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Entstehung von Zöliakie

Zöliakie wird durch den Verzehr von glutenhaltigen Nahrungsmitteln wie Weizen, Roggen oder Gerste ausgelöst. Genauer gesagt ist es ein bestimmter Bestandteil des Klebereiweißes, der die Erkrankung auslöst: das Gliadin.

Autoimmunologische Vorgänge zerstören die Darmschleimhaut

Bei Menschen mit genetischer Veranlagung zu Zöliakie bzw. Sprue führen die im Gliadin enthaltenen Proteine Prolin und Glutamin im Dünndarm zu einer komplexen Immunreaktion mit Bildung sog. Autoantikörper. Dabei handelt es sich um Antikörper des körpereigenen Abwehrsystems, die sich gegen gesundes Darmgewebe richten und zu entzündlichen Reaktionen in der Darmschleimhaut führen. Zusätzlich werden Antikörper gegen Gliadin-Bestandteile gebildet.

Die Zöliakie zählt im Gegensatz zur Weizenallergie nicht zu den Nahrungsmittelallergien, sondern zu den Autoimmunkrankheiten: Ein körpereigenes Enzym, die sog. Gewebstransglutaminase, verändert die Bruchstücke von Gluten so, dass der Körper Immunzellen ausschüttet, die schwere Entzündungsreaktionen im Dünndarm auslösen. Durch die Entzündung flachen die Darmzotten, kleine Ausstülpungen der Darmschleimhaut, ab. Da die Resorptionsoberfläche im Dünndarm sinkt, verschlechtert sich die Nährstoffaufnahme. Die Folge ist ein Mangel an bestimmten Nährstoffen wie Eisen, Zink, Vitamin B12 und Kalzium.

Wann tritt eine Zöliakie auf?

Die Zöliakie kann in jedem Lebensalter erstmalig auftreten – besonders häufig manifestiert sie sich jedoch zwischen dem ersten und achten sowie zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr. Seit einigen Jahren verschiebt sich der Krankheitsbeginn vom frühen Kindes- zum höheren Erwachsenenalter. Auch Menschen jenseits der 60 können noch an Zöliakie erkranken.

Als Ursache wird eine genetische Veranlagung angenommen

Wenngleich sich Forscher heute relativ sicher sind, dass eine zugrundeliegende genetische Veranladung (Disposition) zur Entstehung einer Zöliakie führt, konnte bisher kein Gen eindeutig als Auslöser identifiziert werden. Gestärkt wird die Hypothese jedoch dadurch, dass rund 10 % der Menschen mit Zöliakie bzw. Sprue einen Verwandten ersten Grades haben, der ebenfalls an dieser Erkrankung leidet oder eine Sprue ohne Symptomatik hat. Eine hohe Übereinstimmung findet sich auch bei eineiigen Zwillingen: Ist einer der beiden an Zöliakie erkrankt, ist meist auch die Schwester bzw. der Bruder von der Erkrankung betroffen.

Zöliakie ist meist mit bestimmten Histokompatibilitätsantigenen assoziiert

Es besteht derzeit weitestgehend Konsens darüber, dass ein Zusammenhang zwischen Zöliakie bzw. Sprue und dem HLA-System (engl. human leucocyte antigen system) besteht. Diese Proteine, die auch als Histokompatibilitätsantigene bezeichnet werden, befinden sich auf der Oberfläche von Körperzellen und markieren diese als körpereigen. Neun von zehn Patienten haben den HLA-Typ DQ 2 oder DQ 8. Das Gen, das den Bauplan für diese Proteine liefert, sitzt auf dem Chromosom 6.

Rund ein Fünftel der Bevölkerung trägt diesen HLA-Typus in sich. Nur ein geringer Anteil (ca. 2 %) bildet im Laufe seines Lebens jedoch tatsächlich eine Zöliakie bzw. Sprue aus. Daher ist davon auszugehen, dass zu dieser genetischen Veranlagung weitere Faktoren hinzukommen müssen, um die Erkrankung auszulösen.

Antje Habekuß

20.02.14

Entstehung
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