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Balneophototherapie bei Psoriasis

Die Balneophototherapie kombiniert ein Bad mit wirkstoffhaltigen Zusätzen mit der heilenden Kraft der UV-Phototherapie. Besonders bei Patienten mit Schuppenflechte ist diese Behandlungsform wirksam und gut verträglich. Die Balneophototherapie wird seit 2010 bei Krankheiten wie z. B. Schuppenflechte und Neurodermitis auch als Leistung von der Krankenkasse übernommen.

Bei der Licht- oder auch Phototherapie wird u. a. Infrarot-Licht, weißes oder blaues Licht und UV-Strahlung eingesetzt. Einen therapeutisch wirksamen Effekt auf die Haut hat vor allem die UV-Strahlung. Die Kombination mit einer Badetherapie ist bei bestimmten Hauterkrankungen besonders wirksam.

„Eine spezielle Form der Lichttherapie ist die PUVA-Therapie. Bevor der Patient mit UV-Licht behandelt wird, erhält er ein Ganz- oder Teilkörperbad in 37 Grad warmem Wasser, mit dem Zusatz einer speziellen lichtsensibilisierenden Substanz“, erklärt Dr. Henning Platschek den Ablauf. Dem Wasser wird dabei eine lichtsensibilisierende Substanz hinzugefügt. „Der Zusatz 8-Methoxypsoralen im Bad macht die Haut gegenüber dem ultravioletten Licht empfindlicher, sodass die Belichtung besser wirkt“, so Dr. Platschek. „Im Gegensatz zu früheren Therapien, mit innerlicher Gabe von 8-Methoxypsoralen wurde die Dauer der Lichtempfindlichkeit der Patienten im Anschluss an die Behandlung enorm verkürzt“, sagt Dr. Platschek. Somit ist die Gefahr eines Sonnenbrands nach der Behandlung geringer geworden. Trotzdem müssen Betroffene nach der Behandlung auf die erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut achten und sich vor der Sonne schützen sowie Solarien vermeiden.

Weitere Verfahren der Balneophototherapie werden in Asynchrone Photo-Sole-Therapie sowie in Synchrone Balneophototherapie unterschieden. Bei der Asynchronen Photo-Sole-Therapie badet der Patient in einer Sole-Lösung und wird anschließend mit UV-B-Strahlung bestrahlt, bei der Synchronen Balneophototherapie wird der Patient während des Badens bestrahlt. Im letzten Fall enthält das Wasser Totes-Meer-Salz, welches über einen hohen Prozentsatz an Magnesium- und Kalziumionen verfügt.

Bevor der Patient mit einer Balneophototherapie behandelt wird, kann zur Indikationsstellung der Schweregrad der Psoriasis mittels PASI-Rechners (Psoriasis activity and severity Index) bestimmt werden. Dieser stellt fest, wie weit sich die Erkrankung ausgedehnt hat, und beschreibt die Rötung sowie die Beschaffenheit der Haut (Plaques/Schuppung). Vor allem Patienten mit mittlerer oder schwerer Psoriasis kann die Balneophototherapie helfen. „Die Lichtdosis legen wir für den Patienten fest und sie wird in regelmäßigen Abständen gesteigert. Hierdurch werden u. a. überaktive Immunzellen der Haut vermindert“, sagt Dr. Platschek. I. d. R. wird der Patient zwei- bis maximal fünfmal in der Woche behandelt. Ein Behandlungszyklus umfasst höchstens 35 Sitzungen, damit die Haut nicht durch übermäßige Bestrahlung mit UV-Licht geschädigt wird.

Bedingungen wie am Toten Meer

„Die Besonderheit dieser Therapieform ist, dass das Licht tief in die Haut eindringen kann. Ein Bad in Wasser mit hohem Magnesium- und Mineralstoffgehalt hemmt die Entzündungsprozesse bei Psoriasis und unterstützt somit die Heilung“, erklärt Dr. Platschek. Diese Kombination aus Bade- und Lichttherapie lässt sich vergleichen mit den Bedingungen, die am Toten Meer herrschen. Mittels der Balneophototherapie, die in ambulanten dermatologischen Praxen und Kliniken angeboten wird, können diese Bedingungen in Wohnortnähe der Betroffenen gebracht werden. In einem kontrollierten, hygienischen Umfeld und unter Aufsicht eines Hautspezialisten profitieren die Patienten von der Behandlung. Die Kosten werden dann von der Krankenkasse übernommen.

Quelle: Patient und Haut 1/2013

17.06.13