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Allergen-spezifische Immuntherapie bei allergischem Asthma

Zur Behandlung von Allergikern wird auch die spezifische Immuntherapie (SIT), – auch Hypo- oder Desensibilisierung genannt – eingesetzt. Dabei soll der Patient durch wiederholte Injektionen des Allergens unter die Haut eine Toleranz gegenüber dem Allergen entwickeln. Die Injektionen werden dazu in immer weiter ansteigenden Dosen gegeben.

Der Einsatz der spezifischen subkutanen Immuntherapie (SCIT) bei allergischem Asthma muss nach individueller Indikation eingesetzt werden, weil ihre Wirksamkeit bei Asthma nach Studienlage unsicher ist. Zu diesem Schluss kommt die Nationale Versorgungsleitlinie. Außerdem können schwere Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden. Nicht angewendet werden sollte die SCIT in Fällen von unkontrolliertem bzw. schwergradigem Asthma bei FEV1≤ 70 Prozent des Sollwertes bei Erwachsenen. Grundsätzlich kann die Immuntherapie nicht als Ersatz für eine wirksame antiasthmatische Pharmakotherapie eingesetzt werden.

Die SCIT kann bei stabilem allergischem Asthma (FEV1 > 70 Prozent bei Erwachsenen) als eine Therapiemöglichkeit neben Allergenkarenz und Pharmakotherapie erwogen werden, wenn

  1. die allergische Ursache der Asthmaerkrankung eindeutig festzustellen ist (durch Anamnese, Nachweis der IgE-vermittelten Reaktion, deutliche Hinweise auf kausalen Zusammenhang mit Asthmasymptomen) und
  2. Allergenkarenz nicht zur Asthmakontrolle führt oder nicht möglich ist.

Das Prinzip der spezifischen Immunisierung wird bereits seit langer Zeit in der Medizin angewendet. Allerdings stehen Allergologen heute verträglichere Allergenextrake zur Verfügung als in den Anfängen der SIT. Beispielsweise gibt es inzwischen Depot-Präparate, das sind Allergene, die an Trägersubstanzen gekoppelt sind. Diese senken das Risiko eines anaphylaktischen Schocks, weil sie die Allergene nur verzögert freisetzen. Andere Präparate sind chemisch modifizierte Allergene, sog. Allergoide. Ihr Vorteil: Sie haben aufgrund ihrer geringeren Allergenität auch weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Allergenextrakte.

T-Helferzellen werden beeinflusst

Die allergenspezifische Immuntherapie verändert wichtige Funktionen von antigenpräsentierenden Zellen (APC), T- und B-Zellen. Das berichtet das Ärzteblatt. Die wiederholte Gabe von Allergenen in ansteigender Dosierung führt nach neueren Erkenntnissen durch die vermehrte Ausschüttung verschiedener Botenstoffe zu einer Aktivierung von TH1-Zellen. Gleichzeitig wird die Produktion der TH2-Zellen gehemmt. Dadurch kommt es zu einer Unterdrückung der allergischen Immunantwort und zur Stärkung einer Toleranz gegenüber den Allergenen.

Wann sollte eine spezifische Immuntherapie bei Asthma nicht angewendet werden?

Da die Gefahr besteht, dass Notfallmaßnahmen bei anaphylaktischen Reaktionen ihre Wirkung verlieren, rät die Arzneimittelkommission der deutschen Ärztekammer von der spezifischen Immuntherapie unter laufender Therapie mit Betablockern ab. Auch ein in unzureichend behandeltes Asthma bronchiale mit einem relativen FEV1 (forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde) von weniger als 70 Prozent des Sollwerts stellt nach Angaben der Arzneimittelkommission ebenfalls eine Kontraindikation dar. Im Falle einer Schwangerschaft sollten Patientinnen nicht mit einer SIT beginnen, davon ausgenommen ist die Insektengiftallergie. Ist bereits vor der Schwangerschaft mit eine Therapie gestartet worden, kann diese bei guter Verträglichkeit entsprechend dem Wunsch der Patientin fortgeführt werden.

Quelle: COPD und Asthma 1/2014

13.06.14