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Therapie von Krampfadern

Die Therapie von Krampfadern umfasst folgende Säulen:

  • Physikalische Therapie
  • Kompressionstherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Laser-, Radiowellentherapie
  • Verödung (Sklerosierungstherapie)
  • Operation

Abhängig davon, ob ein primäres oder ein sekundäres Krampfadernleiden vorliegt, den Beschwerden der Venenerkrankung (Varikose) und der Art der Krampfadern, wird die Therapiemethode gewählt.

Venenschonende Maßnahmen zur Therapie von Krampfadern

Bevor eine Therapie begonnen wird, können einige Tipps hilfreich sein, neue Krampfadern (medizinisch: Varizen) zu vermeiden oder eine Krampfadern-Therapie zu unterstützen. Die Erkrankung der Venen (Varikose) selbst kann man nicht zur Rückbildung bringen, kann aber der Entstehung neuer Krampfadern vorbeugen. Konsequente Verhaltensänderungen bewirken oft einen Stillstand und kein weiteres Fortschreiten der Erkrankung.

Um der Entstehung von Krampfadern vorzubeugen, ist es sinnvoll, Sport zu treiben, am besten Ausdauersport wie (Nordic-) Walking, Schwimmen, Wandern, Radfahren. Schwimmen wirkt doppelt positiv, da zum einen der ganze Körper bewegt wird und zum anderen durch die Kälte des Wassers der Rückfluss des Blutes zum Herzen gefördert wird.

Ständiges Sitzen oder Stehen dagegen fördern die Muskel-Venen-Pumpe nicht, die das Blut von den Füßen in Richtung Herz pumpt. Vielmehr erlahmt die Pumpe bei stehenden oder sitzenden Tätigkeiten. Kleine Übungen können auch bei sitzender oder stehender Tätigkeit im Berufsleben die Venenpumpe aktivieren: Häufiges Kreisen der Füße oder Strecken und Anziehen der Zehen bzw. Anspannen der Wadenmuskulatur sind vorbeugende Maßnahmen, da durch den Druck der Muskulatur auf die Venen das Blut nach oben gepumpt wird. Auch durch kaltes Abduschen der Beine ziehen sich die Venen zusammen. Dadurch kann mehr Blut durch die Venen in Richtung Herz gepumpt werden.

Sportarten wie Tennis und Badminton schaden den Venen, weil sie durch das abrupte Abbremsen die Bauchpresse aktivieren. Sie presst das Blut zusätzlich zurück in die Venen. Bei Sportarten wie Boxen oder Rudern wird die Bauchmuskulatur gezielt eingesetzt.

Weitere Maßnahmen bei der Therapie von Krampfadern

  • Die Beine so oft als möglich hochlagern
  • Gewichtsreduktion, wenn die Notwendigkeit besteht (z. B. bei Übergewicht oder Adipositas)
  • Einstellung des Rauchens
  • Tragen von Kompressionsstrümpfen – sie drücken gleichmäßig und gezielt die Venen zusammen und unterstützen die Muskel-Venen-Pumpe
  • Vermeiden zu enger Kleidung und einschneidender Strümpfe, denn so staut sich das Blut in den Venen. Dadurch dringt vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe, sodass Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe) gefördert werden

Physikalische Therapie bei Krampfadern

Physikalische Maßnahmen haben das Ziel, durch gezielte Bewegung die Muskel-Venen-Pumpe zu aktivieren. Bewegung regt den Blutstrom in den Venen durch eine Aktivierung der Muskel-Venen-Pumpe an. Durch gezielte Bewegung des Sprunggelenks und Training der Wadenmuskulatur erhöht sich der Druck in den Venen. So verhindern die Venenklappen einen Blutrückstrom in die Füße. Eine zusätzliche Kompressionstherapie (z. B. mittels Kompressionsstrümpfen) erhöht mit gleichzeitigen physikalischen Maßnahmen die Effektivität dieser Methode.

Spezieller Gefäßsport fördert die Muskel-Venen-Pumpe. Hierunter fällt z. B. Venenwalking, das jedoch von professionellen Fachkräften gelehrt werden sollte. Auch kalte Wassergüsse nach Kneipp sind ein bekanntes Mittel zur Vorbeugung und Therapie von Varizen (Krampfadern). Die Venen ziehen sich durch das kalte Wasser zusammen, der Druck in den Venen erhöht sich – in der Folge können die Venen mehr Blut zum Herzen pumpen, während sich weniger Blut in den unteren Gliedmaßen staut.

Kompressionstherapie bei Krampfadern

Zur Vorbeugung und Therapie von Varizen (Krampfadern) haben Stützstrümpfe, in der Fachsprache Kompressionsstrümpfe, vor allem den Zweck, die Spannkraft der Venen zu erhöhen – die Mediziner sprechen von einer Tonisierung der Venen. So verbessert sich die Klappenfunktion und die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöht sich. Durch Stützstrümpfe verringert sich der Querschnitt der Venen. Kompressionsstrümpfe verbessern den venösen Blutfluss, d. h., es fließt mehr Blut durch die Venen. Gleichzeitig wird so verhindert, dass sich Wasser im Gewebe ansammelt, was durch den erhöhten Venendruck gefördert wird. Der Bildung von Ödemen wird vorgebeugt.

Stützstrümpfe sind insbesondere bei leichten bis mittelschweren Beschwerden angezeigt. Sie üben einen gleichmäßigen Druck auf die geschwächten Wände der Venen aus, sodass die Venenklappen wieder dichter schließen und sich vor allem weniger Blut in den Venen anstaut.

Vorraussetzung ist es, dass Stützstrümpfe im Liegen angezogen werden, denn im Stehen versackt bereits vorher zu viel Blut in den Beinen. Es gibt Kompressionsstrümpfe in vier verschiedenen Stärken bzw. Kompressionsklassen. Leichte Kompression, Stützstrümpfe der Klasse I, sind z. B. bei Beinschwellung, leichten Krampfadern und bei einer Schwangerschaftsvarikose (-venenerkrankung) angezeigt; Stützstrümpfe der Klasse IV dagegen bei stark ausgeprägtem Lymphödem (verstärktem Austritt von Lymphflüssigkeit ins Gewebe).

Die Kompressionstherapie stellt nach der Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Krampfadererkrankung die Basistherapie in der Krampfadern Behandlung dar. Sie wird auch nach der Operation von Besenreisern, zur Vorbeugung und Therapie von Blutgerinnseln (Thrombosen) angewandt. Entsprechend der Lage und Ausdehnung der Varizen (Krampfadern) gibt es Oberschenkel-, Waden-, Knie- und Halbschenkelstützstrümpfe.

Werden unsachgemäß Kompressionsbandagen angelegt, können Hautbezirke absterben (der Arzt spricht dann von Hautnekrosen) und Nerven beschädigt werden. Auf Dauer sind angepasste Kompressionstrümpfe wirksamer als Bandagen. Stützstrümpfe sollten im Fachbetrieb oder einer spezialisierten Apotheke angepasst werden. Nicht angewandt werden darf die Kompressionstherapie bei arteriellen Durchblutungsstörungen und Herzinsuffizienz.

Medikamentöse Therapie bei Krampfadern

Es gibt verschiedene Präparate zur inneren und äußeren Anwendung. Medikamente können unterstützend zu einer anderen Therapie wirken. Ein Medikament, das Krampfadern heilen kann, gibt es nicht.

Es gibt generell venenstärkende (venentonisierende) Medikamente, die die Spannkraft der Venen durch eine Aktivierung der Muskeln in der Venenwand erhöhen und damit den Rückfluss des Blutes zum Herzen fördern. Die Venenwand weniger durchlässig machen so genannte Ödemprotectiva. Sie tragen dazu bei, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe schneller abzubauen.

Beachten sollte man jedoch, dass Salben und Cremes zu allergischen Reaktionen der Haut führen können. Deshalb ist eine Verabreichung in Tablettenform geeigneter. Bei venöser Insuffizienz und Thrombosen dürfen Mittel zum Einreiben nicht verwendet werden, da sie zu offenen Geschwüren führen können.

Laser- und Radiowellenbehandlung bei Krampfadern

Die Radiowellentherapie besteht in einer Zerstörung der bindegewebigen Strukturen der Wand einer Vene durch gezielte Gewebeerhitzung unter örtlicher Betäubung. An der Innenseite des Fußknöchels oder in der Kniekehle macht der Arzt einen kleinen Schnitt und führt dann eine dünne Spezialfaser in die veränderte Vene ein. Krampfadern lasern: Durch Laserenergie und die so erreichten hohen Temperaturen von ca. 700 Grad werden die Venenwände dauerhaft geschädigt. Es kommt zu einer Schrumpfung der behandelten Vene und zur Ausbildung eines Verschlusses der Vene.

Die ärztliche Leitlinie führt an, dass die Erfolgsraten, die Nebenwirkungen und die Kosten eher für eine herkömmliche Verödungsbehandlung (Sklerosierungstherapie) sprechen.

Verödungstherapie (Sklerosierungsverfahren)

Unter lokaler Betäubung lassen sich vor allem oberflächliche und dünne Krampfadern (Besenreiser und reticuläre Varizen) veröden. Es wird bei dieser Methode Flüssigkeit oder Schaum in die Vene eingespritzt, um sie zu veröden. Die eingespritzten Mittel führen zu einer Schädigung der venösen Gefäßwand. Bei erfolgreicher Therapie erfolgt eine Umwandlung der gesamten Vene in einen bindegewebigen Strang. Das Ergebnis ist im Optimalfall in seiner Funktion vergleichbar mit einer operativen Entfernung der Vene.

Nicht angewandt werden darf dieses Verfahren nach der AWMF-Leitlinie “Sklerosierungsbehandlung der Varikose” bei bekannter Allergie gegen das Verödungsmittel, schweren Systemerkrankungen, akuten tiefen Beinvenenthrombosen, in der Schwangerschaft, bei längerer Unbeweglichkeit oder Bettlägerigkeit und einer Überfunktion der Schilddrüse. Sind größere Gefäße oder die Verbindungsvenen zwischen den oberflächlichen und den tiefen Beinvenen (Perforansvenen) verschlossen, kann eine Verödung (Sklerosierungsbehandlung) nicht angewandt werden. Grund hierfür ist das Risiko, die Blutabflusswege in die tieferen Gefäße zu schädigen. Sollte diese Methode trotzdem notwendig sein, hat sich eine unter Duplexsonografie kontrollierte Verabreichung bewährt.

Operation als Therapie bei Krampfadern

Wenn die tiefen Beinvenen durchlässig sind, verspricht die operative Therapie von Krampfadern bei einem primären Krampfadernleiden (angeborene bzw. vererbte Venenerkrankung) nach der Leitlinie den meisten Erfolg.

Bei einem ausgeprägten Krampfadernleiden mit entsprechenden Beschwerden ist die Operation die Methode der Wahl.

Folgende Techniken werden angewandt:

  • Krossektomie – Alle Venenäste werden an der Krosse (erweiterter Übergang von den oberflächlichen zu den tiefen Venen, in der Leiste) unterbunden.
  • Venenstripping – Entfernung der gesamten Krampfader. Die Vene wird mithilfe eines Drahtes, der von der Innenseite des Knöchels durch die Vene bis zur Leiste führt, herausgezogen. Gesunde Venen sollen erhalten bleiben.
  • Bei der Perforansligatur wird über jeder veränderten Verbindungsvene zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem ein kleiner Schnitt gemacht. Entweder wird die Krampfader abgebunden und innerhalb mehrerer Monate vom Körper abgebaut oder aber sie wird direkt herausgezogen.

Prognose

Abhängig von dem Fortschreiten der Erkrankung der Vene, bei einer bereits eingeleiteten Therapie mit rechtzeitiger Einleitung von Anschlussbehandlungen und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, sind langfristige Erfolge einer Krampfader-Therapie zu verzeichnen.

Nach der Leitlinie schneiden operative Verfahren bezüglich der Langzeitergebnisse besser ab als Verödungsverfahren. Auch die Lebensqualität der Operierten verbessert sich nach einer Krampfadern-Operation deutlich – diese Tatsache ist zumindest für bis zu zwei Jahren belegt. In einer rückblickenden Analyse wurde laut Leitlinie auch über eine länger anhaltende Verbesserung der Lebensqualität berichtet.

Birgit Lindner

21.01.15