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Zertifizierte Krebszentren

Patienten finden alle Experten unter einem Dach

Seit 2003 gibt es zertifizierte Krebszentren in Deutschland, mittlerweile sind es 1.128. Darunter sind auch 127 gynäkologische Krebszentren und 280 Brustkrebszentren, die vor rund 13 Jahren als erstes zertifiziert wurden. Dr. Simone Wesselmann ist Bereichsleiterin Zertifizierung bei der Deutschen Krebsgesellschaft und betont: „Die Qualität der Behandlung hat sich seit der Einführung der Zertifizierung in vielen Aspekten kontinuierlich verbessert.“

Zu unterscheiden sind dabei die Organkrebszentren, die onkologischen Zentren und die onkologischen Spitzenzentren. „Die Behandlung ist allerdings in jedem zertifizierten Zentrum gleich“, betont Dr. Simone Wesselmann, dass es in der Qualität der Behandlung keine Unterschiede gibt.

Verschiedene Zentren

In den Organkrebszentren werden häufig Krebserkrankungen mit einer hohen Ersterkrankungsrate behandelt. „Dies sind beispielsweise Brustkrebs oder auch Haut- oder Prostatakrebs“, erklärt Dr. Simone Wesselmann. Die zertifizierten onkologischen Zentren behandeln darüber hinaus seltene Tumorerkrankungen, wie etwa Blutkrebs. „Die Expertise für seltene Krebserkrankungen muss gebündelt werden“, erläutert die Bereichsleiterin den Hintergrund. Hinzu kommen die onkologischen Spitzenzentren, die von der Deutschen Krebshilfe ausgelobt werden und die nicht nur Tumorerkrankungen behandeln, sondern auch Forschung und Lehre unter ihrem Dach vereinen.

Allen diesen Zentren ist gemein, dass sie vom ersten bis zum letzten Schritt der notwendigen Behandlung und für jedes Stadium der Erkrankung alle notwendigen Experten zur Verfügung stellen. „Auf diese Weise wird an den Zentren Wissen gebündelt. Zu jeder möglichen Frage steht dort ein Ansprechpartner zur Verfügung“, erläutert Dr. Simone Wesselmann. Das Zentrum sei deshalb nicht nur ein Krankenhaus, sondern bestehe aus einem Netzwerk von Behandlungspartnern. Dies soll so auf der einen Seite vor allem eine Unterstützung für die Patienten sein. „Sie sollen sich so bei ihrer Erkrankung auf dem verwirrenden Feld der Onkologie zurechtfinden und gleichzeitig die Sicherheit haben, dass das zertifizierte Zentrum hohe Qualität bei der Behandlung ihrer Erkrankung erbringt.“

Netzwerk an Behandlern

Auf der anderen Seite sind aber auch die Anforderungen an eine moderne onkologische Behandlung gewachsen. „Es gibt keinen Facharzt mehr, der alle Therapiemöglichkeiten kennen kann. Deshalb ist es notwendig – im Sinne der Patienten –, dass verschiedene Experten zusammenkommen, um den Patienten gemeinsam zu behandeln“, erläutert die Medizinerin. Auf diese Weise werde durch die Zentren die Qualität der Behandlung verbessert.

Damit die Qualität der Zentren erhalten bleibt, müssen diese sich regelmäßig einer Überprüfung der Zertifizierung stellen. Für das erste Zertifikat sind die zu erfüllenden Kriterien genau festgelegt. Und das Interesse der Kliniken an einer Zertifizierung ist groß. „Sie melden sich aktiv bei uns, wenn sie zertifiziert werden wollen“, berichtet Dr. Simone Wesselmann. Insgesamt 200 Auditoren überprüfen dann anhand von festgelegten Kriterien, ob eine Klinik eine Zertifizierung bekommt oder behalten darf. Die Auditoren sind Fachärzte, die selbst in dem Feld, das die begutachten, aktiv klinisch tätig sind. Gynäkologen überprüfen somit z. B. Brustkrebszentren. Die Auditoren entwickeln mit den Zentren vor Ort Maßnahmen, wenn z. B. bestimmte Bereiche im Audit Verbesserungspotenzial zeigen. „Die Kriterien für die Zertifizierung werden gemeinsam in der Zertifizierungskommission erarbeitet. Dort sitzen Mandatsträger aus den Fachgesellschaften“, erläutert die Bereichsleiterin den Ablauf. Die Deutsche Krebsgesellschaft schreibe diese Gesellschaften an, die dann wiederum einen Experten entsenden können. Diese Fachexperten kommen dann einmal im Jahr zusammen, um die Ergebnisse der Zentren zu überprüfen und gemeinsam zu besprechen.

Zertifikat für drei Jahre

Ein Zentrum kann ein Zertifikat immer für die Dauer von drei Jahren verliehen bekommen. „Die Zeit dazwischen wird dann Überwachungszeit genannt“, erklärt Dr. Simone Wesselmann, „in der Zentren ihre Ergebnisse auch darstellen müssen.“ Für diese Dauer von drei Jahren steht einer Einrichtung dann auch der gleiche Auditor zur Verfügung. „Wer sich auskennt, kann gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort Maßnahmen zur Verbesserung entwickeln“, erklärt die Medizinerin den Hintergrund. Anschließend wird die Klinik von einem neuen Auditor begleitet. Es ist allerdings auch möglich, dass ein Krankenhaus seine Zertifizierung verliert. „Und das kommt auch vor“, weist Dr. Simone Wesselmann darauf hin, dass die Fachkommission ihre Aufgabe sehr ernst nimmt.

U. a. muss für eine Zertifizierung eine gewisse Erfahrung des eingesetzten Personals vorliegen, die Fachärzte müssen Fort- und Weiterbildungen besuchen, z. B. in gynäkologischer Onkologie, und die Mediziner müssen eine bestimmte Anzahl an Operationen pro Jahr absolviert haben. „Ein zertifiziertes Zentrum muss darüber hinaus nachweisen, dass ein Sozialarbeiter vor Ort ist und ob ausreichend Patienten in einer Tumorkonferenz gemeinsam besprochen werden“, nennt Dr. Simone Wesselmann weitere Beispiele.

Qualität verbessert

Seit der Einführung der Zertifizierung hat sich so gezeigt, dass die Qualität der Behandlung für die Patienten verbessert werden konnte, was an den jährlich überprüften Kennzahlen deutlich wird. „Eine der großartigsten Verbesserungen, die die Zertifizierung mit sich gebracht hat, ist die Veränderung der Strukturen der Behandlung und die damit verbundene Entstehung von Experten-Netzwerken, die gemeinsam die Patienten mit einer Krebserkrankung behandeln.“

Quelle: Leben? Leben! 2/2016

12.08.16

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