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Zusammenhang: Darmflora und Entstehung von Allergien

Auf dem Jahrestreffen der American Academy of Allergy, Asthma and Immunology (AAAAI) in Houston wurde eine Reihe von Studien vorgestellt, die mit der Langzeitstudie WHEALS (Wayne County Health Environment Allergy and Asthma Longitudinal Study in Detroit) in Zusammenhang stehen. All diese Studien bestätigten, dass das menschliche Mikrobiom, in diesem Fall die Darmflora, Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems hat – vor allem bei Kindern. Zudem deutet vieles darauf hin, dass Stillen die Anzahl von Bakterientypen in der Darmflora sowie deren Vielfalt beeinflusst.

„Das menschliche Mikrobiom ist eine Ansammlung Hunderttausender unterschiedlicher Mikrobenspezies, die in Gesellschaften sowohl in als auch auf dem menschlichen Körper leben. Das Aufkommen neuer Techniken, die uns erlauben, diese Mikroben aufspüren und nachweisen, ohne zuvor eine Kultur anlegen zu müssen, hat zu der Entdeckung geführt, dass die verschiedenen Bereiche des gesunden menschlichen Körpers Mikrobengesellschaften unterschiedlicher Zusammensetzung beherbergt. Dies gewaltige mikrobielle Ökosystem scheint – gemessen am Mausmodell – essenziell für eine angemessene Entwicklung der physiologischen und immunologischen Funktionen zu sein“, so Susan V. Lynch, Ko-Autorin und WHEALS-Forscherin.

An den WHEALS-Studien nahmen insgesamt 298 Kinder unterschiedlicher Abstammung aus dem Großraum Detroit teil. Die Forscher analysierten ihr Stuhlprofil, ihre Blutproben sowie die Beobachtungen ihrer Eltern.

Stillen kann Allergien vorbeugen

Eine Studie ergab einen Zusammenhang zwischen der Darmflora und den regulatorischen T-Zellen. Diese Zellen halten das Immunsystem unter Kontrolle und beugen auf diese Weise der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Allergien und Asthma vor. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Stillen das Darmmikrobiom zu verändern scheint, indem es das Mikrobiom mit Bakterien anreichert, die eine positive Wirkung auf die regulatorischen T-Zellen haben, und die Zahl der Bakterien verringert, die sich negativ auf diese wichtige Gruppe von T-Zellen auswirken.

„Es hat sich bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass Stillen die Vermehrung bestimmter Bakterien (z. B. Bifidobakterien) begünstigt, die traditionell als günstig für die menschliche Gesundheit gelten. Diese Studie weitete diese Erkenntnisse daraufhin aus, dass sie Organismen ermittelt hat, die sowohl durch das Stillen übertragen werden als auch mit einer speziellen Gruppe T-Zellen in Verbindung stehen, die entscheidend für die Allergieprävention sind“, erklärt Susan V. Lynch.

Darmbakterien bei Kindern

Eine weitere Studie machte in der Darmflora gestillter Kinder ein verringertes Auftreten von Lachnospira-Bakterien aus. Diese stehen in Verdacht, in der Kindheit die Gefahr für Tierhaarallergien zu erhöhen. Wiederum eine andere Studie ermittelte komplett unterschiedliche Darmbakterien bei asthmatischen Kindern mit nächtlichen Beschwerden und ohne nächtliche Beschwerden, was darauf hindeutet, dass die Entstehung von Asthma auf unterschiedlichem Wege erfolgt – abhängig vom jeweiligen Asthma-Typ.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass Faktoren wie eine Kaiserschnittgeburt, Bakterien in der kindlichen Umwelt und die Ernährung von Neugeborenen neben anderem eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der kindlichen Darmflora, des Immunsystems und der Anfälligkeit für Allergien spielen“, so Susan V. Lynch.

Quelle: Allergikus 2/2015

03.09.15

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