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Allergien kindgerecht erklären

Was ist eine Allergie? Warum darf ich manche Nahrungsmittel nicht essen oder bei schönem Wetter nicht im Freien spielen? Warum darf ich kein Tier haben? Warum müssen meine Freunde keine Medikamente nehmen, ich aber schon? Diese und viele weitere Fragen stellen Kinder, die von einer Allergie betroffen sind.

Wie Eltern ihrem Kind diese Fragen beantworten, ist selbstverständlich abhängig vom Alter des Kindes. Kinder im Vorschulalter müssen nicht im Detail wissen, was bei einer Allergie im Körper vorgeht. Ältere Kinder hingegen wollen oft Genaueres über die Abläufe im Organismus wissen. Eltern sollten sich daher – angepasst an die Wünsche und den Wissensstand ihres Kindes – eingehend über Allergien informieren, um ihrem Kind die drängendsten Fragen zu beantworten.

Erklärungen für kleine Kinder

Einem kleinen Kind eine Allergie zu erklären, funktioniert am besten mit einer Geschichte. So können Eltern ihrem Kind erzählen, dass es im Körper Zellen gibt, die mit Schwertern gegen böse Eindringlinge (Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger) kämpfen und sie besiegen. Bei diesem Kampf brauchen sie jedoch die Hilfe von anderen Zellen, die die Eindringlinge aus dem Körper jagen, indem sie es ihnen durch Schnupfen oder Hitze (Fieber) ganz schrecklich ungemütlich machen. Dadurch geht es dem Menschen zwar eine kurze Zeit lang nicht gut, doch die bösen Eindringlinge sind rasch wieder weg und können nicht noch Schlimmeres anrichten.

Manchmal jedoch irren sich die Zellen mit den Schwertern, weil sie in der Schule nicht gut aufgepasst haben. Sie können dann nicht zwischen einem bösen Eindringling und einem harmlosen Besucher (Pollen, Nahrungsmittel usw.) unterscheiden. Die Zellen bekämpfen also auch die harmlosen Besucher und rufen ihre ebenfalls nicht sehr schlauen Helfer (die anderen Zellen) herbei, die ihrerseits ihre Waffen (Durchfall, Schnupfen usw.) einsetzen, um diese Besucher aus dem Körper zu werfen. Leider haben die Zellen keine Lust dazu zu lernen, sondern machen so weiter wie bisher.

Deshalb muss das Kind schlauer sein. Es muss lernen, sich vor den eigentlich harmlosen Besuchern zu schützen, um keinen Durchfall, Schnupfen oder Ähnliches zu bekommen. Aus diesem Grund darf es z. B. nicht ins Freie zum Spielen, wenn sich bestimmte Pollen (Blütenstaub in Kindersprache) in der Luft befinden oder es muss auf bestimmte Speisen verzichten. Sollten die harmlosen Besucher trotzdem mal wieder vorbeigekommen sein, können Medikamente helfen, um es wieder gesund zu machen. Die Medikamente entwaffnen die Zellen, die Schnupfen und Co. Hervorrufen.

Ältere Kinder

Bei älteren Kindern können Eltern bereits Fachbegriffe wie „Immunsystem“ und „Allergie“ einführen. Allerdings sollten sie immer kindgerecht erklären, was damit gemeint ist. Das Immunsystem kann dann z. B. die Körperpolizei sein, die Krankheitserreger abwehrt und das Kind vor Krankheiten schützt. Die Körperpolizei irrt sich jedoch manchmal und hält auch solche Stoffe für Krankheitserreger, die eigentlich harmlos sind.

Kommen diese Stoffe mit dem Körper in Kontakt, stellt das Immunsystem sogenannte Antikörper her, die den harmlosen Stoff bei jeder weiteren Begegnung erkennen und bekämpfen. Als Folge kommt es z. B. zu Heuschnupfen oder Bauchschmerzen, in manchen Fällen auch zu schwereren Beschwerden (anaphylaktischer Schock), die den schnellen Einsatz bestimmter Medikamente erfordern, damit es dem Kind schnell besser geht.

Es gibt im Internet Websites (z. B. vom Deutschen Allergie- und Asthmabund), die älteren Kindern die Allergie genau erklären, sollten sie weitere Informationen benötigen.

Quelle: allergikus 2/2020

18.01.2021