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Zertifizierte Brustzentren: Die Zufriedenheit der Patientinnen zählt

Die Zertifizierung von Brustzentren in Deutschland feiert zehnten Geburtstag. Seit Juni 2011 gibt es in Deutschland 207 zertifizierte Brustzentren mit 265 Standorten. Viele Ersterkrankte werden in einem Brustzentrum behandelt, das von der Deutschen Krebsgesellschaft überprüft wurde. Diese Daten wurden von Dr. Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft vorgestellt.

Neben der Einführung von Strukturqualität mit Zentrenbildung und Mammographie-Screening sowie der Definition von Prozessen durch die Leitlinien, die die ständigen Optimierungen in Prävention, Diagnostik und Therapie beim frühen und metastasierten Mammakarzinom berücksichtigen, ist es jetzt die Aufgabe aller, die Ergebnisqualität zu steigern.

Also zu beweisen, dass durch all diese Maßnahmen die Mortalitätsrate ( = Sterblichkeitsrate) der Brustkrebspatientinnen im Verlauf der letzten zehn Jahre gesenkt wurde. Hierzu verdichten sich die Hinweise aus einzelnen Zentren, die bereits mit Beginn der Zertifizierung sog. Follow-up-Daten erhoben haben (d. h. jährliche Erhebung der Rezidiv- und Überlebensrate der im Zentrum erstbehandelten bzw. operierten Patientin) und diese nach mindestens fünf Jahren Nachbeobachtung veröffentlichen.

Die aktuelle Fachdiskussion läuft v. a. darüber, wie nach Jahren der Etablierung von zertifizierten Brustzentren nun transparent und ohne Mehraufwand diese Ergebnisdaten erhoben und dargestellt werden können, da wir in Deutschland immer noch keine (einheitlichen) Krebsregister führen. Hier sind alle, v. a. auch die Patientinnen aufgefordert, diese Nacherhebungen in ihrem Brustzentrum bzw. bei ihrem Frauenarzt/ihrer Frauenärztin zu unterstützen und die Veröffentlichung und Finanzierung dieser Daten für jedes einzelne Zentrum auch auf der politischen Ebene einzufordern.

Nur die Beweisführung eines verbesserten Überlebens der Brustkrebspatientinnen mit einer entsprechenden Lebensqualität durch die Behandlung in einer lückenlosen Behandlungskette in einem zertifizierten Brustzentrum rechtfertigt den sehr hohen, interdisziplinären, sektorübergreifenden und von hohem Engagement des Brustzentrum-Teams getragenen Aufwand.

Im Rahmen einer Arbeitssitzung aller Leiter zertifizierter Brustzentren in Deutschland wurde dieser zunehmende Aufwand gegen den erwarteten Nutzen für die Patientin als Phase der Konsolidierung im Rahmen der Zertifizierungen definiert. Denn Brustzentren sind die am weitesten entwickelten Organzentren in der Onkologie in Deutschland.

Warum sollte sich die Patientin also für ein zertifiziertes Brustzentrum bei der Behandlung entscheiden?

Weil nur hier externe Gutachter durch jährliche Audits und Vergleiche mit anderen Zentren anhand eines definierten Anforderungskatalogs prüfen, dass eine ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Organisationsstrukturen und eine frühestmögliche Einführung besserer Behandlungsmöglichkeiten, eine ständige Weiterqualifikation des gesamten Behandlungsteams sowie eine flächendeckend gleich gute Behandlungsqualität in Deutschland angeboten werden. Vorgaben wie z. B. eine Zahl von mindestens 150 Operationen beim primären Mammakarzinom und zur Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Disziplinen konkretisieren diese Ansprüche.

Dies verspricht Ihnen nicht (nur) der Leiter des Brustzentrums oder eine Empfehlung im Umfeld, sondern dies bestätigt die Deutsche Krebsgesellschaft nach kritischer Prüfung mit dem Zertifikat. Und dies unter einer zunehmenden Berücksichtigung von Verbesserungspotenzialen, die durch Patientinnen definiert werden (z. B. durch die jährlichen Patientinnenbefragungen) – offene Kritik durch die Betroffenen, sei es hinsichtlich von Problemen oder auch positiv hinsichtlich der Zufriedenheit, spielt also eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung der Brustzentren.

Wir fordern die Patientinnen auf, diese Qualität in den Strukturen, in den Prozessen und im Ergebnis der Behandlungskette einzufordern und bei Zweifel an der Leistung einer Klinik auch eine Zweitmeinung einzuholen. Brustkrebs ist kein Notfall, aber eine möglicherweise lebensbedrohliche Erkrankung, die deutschlandweit für alle Betroffenen mit den besten uns zur Verfügung stehenden Methoden und in einem Spitzen-Team behandelt werden muss.

Quelle: LL 3/2011

20.09.11