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Zuckerersatzstoffe bei Diabetes

Süßstoff anstatt Zucker? Diese Frage stellen sich viele Diabetiker. Süßstoffe haben gegenüber Zucker Vorteile, was den Anstieg des Blutzuckerspiegels betrifft, zudem können sie, da kalorienfrei, beim Abnehmen helfen. Dennoch sollten sie nur in Maßen genossen werden.

Bei gesunden Menschen bewirkt die Aufnahme von Zucker einen Anstieg des Insulinspiegels, um den erhöhten Blutzuckerwert wieder abzubauen – bei Diabetikern ist genau dieses System gestört bzw. funktioniert nicht mehr. Diabetiker müssen deshalb nicht gänzlich auf Zucker verzichten, auch wenn sich dieses Gerücht immer noch hartnäckig hält. Aber sie sollten den Zuckerkonsum einschränken, als empfehlenswert gilt laut diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe eine Einnahme von 50 Gramm pro Tag, eingerechnet sog. verstecke Zucker, wie der im Obst enthaltende Fruchtzucker. Doch müssen Diabetiker daher auf die meisten Süßigkeiten verzichten? Nicht unbedingt, bieten doch kalorienfreie Süßstoffe die Möglichkeit, ohne Wirkung auf den Blutzuckerspiegel süße Speisen oder Getränke zu konsumieren.

Zuckerersatzstoffe haben dennoch nicht den besten Ruf, stehen sie mitunter im Verdacht, Dickmacher zu sein oder gar Krebs auslösen zu können. Hier kann die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) beruhigen: So habe die amerikanische Diabetes Gesellschaft American Diabetes Association fünf künstliche Süßungsmittel getestet und für unbedenklich erklärt, heißt es von der DDG: Dazu gehören Acesulfam, Aspartam, Saccharin, Sucralose und Neotam. „Es gibt keinerlei belastbare wissenschaftliche Belege, die zeigen, dass diese Süßstoffe in den zum Verzehr empfohlenen Mengen krebsfördernd sind“, erläutert Prof. Dr. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG aus Tübingen. Dies betont auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg: So kamen Gutachter 2013 zu dem Schluss, „dass der Süßstoff Aspartam so, wie es derzeit in der EU verwendet wird, unbedenklich ist. Alle bisher zugelassenen Süßstoffe gelten somit auch weiterhin als gesundheitlich unbedenklich und dürfen bei der Herstellung von Lebensmitteln verwendet werden“, heißt es.

Auch bei weiteren Süßstoff-Sorgen gibt die DDG Entwarnung: „Nach allem, was wir derzeit wissenschaftlich wissen, können weder Zucker noch Süßungsmittel süchtig machen“, sagt Prof. Fritsche. Unabhängig davon sollte jeder darauf achten, nicht mehr als die empfohlenen Mengen Süßstoff zu sich zu nehmen. Und mit Süßstoff gesüßt heißt eben auch nicht zwangsläufig komplett kalorienfrei – solche Speisen sollten also nicht dazu verleiten, das Doppelte zu essen, wie der Diabetes Ratgeber betont: Denn sonst geht die Kiloanzeige auf der Waage schnell nach oben. Insgesamt stuft die Deutsche Gesellschaft für Ernährung derzeit Süßstoffe als hilfreich bei der Gewichtsreduktion ein – wenn man auf die Kalorienmenge achtet, die man insgesamt aufnimmt. Unterscheiden muss man zudem Süßstoffe von sog. Zuckeraustauschstoffen (z. B. Sorbit oder Xylit): Das sind zuckerähnliche Moleküle, die weniger Kalorien enthalten und den Blutzuckerspiegel nur leicht ansteigen lassen, so Diabetes Ratgeber. Des Weiteren gibt es Süßungsmittel wie z. B. Tagatose.

Laut diabetesDE gibt es derzeit folgende Süßstoffe, die in Deutschland zugelassen sind:

  • Acesulfam (E 950), mit einer 200-mal so hohen Süßkraft wie Zucker. Der als gesundheitlich unbedenklich geltende Süßstoff ist nicht nur kalorienfrei, sondern auch hitzestabil.
  • Aspartam (E 951), 200-mal süßer als Zucker, wird in Süßwaren, Softdrinks, Backwaren und Milchprodukten verwendet. Die Süßkraft von Aspartam wird durch Hitze und langes Lagern beeinträchtigt.
  • Cyclamat (E 952), ein synthetisch hergestellter Süßstoff, der 35-mal so süß wie Zucker ist und einen sehr zuckernahen Geschmack hat. Cyclamat enthält keine Kalorien, hat keinerlei Auswirkungen auf den Blutzucker und ist zum Kochen und Backen geeignet.
  • Neohesperidin DC (E959), 400 bis 600-mal süßer als Zucker, mit menthol- bzw. lakritzartigem Beigeschmack, häufig in Getränken oder Kaugummi zu finden.
  • Saccharin (E 954), ältester synthetischer Süßstoff und 500-mal süßer als Zucker, ist gesundheitlich unbedenklich, soweit der empfohlene Höchstwert von fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich nicht überschritten wird. Häufig in diätetischen Lebensmitteln und Getränken zu finden.
  • Stevia (E 960), Stevioglykoside, auch Stevia genannt, mit einer 300-mal so hohen Süßkraft wie Zucker. Für Diabetiker geeignet, da weder Blutzuckerregulation noch Insulinausschüttung beeinflusst werden, doch darf der Konsum von vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschritten werden.
  • Thaumatin (E 957), aus der westafrikanischen Katemefrucht gewonnen und mit einer 3.000-mal so hohen Süßkraft wie Zucker. Nicht gesundheitsschädlich, aber teuer und nur wenig hitzebeständig, konnte sich daher nicht durchsetzen.

Zuckeraustauschstoffe sind im Gegensatz zu Süßstoffen nicht komplett kalorienfrei. Im Vergleich liefern sie aber nur etwa die Hälfte der Kalorien von Zucker. Ihre Süßkraft ist ähnlich wie die des Zuckers. So hat z. B. Xylit nur 2,4 kcal pro Gramm bei gleicher Süßkraft wie Zucker. Erythrit gehört mit etwa 0,2 kcal pro Gramm zu den nahezu kalorienfreien Zuckeraustauschstoffen. Seine Süßkraft beträgt etwa 70 % im Vergleich zu Zucker.

Quelle: Befund Diabetes 2/2014

17.11.14

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