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Das leisten zertifizierte Prostatazentren

Prostatakrebs gehört zu den häufigen Krebsarten in Deutschland. Wer die Diagnose Prostatakrebs erhält, sollte sich für die bestmögliche Therapie entscheiden – am besten in einem zertifizierten Prostatazentrum. Denn diese sind die beste Wahl, wenn man sicher sein möchte, dass die Behandlungsstandards und die Expertise der behandelnden Ärzte regelmäßig überprüft werden. Es gibt zwei Zertifizierungsverfahren von Prostatakrebszentren – nach der Deutschen Krebsgesellschaft sowie nach dem Dachverband der Prostatazentren Deutschland (DVPZ) e. V.

Zertifizierung nach DKG/OnkoZert

Bei der Zertifizierung durch die DKG führt das unabhängige Institut OnkoZert die Zertifizierung durch. Laut des Erhebungsbogen von OnkoZert müssen zertifizierte Prostatakrebszentren leitliniengerecht behandeln und eine gewisse Expertise aufweisen. Diese soll sichergestellt werden, indem das Zentrum mindestens 100 Primärfälle im Jahr behandelt.

Die behandelnden Ärzte kommen regelmäßig in der Tumorkonferenz zusammen, um die einzelnen Patienten und ihre Therapie bzw. den Behandlungsverlauf zu besprechen. In DKG-zertifizierten Prostatazentren finden dafür eine prä- und posttherapeutische Konferenz statt. Die prätherapeutische Konferenz erfolgt mindestens einmal pro Woche mit Fachärzten aus Urologie und Strahlentherapie, um die Behandlung der Patienten zu planen. Für die prätherapeutische Konferenz reicht auch eine Abstimmung per Telefon bzw. Videokonferenz, wenn es jedoch unklare Fälle gibt, müssen die Ärzte persönlich zusammenkommen. Das Ergebnis dieser Konferenz – der Behandlungsplan – wird innerhalb von zehn Arbeitstagen an Einweiser, Patient und jeden von ihm benannten Arzt übersandt.

Zur posttherapeutischen Konferenz kommen die Ärzte mindestens einmal im Monat zusammen. An dieser nehmen Fachärzte aus der Urologie, Strahlentherapie, Hämato-/Onkologie sowie Pathologie teil, u. U. auch Vertreter aus der Psychoonkologie, Sozialarbeit, Pflege, Neurologie, Neurochirurgie, Chirurgie, Schmerztherapie sowie Orthopädie. In diesem Gremium werden alle Primärfälle mit diskussionswürdiger Histologie, alle Rezidive oder metastasierten Patienten sowie mindestens zehn Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom im Jahr vorgestellt. Auch hier werden die getroffenen Entscheidungen schriftlich festgehalten.

In einem DKG-zertifizierten Prostatakrebszentrun bringen sich neben den Medizinern auch Psychoonkologen (dies können Ärzte oder Psychologen mit entsprechender Weiterbildung) und der Sozialdienst ein. Während sich Psychoonkologen um Vorbeugung und Behandlung von psychosozialen Folgeproblemen, die Aktivierung der persönlichen Bewältigungsressourcen sowie den Erhalt der Lebensqualität kümmern, gehört es zu den Aufgaben des Sozialdienstes soziale wirtschaftliche und psychische Notlagen zu identifizieren, medizinische Reha-Maßnahmen einzuleiten, in sozialrechtlichen und wirtschaftlichen Fragen zu beraten und bei Antragsverfahren zu unterstützen.

Zertifizierung nach DVPZ

Auch bei der Zertifizierung durch den Dachverband der Prostatazentren Deutschland (DVPZ) e. V. steht eine hohe Versorgungsqualität und Qualitätssicherung sowie eine leitliniengerechte Behandlung an erster Stelle. So beschreibt der DVPZ auf seiner Webseite: „Die Zertifizierung eines Prostatazentrums bedingt, dass Urologen aus Kliniken mit Radiologen, Strahlentherapeuten, Onkologen und Pathologen gemeinsam mit niedergelassenen Urologen sektor- und ortsübergreifend kooperieren und die Anforderungen des Dachverbandes nachweislich erfüllen. Für die Betroffenen repräsentiert ein Zertifiziertes Prostatazentrum im DVPZ ein überprüfbares Qualitätssiegel.“

Von den inhaltlichen Aspekten ähneln sich die Zertifizierungen, beispielsweise was die interdisziplinären Tumorkonferenzen, Mindestfallzahlen pro Operateur (bei der DVPZ-Zertifizierung ist hingegen keine Mindestfallzahl pro Zentrum notwendig) oder die Psychoonkologie angeht. In DVPZ-Zentren werden darüber hinaus auch Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung und Prostatitis behandelt. Darüber hinaus gibt es in DVPZ-Zentren einheitliche Dokumentationssysteme, eine zentrumsweite Schulung über Zertifikatsinhalte und eine Einbindung der ambulanten Versorgung, informiert der DVPZ.

Wird die Klinik zertifiziert, gilt dieses Zertifikat sowohl nach DKG als auch nach DVPZ für drei Jahre, danach kann sich das Zentrum rezertifizieren lassen. Bei DVPZ-zertifizierten Zentren ist zudem eine Selbstevaluation nach zwölf bzw. 24 Monaten vorgesehen.

Quelle: Befund Krebs 5/2015

14.01.16

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