dauerhafte Parodontitis ihrerseits den Diabetes fördern kann. Es gilt also, der Zahn- und Mundhygiene besondere Aufmerksamkeit zu widmen, mindestens zweimal täglich, morgens und abends.

Zahnbürste

Mittelweiche bzw. mittelharte, abgerundete, dünne Borsten aus Kunststoff sind für Diabetiker gut geeignet, weil zu weiche Bürsten den Belag nicht effektiv entfernen und zu harte Zahnbürsten das Zahnfleisch schädigen. Generell sollte spätestens alle acht Wochen die Bürste erneuert werden. Egal ob man auf Handzahnbürsten oder elektrische Bürsten setzt: Die Putztechnik macht den Unterschied, diese sollte also ausgereift sein. Beim Zähneputzen immer vom Zahnfleisch hin zum Zahn streichen, im 45-Grad-Winkel, mit sanftem Druck. Nicht die Innenflächen und schwer erreichbare Stellen vergessen. Am günstigsten ist es, wenn man sich bei der Mundhygiene ein Ritual aneignet, damit man im wahrsten Sinn des Wortes keinen Zahn auslässt. Geputzt werden sollte mindestens zwei Minuten lang, mindestens zweimal täglich. Wer unsicher ist, ob er richtig putzt, sollte sich das Prozedere in der Zahnarztpraxis zeigen lassen.

Zahnpaste

Zur Vorbeugung gegen Karies und Co. eignen sich fluoridhaltige Zahnpasten. Wer auch die restlichen Inhaltsstoffe im Auge behält, kann noch mehr für seine Mundgesundheit tun: Kamille, Ringelblume, Panthenol oder Allantoin wirken entzündungshemmend. Fenchelöl, Salbei, Minze und Menthol sorgen für frischen Atem. Stichwort Zahnfleischentzündung bzw. freiliegende Zahnhälse: Hier sollte man auf milde Zahnpflege ohne enthaltenes Granulat, Weißmacher etc. setzen, um das Zahnfleisch nicht zusätzlich zu reizen und die Zahnhälse zu schonen.

Zahnseide

Schwer erreichbare Stellen lassen sich oft nur mittels Zahnseide oder kleinen Bürstchen gründlich reinigen. Also sollte – vor oder auch nach der „normalen“ Zahnpflege – vor allem abends zu Zahnseide oder flauschigerem Floss gegriffen werden. Was man dabei wählt, hängt von der Größe des Zahnzwischenraumes ab. Für sehr kleine Zwischenräume eignet sich Zahnseide. Ob man auf die meist gründlicher reinigende ungewachste Version oder auf die leichter gleitende Zahnseide mit Wachsummantelung setzt, ist der Geschicklichkeit überlassen – leichter geht es mit einem Zahnseidenhalter. Wenn die Zahnzwischenräume größer sind bzw. man Brücken, Implantate oder eine festsitzende Zahnspange hat, sollte man Bürstchen oder Floss verwenden.

Mundspülung und Zungenreiniger

Ähnlich wie bei den Zahnpasten empfehlen Experten, auch bei der Mundspülung auf die Inhaltsstoffe zu achten, auch hier sollte Fluorid enthalten sein. Achtung bei Chlorhexidin, das Verfärbungen verursacht. Ebenso wie die Zähne sollte auch die Zunge zweimal täglich mittels Schaber oder Bürstchen (Letzteres mindestens alle drei Monate wechseln) von Belag befreit werden. So kann man auch Mundgeruch bekämpfen.

Kaugummis zur Anregung des Speichelflusses

Speichel kann aggressive Säuren im Mund neutralisieren. Gut für das Zahnfleisch und die Zahngesundheit, weil dadurch etwa auch Karies nicht so leicht entstehen kann. Es gilt also, den Speichelfluss anzuregen. Ganz einfach geht das mit zuckerfreien Kaugummis, die sich nach dem Essen als unterstützendes Element im Mundhygieneritual bewähren. Besonders zahnfreundlich sind Kaugummis, wenn sie Birkenzucker (Xylit) enthalten.

Tipps fürs Zähne putzen

  • Technik: Die Rotationsmethode ist laut dem Online Portal der Apotheken Umschau für Erwachsene nicht geeignet. Besser ist die Fegetechnik, bei der die Zahnbürste leicht schräg am Übergang vom Zahnfleisch zum Zahn angesetzt wird. Dann wird der Zahnbelag mit einer Art Wischbewegung weggefegt, immer von Rot nach Weiß.
  • Dauer: Um die persönliche Putzdauer zu errechnen, sollte man Zahnfärbetabletten verwenden. Sie machen Zahnbeläge sichtbar und sind in der Apotheke erhältlich. Wer richtig und lange genug geputzt hat, sieht keine Verfärbung mehr.
  • Häufigkeit: Wenn ordentlich geputzt wird, reicht es, zweimal täglich die Zähne zu putzen. Auch Zahnseide sollte täglich verwendet werden. Für weiter auseinanderliegende Zahnzwischenräume eignen sich Interdentalbürsten.
  • Vorsorge: Perfekte Zahnpflege kann Karies und Parodontitis vollständig verhindern. Wer zweimal täglich die Zähne putzt und Zahnseide verwendet, kann sich so manche Behandlung beim Zahnarzt sparen.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 1/2015

23.07.15

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