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Lipidpneumonie

Eine seltene Erkrankung

Die Lipidpneumonie wird auch Fettpneumonie oder „fettige Lungenentzündung“ genannt und kommt nur sehr selten vor. Die Erkrankung entsteht durch eine Ablagerung von innerlich entstandenen oder von außen eindringenden chemisch verschiedenartigen Substanzen, die dann entzündliche Reaktionen verursachen.

Diese Entzündungen sind lokale und systemische Reaktionen eines biologischen Systems auf einen inneren oder äußeren Reiz, der die natürlichen Abläufe, den normalen Lebensvorgängen entsprechend, gefährdet. Durch eine Entzündung wird der schädigende Reiz beseitigt und die Voraussetzung für eine Heilung geschaffen. Die Entzündungsreaktion ist ein komplexer Prozess und eine Reaktion des Immunsystems auf die Konfrontation des Körpers mit Substanzen, an die sich Antikörper oder bestimmte Leukozyten binden. Ihre Hauptaufgabe besteht in der gezielten Abwehr von Fremdstoffen und Infektionserregern.

Wie kommt es zu einer Lipidpneumonie?

Solche Fremdstoffe, beispielsweise sog. exogene Lipide wie z. B. pflanzliche, tierische oder mineralöl-basierte Öle und Fette, können sich durch die dauerhafte oder falsche Anwendung fetthaltiger Mittel, wie sie u. a. auch in Mundsprays, Nasentropfen oder Abführmitteln vorkommen, in der Lunge ablagern. Auch die Exposition solcher Substanzen im Beruf kann das Risiko einer Lipidpneumonie erhöhen.

Paraffin löst beispielsweise in den Atemwegen nur wenig Hustenreiz aus. Husten ist aber ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers, um die Atemwege von Fremdkörpern zu befreien. Durch das Fehlen des Hustenreizes kann die Substanz z. T. leicht bis in die Lungenbläschen vordringen.

Auch Menschen mit erhöhten Blutfettwerten oder Sodbrennen können Risikopatienten für eine Lipidpneumonie sein. Beispielsweise können beim Sodbrennen fettige Substanzen aus dem Magen durch saures Aufstoßen bis in die Lungenbläschen vordringen. Auch Lungenerkrankungen können zu Ablagerungen des Cholesterins in der Lunge führen. Zunächst sollten die Grunderkrankungen behandelt werden.

Lipidpneumonie führt zunächst bei vielen Betroffenen zu keinerlei oder aber zu unspezifischen Beschwerden. Aus diesem Grund bleibt die Erkrankung oft lange Zeit unerkannt und wird häufig nur durch Zufall entdeckt. Symptome für eine Lipidpneumonie können u. a. Husten, leichtes Fieber, Brustschmerzen oder Atemnot sein. Der Körper kann die Fette und Öle in der Lunge nur sehr langsam abbauen. Zur Diagnose einer Lipidpneumonie kann ein Lungenfunktionstest, eine Lungenspiegelung bzw. -biopsie oder eine Computertomographie erfolgen.

Wird eine Lipidpneumonie nicht behandelt, können zusätzliche Entzündungen der Bronchien oder Infektionen mit Bakterien und Pilzen entstehen.

Eine durch exogene Lipide hervorgerufene Lipidpneumonie kann sich bei leichtem Verlauf durch Vermeidung der schädlichen Substanzen wieder bessern. Die Lungenschäden können sich u. U. durch körpereigenen Abbau der Fremdstoffe langsam zurückbilden, dies ist allerdings nur möglich, wenn systematisch die schädigende Ursache der Lipidpneumonie beseitigt wird. Weitere Therapiemaßnahmen können je nach Ursache und Verlauf der Lipidpneumonie u. U. beispielsweise die Gabe von Sauerstoff oder oralen Glukokortikoiden sein.

Das Risiko für eine Lipidpneumonie sinkt, wenn fetthaltige Substanzen oder ein Ereignis (Noxe), das dem biologischen Organismus Schäden zufügt, gezielt und beständig vermieden wird.

Quelle: COPD und Asthma 1/2013

12.06.13

Lipidpneumonie