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Rehabilitation verbessert die Lebensqualität

Psoriasis, Neurodermitis, Rosazea – die Liste der Hauterkrankungen ist lang. Betroffene finden nicht nur bei niedergelassenen Ärzten vor Ort Hilfe, sondern können auch eine Rehabilitation beantragen.

„Patienten mit chronischen Erkrankungen kommen im Gesundheitswesen häufig zu kurz, da die niedergelassenen Ärzte nur wenig Zeit zur Verfügung haben“, betont Dr. Achim H. Lauruschkat, Borkum. Die Folge: Die Betroffenen sind über ihre Krankheit nicht ausreichend informiert, ihnen fehlt die Expertise, um ihre Haut entsprechend pflegen und behandeln zu können. Gerade hier setzt die Rehabilitation an: Patienten lernen in Schulungen und direkten Unterweisungen durch den behandelnden Arzt, ihre Erkrankung zu verstehen. „Dies versetzt sie dann in die Lage, ihre Krankheit auch zu behandeln und neuen Krankheitsschüben vorzubeugen“, berichtet Dr. Lauruschkat von seinen Erfahrungen.

Der Patient als Co-Therapeut

Um den Bedarf jedes einzelnen Patienten erfassen zu können, werden am Anfang der Rehabilitation Bedürfnisse und Ziele im Aufnahmegespräch gemeinsam mit einem Mediziner erarbeitet. „Wichtig ist, dass man die Patienten aus der Rolle des rein Behandelten herausholt, damit sie die Krankheit nicht nur passiv-leidend ertragen müssen. Sie brauchen ausreichend Informationen, um selbst zu handeln, sozusagen als Co-Therapeut. Dafür müssen ihnen in der Reha ausreichend Kompetenzen vermittelt werden“, betont der Mediziner. Gemeinsam mit der Hilfe von Experten wird dort ein Behandlungsplan erstellt, dessen Umsetzung dann auch gelernt wird. Außerdem können allein durch die Erklärung von Details zur Erkrankung und ihrer Behandlung, Hemmnisse, etwa beim Einsatz von Kortison, abgebaut werden, indem die Patienten lernen, wie sie richtig mit den zur Verfügung stehenden Therapieoptionen umgehen.

Dass dieses Prinzip funktioniert, belegen die zur Verfügung stehenden Messinstrumente, die den Zustand und die Zufriedenheit der Patienten zu Beginn und am Ende einer Reha abfragen. Sie zeigen, dass das Wohlbefinden während eines Reha-Aufenthaltes deutlich gesteigert werden kann und sich die Situation der Betroffenen für viele Monate stabilisiert.

Angebote sind vielfältig

„Bei chronischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis spielen sog. Trigger-Faktoren wie z. B. Umweltfaktoren, chemische/physikalische Reizfaktoren oder auch psychische Faktoren eine wichtige Rolle. Diese Auslösefaktoren herauszufinden, um dann besser mit ihnen umgehen zu können, ist auch ein Ziel der Reha“, erklärt Dr. Lauruschkat. Er weiß, dass viele Patienten psychisch sehr belastet sind. Auch deshalb, weil Menschen mit Hautveränderungen immer noch einer starken Stigmatisierung durch ihre Mitmenschen ausgesetzt sind. Wenn dann noch berufliche und/oder private Belastungen hinzukommen, ist oft die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Deshalb ist es oft hilfreich, die Betroffenen aus ihrem belastenden Umfeld für eine gewisse Zeit herauszunehmen. „Das hilft, den Kopf freizubekommen und sich neu zu orientieren“, betont der Dermatologe. Die Betroffenen haben aber auch die Möglichkeit, Entspannungsangebote oder psychologische Einzelgespräche anzunehmen. So lernen sie, mit ihrem Alltagsstress besser umzugehen.

Kosten für die Rehabiliation werden übernommen

Die Kosten für eine Rehabilitation können von der Renten- oder Krankenversicherung übernommen werden. Die Rentenversicherung zahlt, wenn das Hauptziel der Reha die aktive Teilnahme am Arbeitsleben ist. Die Krankenkassen zahlen dann, wenn mit der Reha das Ziel verfolgt wird, den Gesundheitszustand zu stabilisieren, um weitere Kosten für die Kasse selbst so zu vermeiden. Bei der Antragsstellung kann der behandelnde Arzt behilflich sein. Auch sog. Rehaservicestellen helfen beim Ausfüllen der Anträge.

Quelle: Patient und Haut 2/2017

17.07.18

Rehabilitation