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Akupunktur und Lichttherapie helfen bei Schlafstörungen

Probleme beim Einschlafen, häufiges Aufwachen in der Nacht, unruhige Beine (Restless-Legs) und Tagesschläfrigkeit – viele Krebspatientinnen leiden unter Schlafstörungen. Insgesamt sind rund zwei Drittel aller Erkrankten betroffen, mit zum Teil erheblichen Folgen für die Lebensqualität, weil sich Betroffene nicht mehr gut konzentrieren können und den Tag zudem häufig aufgrund fehlender Erholung selten ohne Nickerchen überstehen.

Trotz dieser Einschränkungen, die Schlafstörungen für die Patientinnen bedeuten, wird ihnen in der Onkologie nur selten Beachtung geschenkt. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene ihrem behandelnden Arzt die Probleme schildern.

Für eine Linderung der Beschwerden müssen Frauen gemeinsam mit ihrem Onkologen zunächst herausfinden, was die Ursache der Schlafstörungen ist. Nicht selten verhindern körperliche Beschwerden das Ein- oder Durchschlafen. Dazu gehören etwa Schmerzen oder durch Hormonstörungen oder -umstellungen ausgelöste Beschwerden (z. B. Hitzewallungen). Hinzu kommen psychische Auslöser wie Depressionen, Angstzustände und durch die Krankheit ausgelöster Stress (Existenzsorgen, Sorgen um die Familie etc.).

Häufig wird deshalb zur Verbesserung des Schlafes eine Psychotherapie oder eine Verhaltenstherapie empfohlen. Gemeinsam mit einem Therapeuten können Betroffene ihre Sorgen und Ängste bearbeiten und Strategien entwickeln, die gegen das Grübeln beim Einschlafen oder in der Nacht helfen können.

Studien zeigen, dass in vielen Fällen eine Verhaltenstherapie gegen Schlafstörungen wirksam ist. Neuere Erkenntnisse deuten zudem darauf hin, dass mit Akupunktur und Lichttherapie eine gute Verbesserung des Schlafes erreicht werden kann.

Lassen sich die Beschwerden mithilfe dieser schonenden Maßnahmen nicht reduzieren, stehen Betroffenen auch Medikamente zur Verfügung. Diese müssen aber unbedingt mit dem Arzt abgestimmt werden, da es zu unerwünschten Nebenwirkungen (z. B. Abhängigkeit) kommen kann. Sie sollten deshalb nur kurzfristig eingenommen werden, um bei hohem Leidensdruck eine schnelle Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen. Begleitend sollten immer die anderen Therapieansätze zum Einsatz kommen.

Grundsätzlich ist es wichtig, einige Grundregeln zu beachten (dunkles, nicht zu warmes Zimmer, keine elektronischen Geräte im Schlafzimmer, kein Alkohol vor dem Zubettgehen etc.) und dem Schlaf trotz der Probleme möglichst entspannt entgegenzusehen. Ein täglich durchgeführtes Ritual, z. B. eine Tasse Tee vor dem Schlafengehen, kann dabei helfen.

Quelle: Leben? Leben! 2/2020

12.01.2021
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