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Ayurveda – Ganzheitliche Heilkunde

Ayurveda stammt ursprünglich aus dem indischen und südasiatischen Raum und kam in den 1980er-Jahren nach Deutschland. Es handelt sich dabei um ein traditionelles Medizinsystem, das Prävention, Diagnose und Therapie miteinander vereint. Ayurveda verfolgt das Prinzip der Ganzheitlichkeit, bei dem Körper und Geist in Einklang gebracht werden sollen.

Neben der Therapie steht vor allem die Prävention von Erkrankungen im Vordergrund, da eine frühzeitige Erkenntnis, dass ein Ungleichgewicht vorliegt, der Entstehung von Krankheiten u. U. vorbeugen kann. Faktoren, die Einfluss auf das individuelle Gleichgewicht eines Menschen haben können, sind die fünf Elemente Äther (Raum), Luft, Feuer, Wasser und Erde, die sich in den drei Lebenskräften, den sog. Doshas, Vata, Pitta und Kapha vereinen. Raum und Luft bilden Vata, Pitta setzt sich aus Feuer und Wasser zusammen und Kapha ist die Verbindung aus Wasser und Erde. Diese Doshas besitzt jeder Menschen, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. Kommt es zu einer Vermehrung oder Minderung dieser Doshas kann ein Ungleichgewicht entstehen, das wiederum zu einer Erkrankung führen kann. Es gibt verschiedene Einflüsse, die sich auf die Doshas auswirken können. Zu den äußeren Einflüssen gehören z. B. die Ernährung, das berufliche und private Umfeld, das Klima und der Lebensstil. Darüber hinaus kann auch ein Unterdrücken der eigenen Bedürfnisse zu einer Dosha-Störung führen.

Um zu ermitteln, ob bei einem Menschen ein Ungleichgewicht herrscht und welche Therapie in diesem Fall am besten für ihn geeignet ist, muss zunächst ermittelt werden, welche Doshas bei ihm besonders ausgeprägt sind und wie sie zueinander im Verhältnis stehen. Dafür erfolgt die sog. Prakriti-Analyse, die Erstellung eines individuelles Horoskops. Dafür erfolgt i. d. R. ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Begutachtung, bei der u. a. Puls und Zunge kontrolliert und Stuhl und Urin untersucht werden.

Damit es wieder zu einem Gleichgewicht kommt, können neben einer gesunden Lebensweise der Einsatz von Kräutern (Dravyaguna) und ein aus fünf Teilen bestehendes Entschlackungs- und Reinigungsverfahren (Panchakarma) eine Rolle spielen. Verschiedene Meditations- und Yogaübungen sowie Öl- und Trockenbehandlungen können den Prozess der Genesung unterstützen.

Die Therapie in der Ayurveda beginnt i. d. R. mit dem Prozess der Reinigung, um den Körper von seinen krankheitsverursachenden Substanzen zu befreien. Die Panchakarma-Kur kann Verfahren wie medizinisches Erbrechen, Abführen, Einläufe, Nasen- und Stirnhöhlenbehandlungen und Aderlass (Entnahme einer größeren Menge Blut) beinhalten. In der Kräuterheilkunde werden Kräuter, Gewürze und Heilpflanzen eingesetzt, um die Beschwerden des Patienten zu lindern. Diese schließt sich meist an die Reinigungskur an. Die Rezeptur wird auch speziell für jeden Patienten individuell zusammengesetzt.

Unterstützende Maßnahmen bei der Therapie können Ölungen und Massagen sein. Dazu gehören z. B. Ölsalbungen bzw. güsse, bei denen der Körper mit speziell abgestimmten Ölen massiert bzw. beim Ölguss ein warmer Ölstrahl auf die Stirn ergossen wird. Eine Schwitzkur sollte an die Ölsalbung angeschlossen werden, um Ausscheidungen und überschüssige Doshas abzuführen. Yoga mit seinen verschiedenen Meditations und Atemübungen ist ebenfalls Bestandteil des Genesungsverfahrens und soll dem Patienten helfen, in Einklang mit sich und seiner Umwelt zu kommen. Der Begriff Yoga kommt aus dem Sanskrit und steht für Einheit und Harmonie.

Ob Ayurveda infrage kommt, sollte mit dem entsprechenden Arzt oder Heilpraktiker besprochen werden. Vor allem bei schwereren Erkrankungen sollte Ayurveda nicht als alleinige Behandlung angewendet werden. Eine unterstützende Behandlung kann das Abwehrsystem stärken und das Wohlbefinden steigern. Es ist von der Weltgesundheitsorganisation als traditionelles Heilmittel anerkannt.

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 1/2015

21.01.16

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