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COPD im Sommer

Laut Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin erhöhen sommerliche Hitzewellen das tägliche Sterberisiko bei Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen um bis zu 14 %, bei längeren Hitzewellen um bis zu 43 %.

Insbesondere Temperaturen über 25 °C wirken sich negativ auf das Wohlbefinden, den Krankheitsverlauf sowie die Belastbarkeit aus. Grund hierfür ist, dass der Körper Wärme sowohl über die Haut, als auch über die Lunge abgibt, wodurch sich die Atemfrequenz etwas erhöht. Bei COPD-Erkrankten mit stark geschädigter Lunge ist das Abatmen der Wärme über die Lunge jedoch nur noch eingeschränkt möglich.

Lungenpatienten in Großstädten besonders betroffen

Bei Asthmabetroffenen und Menschen mit einer Pollenallergie wirkt sich neben dem Pollenflug und der Hitzebelastung zudem die Luftverschmutzung in der Innenstadt negativ auf die Gesundheit aus. Bei sommerlichen Temperaturen leiden insbesondere lungenkranke Menschen, die in Großstädten leben. Denn in Städten, die dicht bebaut sind, können Wärmeinseln entstehen. Dort wird die sommerliche Hitze verstärkt und nachts kühlt es nicht richtig ab. Dabei kann es in der Stadt zwischen 5 und 11 °C wärmer sein als auf dem Land. Eine solche Wärmeinsel ist beispielsweise der Alexanderplatz in Berlin, der Tiergarten dagegen ist kühler. Demnach ist auch der Wohnort für Lungenpatienten wichtig.

Exazerbationen im Sommer

Bei einer Exazerbation verschlechtert sich die Lungenfunktion plötzlich und die COPD-Beschwerden werden schlimmer. COPD-Betroffene leiden häufig unter Atemnot, Husten oder Schleimbildung. Nicht selten wird ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Besonders häufig treten solche Exazerbationen nicht nur im Winter, sondern auch an heißen Tagen im Sommer auf. „Durch die Zunahme von Hitzewellen und -tagen kommt es zusätzlich auch im Sommer zu einem Anstieg der Exazerbationen“, so Prof. Christian Witt, Berlin.

Tipps für heiße Tage

  • Viel trinken: Geeignet sind Mineralwasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Nicht geeignet sind alkoholische, zuckerhaltige oder koffeinhaltige Getränke. Die Getränke sollten dabei am besten nicht kalt sein, um den Kreislauf nicht zu belasten.
  • Wenige und luftige Kleidung tragen: Weite Kleidungsstücke aus Baumwolle, Leinen oder Seide sind besser als enge Hosen, Röcke oder Oberteile.
  • Anstrengung vermeiden: Hier empfiehlt es sich, während der Mittagszeit zu Hause zu bleiben. Anstrengende Arbeiten, der tägliche Spaziergang, Atemübungen oder Besorgungen sollten Atemwegs-Erkrankte besser morgens oder abends erledigen, wenn es kühler ist.
  • Haus kühl halten: An heißen Tagen ist es sinnvoll, morgens zu lüften und anschließend Fenster zu schließen und Rollläden, Jalousien und Markisen herunter zu lassen. Nicht benutzte Elektrogeräte sollten an solchen Tagen ausgeschaltet werden.
  • Sich abkühlen. Hier eignen sich kühle Tücher, die man sich z. B. in den Nacken legt oder mit denen man sich Gesicht und Beine abreibt. Auch Fußbäder können helfen.

Bei Atemnot sollten Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen Ruhe bewahren, ihr Notfall-Spray wie vom Arzt verordnet einnehmen und sich an einen kühleren Ort zurückziehen. Die Atemnot sollte sich innerhalb weniger Minuten bessern. Andernfalls sollten Betroffene den Notfallplan wie mit dem Arzt besprochen einhalten und/oder ärztliche Hilfe anrufen.

Quelle: COPD und Asthma 2/2019

30.07.19

COPD im Sommer