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Diagnose

Eigentlich handelt es sich bei der Diagnose einer Reizblase eher um eine Ausschlussdiagnose, nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild. Für ständigen Harndrang, dem Hauptsymptom einer Reizblase, gibt es zahlreiche Ursachen. Auch organische Probleme, wie Entzündungen der Harnwege, kommen in Betracht, wenn der Patient über häufiges Wasserlassen klagt. Für die Diagnose einer Reizblase fehlen allerdings die Begleiterscheinungen. Bei der häufigsten Form der Reizblase, der sekundären Reizblase, lässt sich eine eindeutige Ursache meist nicht erkennen. Durch eine gezielte Fragestellung kann der Arzt während der Anamnese bereits sichten, ob es sich um ein organisches Problem seines Patienten handelt, oder eine Reizblase. Fragen zur Dauer der Probleme, zu eventuellen Schmerzen, Stress, Begleiterkrankungen oder einem möglichen Vorkommen innerhalb der Familie lassen eine erste Vermutung, dass es sich um eine „echte“ Reizblase handeln könnte, bereits zu.

Untersuchungen zur Diagnose einer Reizblase

Der nächste Schritt bei der Diagnose einer Reizblase, der auf die Anamnese folgt, ist in der Regel eine Urinuntersuchung. Mithilfe einer Urinprobe kann der Arzt herausfinden, ob es sich bei den geschilderten Symptomen um eine mögliche Infektion der Blase handelt. Im Urin des Patienten finden sich dann Nitrit-, eventuell sogar Blutbeimengungen. Um die Diagnose einer Reizblase stellen zu können und mögliche Harn- oder Blasensteinen sowie andere organische Veränderungen oder Einengungen an Harnwegen, Harnleitern und Nieren ausschließen zu können, folgt nach der Urinprobe zumeist eine Ultraschalluntersuchung. Diese kann in den meisten Fällen nicht vom Hausarzt durchgeführt werden und erfolgt bei einem Facharzt für Urologie.

Die Ultraschalluntersuchung gibt dem Arzt ebenfalls Aufschluss darüber, ab welcher Menge ein Harndrang ausgelöst wird – bei einer Reizblase ist das schon meist bei wenigen Millilitern der Fall. Ergänzend dazu gibt es bei der Diagnose einer Reizblase noch die Möglichkeit einer Blasenspiegelung, die ebenfalls vom Urologen durchgeführt werden kann, wenn der Verdacht auf eine tumoröse Erkrankung vorliegt. Hierzu wird, unter lokaler Betäubung, ein optisches Instrument durch die Harnröhre bis in die Blase vorgeschoben, um dem Arzt entsprechend aufschlussgebendes Bildmaterial und ggf. Gewebeproben von den Harnorganen zu liefern. Ein ebenfalls mögliches, allerdings recht aufwendiges Testverfahren ist die sogenannte Blasendruckmessung (Zystomanometrie), bei der Elektroden in Blase und After Auskunft über das Fassungsvermögen der Blase geben. Die Diagnosemöglichkeiten der Reizblase werden hierbei so ausgeschöpft, wie sie für eine sichere Diagnose nötig sind, um den Patienten so weit wie möglich zu schonen. Oft genügt bereits die Befragung des Patienten zusammen mit einem Urintest und einer Ultraschalluntersuchung, damit der Arzt die Diagnose Reizblase stellen kann.

Andere Diagnosekomponenten für eine Reizblase

Um zu klären, ob es sich tatsächlich um eine Reizblase handelt, sollten Harnwegsinfekte zunächst ausgeschlossen werden. Bei Frauen ist zudem zu klären, ob es sich um einen möglichen Gebärmuttervorfall handelt, bei Männern sollten Erkrankungen der Prostata ausgeschlossen werden. Diese Erkrankungen können nämlich Beschwerden verursachen, die den Symptomen einer Reizblase sehr ähnlich sind. Für den Arzt ist es zur Diagnosestellung einer Reizblase zudem sehr wichtig zu wissen, unter welchen Umständen die Symptome beim Patienten auftreten. Ein sogenanntes Miktionstagebuch kann hierfür hilfreich sein. In diesem Tagebuch werden, neben den zu sich genommenen Mahlzeiten und Getränken, auch die Umstände notiert, in denen der Harndrang auftritt. Nach einiger Zeit lassen sich so nicht nur für den Arzt bestimmte Muster erkennen, sondern auch für den Betroffenen selbst. Das Miktionstagebuch kann somit einen wertvollen Wegweiser im Rahmen der Diagnose einer Reizblase darstellen und kann darüber hinaus auch für die spätere Therapie sinnvoll eingesetzt werden.

Diagnose Reizblase nur bei Frauen?

Die Reizblase ist keineswegs, wie häufig angenommen, eine rein auf die Frau bezogene Problematik, allerdings sind Frauen häufiger von einer Reizblase betroffen als Männer oder Kinder. Bei Kindern kommt eine Reizblase relativ selten vor. Probleme beim Wasserlassen haben bei Kindern oftmals einen anderen Hintergrund, etwa seelische Probleme oder Aufregung. Die meisten Erkrankungen treten im Alter zwischen 30 bis 50 Jahren auf, vor dem 30. Lebensjahr sind dabei wesentlich mehr Frauen als Männer betroffen. Insgesamt wird von einer Größe zwischen 3 und 5 Millionen Reizblasenpatienten ausgegangen. Die tatsächliche Zahl der Betroffenen mit Reizblase dürfte jedoch deutlich über diesem Wert liegen, da es bei dieser Erkrankung eine recht hohe Dunkelziffer gibt. Aus Schamgefühl wird der Weg zum Arzt in vielen Fällen gemieden und das Leiden unnötig ertragen, obwohl eine Therapie in der Regel sehr gut und schnell greift.

Judith Schomaker

25.05.12

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