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Die molekularbiologische Therapie

Noch relativ jung im Kampf gegen den Krebs ist die molekularbiologische Therapie, die auch gezielte Krebstherapie genannt wird. Die herkömmliche Chemotherapie besteht aus einem Cocktail von Wirkstoffen, die leider auch gesunde Zellen angreifen. In der molekularbiologischen Therapie hingegen werden sehr spezielle Wirkstoffe eingesetzt, die zielgerichtet ausschließlich die Krebszellen angreifen und zerstören.

Grundsätzlich stellt die molekularbiologische Therapie eine wesentlich geringere Belastung für den Organismus dar als die herkömmliche Chemotherapie. Möglich ist die Differenzierung und die Zielrichtung der eingesetzten Wirkstoffe gegen Krebszellen durch bestimmte Eigenschaften der kranken Zellen, die bei gesunden Zellen nicht vorkommen. Diese Eigenschaften werden von den eingesetzten Wirkstoffen erkannt und angegriffen. Die molekularbiologische Therapie kann noch nicht als Therapie gegen alle Krebsarten eingesetzt werden und leider auch nicht bei jedem Patienten. Bei Brustkrebs ist sie in einigen Fällen durchaus möglich und stellt dann u. U. eine Alternative zur Chemotherapie dar. Einige Wirkstoffe können bereits aktiv Anwendung finden, andere Wirkstoffe der molekularbiologischen Therapie befinden sich noch in der Forschung und Entwicklung.

Zur Bekämpfung von Brustkrebs gibt es inzwischen drei molekularbiologische Therapieformen:

  • Rezeptorenblocker, die das Tumorzellwachstum hemmen
  • Störung der Signalübertragung zur Hemmung des Tumorzellwachstums
  • Wachstumshemmung der den Tumor versorgenden Gefäße

Die Signalwege und die biochemischen Vorgänge in der Krebszelle bei Brustkrebs sind in der Krebsforschung bereits weitgehend erforscht. Der Wirkstoff Trastuzumab z. B. blockiert die Wirkung des Botenstoffs, welcher das Wachstum der Tumorzellen fördert. Ob und wie schnell das Medikament tatsächlich wirken kann, hängt jedoch vom Tumorgewebe ab, welches vorher feingeweblich auf sog. Her2-Rezeptoren untersucht werden muss. Wenn der Rezeptor deutlich nachweisbar ist, kann die Therapie mit dem Wirkstoff stattfinden. Im anderen Fall hat die Therapie leider keinen Nutzen für die erkrankte Frau.

Verabreicht werden die Antikörper in der Regel in Form einer Infusion etwa einmal in der Woche oder auch mit längeren Behandlungspausen zwischen den einzelnen Vergaben. Grundsätzlich kann die Antikörpertherapie auch ergänzend zur Chemotherapie verabreicht werden. Kommt es trotz Chemotherapie zu weiterem Krebszellenwachstum, so muss die Chemotherapie irgendwann beendet werden, weil sie zu belastend für den Körper ist.

In diesem Fall kann die Antikörpertherapie alleinige Anwendung finden. Möglicherweise kann sie die Krebszellen nicht vollends zerstören, weil die Rezeptoren nicht ausreichend vorhanden sind, aber sie verlangsamt das Wachstum und verlängert somit die Lebenszeit der Patientin.

Ganz ohne Nebenwirkungen verläuft leider auch die molekularbiologische Therapie nicht, denn der eingesetzte Wirkstoff greift – wie es auch bei der Chemotherapie der Fall ist – Zellen an, auch wenn er im Unterschied zur Chemotherapie ausschließlich gegen bösartige Zelleigenschaften vorgeht. Patientinnen klagen z. B. über Schüttelfrost und Übelkeit mit Erbrechen, über Durchfall, Kopfschmerzen und Fieber. Meist jedoch lassen die Nebenwirkungen relativ schnell nach und sie können darüber hinaus mit entsprechenden Medikamenten bekämpft werden.

Eine besondere Nebenwirkung sind Beeinträchtigungen der Herzfunktion, die auftreten können, aber nicht zwangsläufig auftreten müssen. HER2-Rezeptoren finden sich auch auf den Herzmuskelzellen und werden vom gegen die Krebszellen eingesetzten Wirkstoff in diesem Fall ebenso angegriffen wie die Tumorzellen. Die molekularbiologische Therapie muss von daher strikt ärztlich überwacht werden und kann aus diesem Grund nur stationär Anwendung finden.

Die molekularbiologische Therapie befindet sich in weiterführender Forschung und Entwicklung. Sie stellt einen neuen Therapieansatz dar, kann aber leider noch nicht umfassend im Kampf gegen den Krebs eingesetzt werden, da noch nicht alle Rezeptoren ausreichend erforscht sind.

Monika Celik

03.02.11

Molekularbiologie

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