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Zertifizierte MS-Zentren

Für MS-Patienten ist es wichtig, dass sich die behandelnden Ärzte und Therapeuten mit der MS und ihren Begleiterscheinungen auskennen, die im Verlauf der Krankheit auftreten können. Außerdem muss im Bedarfsfall die Möglichkeit bestehen, schnell und gezielt eine interdisziplinäre Therapie anzustoßen. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), hat deshalb bereits im Jahr 2005 ein Zertifikat für Kliniken und Praxen eingeführt, die eine fachgerechte Versorgung und Behandlung bei MS sicherstellen.

Für dieses Zertifikat gelten strenge Vergaberichtlinien, die 2015 angepasst wurden. Die Zertifizierung von Kliniken oder Arztpraxen dient Menschen mit MS als Wegweiser zu einer qualitativ hochwertigen, leitliniengerechten Therapie.

Was Patienten von zertifizierten MS-Zentren erwarten können

Damit eine Praxis oder Klinik von der DMSG zertifiziert wird, muss sie alle zwei Jahre nachweisen, dass sie bestimmte Kriterien erfüllt. Die DMSG unterscheidet dabei zwischen

  • MS-Zentren
  • MS-Schwerpunktzentren
  • und MS-Rehabilitationszentren

In diesen Zentren arbeiten Ärzte und Therapeuten nach den Leitlinien zur Behandlung der MS, unabhängig davon, ob eine Schubtherapie, eine verlaufsmodifizierende Therapie oder eine symptomatische Therapie durchgeführt wird. Zu den Kriterien für die Zertifizierung gehört, dass die Zentren barrierefrei ausgestattet und damit für Menschen mit Behinderungen mühelos erreichbar sind. Die Zentren müssen sich zur Kooperation mit anderen MS-Zentren, z. B. mit Urologen verpflichten, damit Blasenstörungen adäquat behandelt werden können. Ebenfalls verpflichtend ist die Zusammenarbeit mit dem deutschen MS-Register, das u. a. Daten über die Versorgungslage von MS-Patienten sammelt. Aus diesen Daten lassen sich oft Schlüsse ziehen, die die Behandlung von Menschen mit MS verbessern.

Wie unterscheiden sich die zertifizierten Zentren voneinander?

Alle zertifizierten Zentren müssen nachweisen, dass sie mindestens eine bestimmte Anzahl von MS-Patienten im Jahr behandeln. Für zertifizierte MS-Zentren sind das 80, für zertifizierte MS-Schwerpunktzentren 400 und für zertifizierte MS-Rehabilitationszentren 120 an MS Erkrankte im Jahr. Alle Zentren verpflichten sich zur Zusammenarbeit mit der DMSG, z. B. indem sie die DMSG über Forschungsergebnisse informieren. In jedem Zentrum muss mindestens ein Neurologe tätig sein, der wenigstens fünf Jahre Erfahrung in der Behandlung von MS-Patienten mitbringt. Das medizinische Fachpersonal muss eine mindestens zweijährige Erfahrung vorweisen. Alle zertifizierten Kliniken sind verpflichtet, die Krankengeschichte in einer ausführlichen Anamnese aufzunehmen und die Möglichkeit zur Liquordiagnostik und zur Untersuchung mithilfe eines Magnetresonanztomografen (MRT) zu bieten. Außerdem müssen sie gewährleisten, dass Patienten eine auf die MS zugeschnittene Physio- oder Ergotherapie erhalten. Auch den Zugang zu Neuropsychologie, Logopädie und Schlucktraining müssen sie ermöglichen.

Von großer Bedeutung ist auch, dass die Zentren Patientenschulungen bzw. Einzelberatungen zu allen Themen anbieten oder vermitteln, die MS-Kranke betreffen. Dazu zählen etwa Schulungen zu Selbstkatheterismus, Selbstinjektion oder Krankheitsbewältigung. Regelmäßige Fortbildung für Ärzte und medizinisches Personal zu MS-Themen sind aufgrund der ständigen Veränderungen in der Medizin für die Zertifizierung ebenfalls eine Selbstverständlichkeit.

Die Zentren erhalten von der DMSG sowohl eine Urkunde als auch ein Türschild, das sie als zertifiziert ausweist. So können MS-Patienten zertifizierte Zentren auf einen Blick erkennen. Die Richtlinien der DMSG sehen vor, das Zertifikat bei der Überprüfung wieder abzuerkennen, sollte die Klinik oder die Praxis die Voraussetzungen nicht länger erfüllen.

Quelle: Befund MS 3/2017

29.03.18

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