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Entstehung von Arthrose

Bei einer Arthrose kommt es zu einem zunehmenden Knorpelabrieb in den Gelenken. Hervorgerufen wird dies meist durch ein Missverhältnis zwischen der Beanspruchung der Gelenke und deren Belastbarkeit. Die Formen von Arthrose, die durch eine Überbeanspruchung der Gelenke hervorgerufen werden, bezeichnet der Mediziner als primäre Arthrose-Formen.

Ursache der primären Formen ist eine Überbelastung der Gelenke

Der menschliche Bewegungsapparat leistet bereits bei normaler körperlicher Bewegung eine Menge. Ist das Maß der täglichen Belastung jedoch z. B. durch schwere körperliche Arbeit oder durch ein zu hohes Körpergewicht übermäßig groß, kann dies zu einer Schädigung der Gelenke führen. Auch bestimmte Sportarten können – v. a. bei übermäßiger Ausübung – Gelenke dauerhaft überfordern.

Arthrose muss jedoch nicht unbedingt aus einer direkten Überlastung resultieren. Auch Prozesse, die sich im Körperinneren abspielen, haben u. U. einen negativen Einfluss auf die Beschaffenheit des Gelenks. Solche endogenen Faktoren sind u. a. natürliche Alterungsprozesse oder Stoffwechselerkrankungen (z. B. Gicht).

Sekundäre Formen von Arthrose entstehen meist als Folge von Primärerkrankungen

Sekundäre Arthrose-Formen entstehen u. a. durch angeborene Fehlentwicklungen wie z. B. eine zu flach ausgebildete Gelenkpfanne oder eine Subluxation bzw. Luxation (unvollständige bzw. vollständige Ausrenkung des Gelenks). Auch eine erworbene Gelenkdeformierung kann zu übermäßigem Gelenkverschleiß führen, z. B. kann eine Arthrose als Folge von entzündlichen oder chronischen nicht-entzündlichen Gelenkkrankheiten oder nach Gelenkachsenverschiebungen, z. B. bei Beckenschiefstand, Plattfüßen oder X-Beinen auftreten.

Risikofaktoren beeinflussen die Entstehung der Arthrose

Die pathogenetischen Vorgänge, die zu primärer bzw. sekundärer Arthrose führen, werden von bestimmten Risikofaktoren unterschiedlich stark beeinflusst. Die Entstehung von Arthrose kann durch eine genetische Disposition, d. h. eine erbliche Veranlagung zur Ausbildung dieser Erkrankung, begünstigt werden. Im Verdacht haben medizinische Forscher dabei u. a. die Mutation eines Gens, das den Bauplan einer Form des Kollagens (Kollagen Typ 2) enthält. Dieses Strukturprotein kommt vornehmlich im Knorpel vor.

Darüber hinaus birgt ein höheres Lebensalter ein höheres Risiko, eine Arthrose zu entwickeln. Überdies kann ein Mangel an Bewegung zu Arthrose führen, da dies die Versorgung der Gelenke und des Knorpels mit Nährstoffen hemmt.

Was passiert bei Arthrose im Gelenk?

Die Pathogenese der Arthrose ist bis heute unklar. Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Ausgangspunkt der krankhaften Gelenkveränderung in den Knorpelzellen (Chondrozyten) liegt. Ein erhöhter Abbaustoffwechsel dieser Zellen führt dazu, dass das Knorpelgewebe nach und nach auffasert und Risse bekommt. Dadurch werden die Knorpelflächen rau und unregelmäßig. Im weiteren Krankheitsverlauf werden knorpelschädigende Enzyme und entzündungsfördernde Substanzen gebildet, die schließlich zu weiterer Degeneration führen. Durch die nun nicht mehr glatte Knorpeloberfläche erhöht sich die Reibung der gegeneinander beweglichen Gelenkteile.

Darüber hinaus kann der Knorpel Stöße nicht mehr so gut puffern. Dies versucht der Knochen auszugleichen, indem er Knochenausläufer (sog. Osteophyten) und mehr Knochensubstanz bildet. Dadurch kann es zu Bewegungseinschränkungen und Deformationen kommen. Bei diesen Abbauprozessen freigewordenes Knorpel- oder Knochenmaterial kann sich im Gelenk verteilen und zu einer Entzündung führen. Im Endstadium der Arthrose ist der Knorpel komplett degeneriert. In diesem Fall spricht der Mediziner von einer sog. Knorpelglatze.

Antje Habekuß

25.02.14

Entstehung