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Welche Begleiterkrankungen können bei Diabetes auftreten?

Diabetes kann mit verschiedenen Begleit- und Folgeerkrankungen einhergehen. Ursache ist meist der über Jahre zu hohe Blutzuckerspiegel. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und eine entsprechende Früherkennung sind daher sehr wichtig für Menschen mit Diabetes.

Blasenschwäche

Blasenschwäche bzw. Inkontinenz ist eine Begleiterkrankung von Diabetes, die meist vor allem im höheren Alter vorkommt. Nach Angaben der Deutschen Seniorenliga führt ein zu hoher Blutzuckerspiegel zu Schäden an den Nerven, die die Blasenentleerung steuern. Blasenschwäche kann dann einmal als sog. überaktive Blase auftreten – sie entleert sich auch dann, wenn sie nur wenig Urin enthält. Auch bei geringen Urinmengen wird ein starker Harndrang verspürt. Bei einer Überlaufinkontinenz ist die Blase indes sehr stark gefüllt, kann aber nicht mehr aktiv entleert werden, da die Nerven das Signal für eine volle Harnblase nicht mehr ans Gehirn übermitteln. Medikamente, die gegen Blasenschwäche eingesetzt werden, sind z. B. sog. Anticholinergika. Diese wirken entspannend auf die Blasenmuskulatur und die Blase kann mehr Urin bei sich behalten, weil weniger Druck in der Blase entsteht. Weitere Therapiemöglichkeiten sind laut diabetesDE Beckenbodentraining mit ergänzender Magnetstimulationstherapie und Operationen, wenn andere Therapien nicht anschlagen.

Zur Versorgung der Blasenschwäche, auch wenn diese nur vorübergehend ist und sich mit Training bessert, gibt es spezielle Ein- und Vorlagen. Der Arzt kann diese auch als Hilfsmittel verschreiben. Nach Angaben der Stiftung Warentest, die 2017 verschiedene Produkte getestet hat, können Inkontinenzeinlagen den Urin binden und speichern, die empfindliche Haut im Intimbereich trocken halten und eine unangenehme Geruchsentwicklung verhindern. Normale Damenbindung und Slipeinlagen sind indes nicht zur Versorgung einer Blasenschwäche geeignet, da ihre Saugfähigkeit nicht ausreicht.

Diabetische Retinopathie

Die sog. diabetische Retinopathie ist bundesweit eine der häufigsten Ursachen für Erblindungen bei Erwachsenen. Das Gefährliche: Betroffene bemerken häufig lange Zeit keine Symptome. Sie wird deshalb oft zu spät diagnostiziert, so diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte können die feinen Blutgefäße der Netzhaut irreparabel schädigen. Das Sehvermögen ist in der frühen Phase meist nicht beeinträchtigt. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich bei einigen Betroffenen neue Gefäße, die bis in die Netzhaut oder den Glaskörper vordringen. Jährlich erblinden rund 2.000 Menschen mit Diabetes. Zur Vorbeugung sollten Menschen mit Diabetes einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung zum Augenarzt gehen, so der Diabetes Ratgeber. Je früher Veränderungen an der Netzhaut entdeckt werden, umso besser lassen sie sich behandeln. Zur Anwendung kommt hier meist eine Lasertherapie, die sog. Laserphotokoagulation. Wenn eine Erblindung droht, kann es auch notwendig sein, zu operieren.

Diabetische Neuropathie

Eine Neuropathie weisen nach Angaben des Diabetes Ratgebers etwa ein Drittel der Menschen mit Diabetes auf. Neuropathien sind Nervenschädigungen, von denen sowohl das periphere als auch das vegetative Nervensystem betroffen sein kann. Wenn die peripheren Nerven betroffen sind, treten Empfindungsstörungen, Missempfindungen, Schmerzen, Taubheit oder Lähmungen auf, beispielsweise in Händen und Füßen. Das vegetative Nervensystem steuert indes verschiedene Körperfunktionen. Bei Neuropathien des vegetativen Nervensystems treten z. B. Störungen in den Organen auf. Behandelt werden Neuropathien mit Schmerzmitteln aber auch mit Physiotherapie, Kälte-Wärme-Behandlungen oder verschiedenen elektrotherapeutischen Verfahren, darunter die elektrische Nervenstimulation (TENS), informiert der Diabetes Ratgeber.

Haarausfall bei Diabetes

Durch Hormonstörungen bei Diabetes kann es auch zu Haarausfall kommen. Hier gibt es aber Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Nach Angaben des Diabetes Ratgebers können einige Wirkstoffe den sog. androgenetischen Haarausfall bei Männern zumindest bremsen. Dies gilt jedoch nur für die Dauer der Anwendung und wenn es noch aktive Haarwurzeln gibt. Hierfür gibt es Lösungen und Schäume mit dem Wirkstoff Minoxidil für die Kopfhaut und das verschreibungspflichtige Finasterid in Tablettenform. Frauen können ihre Haarwurzeln ebenfalls mit Lösungen und Schäumen mit Minoxidil für die Kopfhaut sowie mit östrogenhaltigem Haarwasser zu neuem Wachstum anregen. Ebenfalls möglich ist eine Haartransplantation, die jedoch i. d. R. nicht von der Krankenkasse übernommen wird.

Quelle: Befund Diabetes 1/2018

16.07.18