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Psoriasis und Psyche

Wer an Psoriasis leidet, ärgert sich nicht selten über die Halbwahrheiten, die gerne verbreitet werden. Viele Menschen sind der Meinung, von Psoriasis Betroffene hätten eine besonders empfindliche Psyche und ein akuter Schub sei auf seelischen Stress zurückzuführen. Hierbei handelt es sich tatsächlich um eine Halbwahrheit.

Psoriasis und Psyche können allerdings eine Art Kreislauf von Wechselwirkungen bilden. Die meisten Betroffenen fühlen sich während eines akuten Schubs selbstverständlich nicht wohl. Die Haut juckt und bereitet manchmal sogar Schmerzen, die Pflege der betroffenen Stellen ist relativ aufwendig, viele Betroffene müssen sogar Medikamente einnehmen, die durchaus Nebenwirkungen mit sich bringen können. Hinzu kommt natürlich das Bewusstsein des Erkrankten, dass die betroffenen Hautstellen keinen schönen Anblick darstellen. Ein akuter Schub kann durchaus Depressionen oder zumindest Verstimmungen auslösen.
Nun stellt sich natürlich die spannende Frage, ob seelischer Stress umgekehrt auch einen Schub von Psoriasis auslösen kann?

Die Antwort ist recht einfach: ja, das ist möglich. Aber ein akuter Schub ist nicht zwangsläufig das Ergebnis von psychischem Stress. Letztlich ist psychischer Stress niemals gesund und kann alles Mögliche auslösen, mit der Betonung auf „kann“. Menschen, die an Psoriasis leiden sind nicht mehr oder weniger psychisch belastbar als andere. Mit psychischem Stress werden die meisten Betroffenen sehr gut fertig.

Viele haben auch mithilfe von Yoga oder Autogenem Training Entspannungstechniken erlernt, um Stresssituationen gut überwinden zu können. Nur sehr selten wird ein akuter Schub durch psychischen Stress ausgelöst – allerdings kann ein Schub sehr viel heftiger ausfallen und schneller voranschreiten, wenn der Patient zur gleichen Zeit psychischem Stress ausgesetzt ist.
Was jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, ist die Tatsache, dass Menschen, die an Hautkrankheiten leiden wie Psoriasis oder schweren Formen von Neurodermitis, häufig an Depressionen und Verstimmungen leiden. Nicht selten ist auch das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigt. Viele Betroffene tragen auch an warmen Tagen langärmelige Blusen, Hemden oder Shirts und lange Hosen – sie mögen die erkrankten Hautstellen nicht den Blicken der Umwelt aussetzen, denn viele Menschen reagieren recht brutal auf den Anblick von Schuppenflechte, und sei es nur durch Mimik. Fast automatisch ergibt sich dadurch bei einigen Betroffenen auch ein psychologisches Problem.

Eine Psychotherapie kann in diesen Fällen sehr hilfreich sein. Psoriasis ist behandelbar, aber nicht heilbar, also müssen die Betroffenen einen Weg finden, mit der Erkrankung umzugehen. Gute psychologische Arbeit wird diesbezüglich in Kurkliniken im Rahmen einer Kur geleistet. Auch das Mitwirken in einer Selbsthilfegruppe kann sich sehr positiv auf die Psyche auswirken.
Sehr kontraproduktiv ist Resignation. Wer angesichts des Krankheitsbildes resigniert, riskiert in der Tat ein Abrutschen in eine schwere Depression. Ein positiver Umgang mit der Erkrankung ist von daher notwendig: akzeptieren, Gesprächsangebote annehmen, Austausch mit anderen Betroffenen, sich selbst ein intaktes, soziales Umfeld schaffen. Fachärzte und Psychologen sprechen hier von „positiver Krankheitsbewältigung“.

Patienten, die an Psoriasis leiden und spüren, dass sie psychisch mit ihrer Erkrankung nicht gut zurechtkommen, sollten sämtliche Hilfsangebote annehmen, die möglich sind. Eine Psychotherapie kann sehr hilfreich sein, die Lebensqualität positiv beeinflussen – und Lebensqualität ist unbezahlbar.

10.03.11

Psoriasis und Psyche

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