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Beatmungstherapie bei COPD

Die nicht-invasive Beatmung

Ziel der nicht-invasiven Beatmungstherapie ist es, die Atemmuskulatur zu entlasten und so einer Erschöpfung der Atempumpe vorzubeugen, denn andernfalls würden die Atmung unzulänglich werden (Hypoventilation). Hierbei werden die Lungen nicht mehr richtig belüftet und der Gasaustausch wird eingeschränkt. Dadurch nimmt die Lunge nicht genügend Sauerstoff aus der Luft in das Blut auf, wodurch der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt.

Die Folge ist, dass die Organe im Körper nicht mehr ausreichend mit dem lebenswichtigen Gas versorgt werden. Zudem kommt es zu einer reduzierten Kohlenstoffdioxidabgabe und damit zu einer Zunahme der Kohlenstoffdioxidkonzentration im Blut. Wie lange und wann beatmet werden sollte, richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung:

  • Grad 1: phasenweise maschinelle Beatmung
  • Grad 2: regelmäßige nächtliche Beatmung
  • Grad 3: zusätzlich intermittierende Unterstützung der Atmung tagsüber
  • Grad 4: dauerhafte maschinelle Beatmung

Die nicht-invasive Beatmung hat gegenüber der invasiven Beatmung einige Vorteile. Sprech-, Schluck-, und Hustenfunktion beispielsweise bleiben erhalten. Die Betroffenen erkranken seltener an Atemwegsinfekten und haben eine höhere Lebensqualität und Lebenserwartung.

Die invasive Beatmung

Die invasive Beatmung wird über ein Endotrachealtubus (Hilfsmittel, das im Rahmen einer nasalen oder oralen Intubation in die Luftröhre eingeführt wird) oder eine Trachealkanüle durchgeführt. Die Trachealkanüle ist ein Schlauch, der durch eine kleine Öffnung im Hals, dem sog. Tracheostoma, eingesetzt wird. Die Atemluft wird dadurch direkt in die Luftröhre geleitet.

Allerdings treten unter der invasiven Beatmung zahlreiche Komplikationen auf. Beispielsweise ist eine der häufigsten Infektionen, die zudem mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergeht, die ventilatorassozziierte Pneumonie. Bei dieser Erkrankung werden Erreger aus den oberen Atemwegen entlang des Beatmungstubus eingeatmet und verursachen sodann eine Lungenentzündung.

Versagen der Entwöhnung

Eingesetzt wird die Beatmungstherapie bei einer akuten, vorübergehenden Ateminsuffizienz beispielsweise nach einer Operation oder bei einer akut lebensbedrohlichen Situation. Normalerweise beträgt die anschließende Entwöhnung etwa die Hälfte der Gesamtbeatmungszeit – und länger z. B. bei prolongiertem Weaning. Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt möglichst früh zu erkennen und die Entwöhnung zu beginnen. Denn je länger Patienten beatmet werden, desto schwieriger wird das Weaning.

In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Menschen, die invasiv über ein Tracheostoma beatmet werden, zugenommen. Ein Grund hierfür ist ein Versagen der Entwöhnung vom Beatmungsgerät. Die Betroffenen werden nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auf einer Intensiv-Pflegewohngemeinschaft weiterbehandelt. 60 % bis 70 % dieser Patienten könnten jedoch erfolgreich auf eine nicht-invasive Beatmung umgestellt und somit nach Hause entlassen werden, wo sie selbstständig in der Nacht über eine Maske die Beatmung fortführen könnten.

Quelle: COPD und Asthma 1/2018

22.10.18

Beatmungstherapie