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Angst vor Unterzuckerung bei Diabetes

Sowohl Menschen mit Typ-1-Diabetes also auch Diabetes Typ 2, die Insulin spritzen oder Tabletten zur Anregung der Insulinproduktion einnehmen, gehören zur Risikogruppe für Unterzuckerungen (Hypoglykämien). Gemäß der Amerikanischen Diabetes Gesellschaft liegt sie dann vor, wenn der Blutzuckerspiegel unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) sinkt.

Folgen können Bewusstlosigkeit, Eintrübung des Bewusstseins und im schlimmsten Fall ein Koma sein. Ursachen für eine Unterzuckerung können eine ausgelassene Mahlzeit, eine Überschätzung des Kohlenydratgehalts einer Mahlzeit, Sport, Alkohol, Gewichtsabnahme, Hitze, falsche Insulindosierung, zu hohe Dosis von blutdrucksenkenden Medikamenten, Erbrechen und Durchfall, aber auch ein verlangsamter Stoffwechsel, eine Unterfunktion der Schilddrüse oder Wechselwirkungen mit Medikamenten sein.

Anzeichen für eine Unterzuckerung

Erste Anzeichen sind Schweißausbrüche, Blässe, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, aber auch Heißhunger, Schwierigkeiten bei der Koordination, starker Durst, Müdigkeit und ein trockener Mund. Sollten sich diese Symptome zeigen, ist rasches Handeln angesagt. Betroffene sollten dann z. B. zu Traubenzucker, zuckerhaltigen Limonaden oder Gummibärchen greifen, da diese schnell wirkende Kohlenhydrate enthalten. Aber auch Angehörige bzw. Anwesende, die Zeugen der ersten Anzeichen einer Unterzuckerung sind, sollten informiert sein. Denn im Ernstfall muss sofort der Notarzt verständigt werden und dem Betroffenen dürfen bei einer Bewusstlosigkeit auf keinen Fall gesüßte Getränke eingeflößt werden. Denn das Getränk könnte in die Luftröhre, statt in die Speiseröhre gelangen. Angehörige dürfen bei Bedarf eine Glukagonspritze setzen, um den Blutzuckerspiegel des Betroffenen zu erhöhen.

Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung

Einige Diabetes-Patienten können die ersten Anzeichen einer Unterzuckerung gar nicht mehr richtig oder nur sehr schlecht erkennen. Diese sogenannte Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung kommt überwiegend bei Diabetes-Patienten/innen vor, die schon häufig an Unterzuckerungen gelitten haben. Denn dadurch sinkt die Schwelle, bei der die Hormone freigesetzt werden, die der Unterzuckerung entgegenwirken sollen. Die Warnsymptome werden also zu spät oder auch gar nicht wahrgenommen. In speziellen Schulungen trainieren solche Patienten, ihren Körper aufmerksam zu beobachten und Warnhinweise einer Unterzuckerung richtig zu deuten.

Behandlung und Vorbeugung von Unterzuckerungen

Sollten Unterzuckerungen öfters auftreten, sollte nach den Ursachen dafür gesucht werden. Denn häufig werden Behandlungsfehler, eine Veränderung der Medikamente oder besondere Lebensumstände festgestellt, die zu den Unterzuckerungen geführt haben. Daher ist es notwendig, dass Betroffene mit einem Arzt über die Hypoglykämien sprechen und neben den Betroffenen selbst auch Angehörige Diabetes-Schulungen absolvieren.

Zudem können Betroffene weiteren Unterzuckerungen vorbeugen, indem sie regelmäßig den Blutzucker messen, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen, wenig Alkohol trinken, Traubenzucker mit sich tragen, die Nahrungs- und Insulinaufnahme vor sportlichen Aktivitäten anpassen und unter Umständen auch in der Nacht den Blutzucker messen.

Quelle: Befund Diabetes Österreich 2/2018

11.03.19