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Begleiterkrankungen bei Multipler Sklerose

MS hat zahlreiche körperliche und psychische Folgen, die direkte oder indirekte Folge der Grunderkrankung sind. So treten im Verlauf der Krankheit etwa häufig Blasen- und Darmstörungen, Bewegungseinschränkungen, Schluckstörungen und kognitive Störungen wie Konzentrationsschwäche auf. Bei Depressionen und Angststörungen, die ebenfalls oft mit MS einhergehen, ist noch nicht klar, ob sie direkte Folge des Krankheitsverlaufs sind. Daneben können zur MS sog. Komorbiditäten hinzukommen: Begleiterkrankungen, die nicht durch MS bedingt sind.

Das International Advisory Committee on Clinical Trials in MS hat klinische Studien darauf untersucht, welche Komorbiditäten bei MS auftreten. Am häufigsten kamen fünf Begleiterkrankungen vor: Depressionen, Angst, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte sowie chronische Atemwegserkrankungen. Aber auch andere Autoimmunerkrankungen können mit der MS einhergehen – vor allem Schilddrüsenerkrankungen und Schuppenflechte (Psoriasis) kamen bei MS vor. Laut International Advisory Committee fiel zudem bei MS das Risiko für Krebsarten des Urinaltrakts (Harnblase, Nieren etc.) höher aus als erwartet, während Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock- Prostata- und Hodenkrebs bei MS-Patienten im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt seltener auftraten. Daneben ging der Studie zufolge eine ganze Reihe weiterer Begleiterkrankungen öfter mit MS einher, als vorhergehende Untersuchungen ausgemacht hatten, nämlich Schlaganfall, Herzerkrankungen, Arthritis, entzündliche Darmerkrankungen und Reizdarmsyndrom, Schlafstörungen, bipolare Störungen und Alkoholmissbrauch.

Begleiterkrankung oder nicht?

Natürlich zieht MS nicht zwangsläufig andere Erkrankungen nach sich. Treten neue Beschwerden auf, sollten Betroffene nicht lange warten, bis sie zum Arzt gehen. Nicht immer fällt die Abgrenzung zwischen MS-Symptom und Begleiterkrankung leicht. Und auch die Therapie bei MS kann Nebenwirkungen nach sich ziehen, die wie eine Begleiterkrankung wirken. Das herauszufinden, ist Sache der behandelnden Neurologen – in Zusammenarbeit mit Ärzten anderer Disziplinen.

Für den Fall, dass eine Begleiterkrankung potenziell lebensbedrohlich ist, z. B. eine Herzkrankheit oder Krebs, hat die Behandlung dieser Krankheit Vorrang vor der Behandlung der MS. Das bedeutet u. U., dass MS-Patienten ihre MS-Therapie vorläufig unterbrechen müssen, wenn es zwischen den MS-Medikamenten und den für die Behandlung der Begleiterkrankung notwendigen Medikamenten zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen könnte oder die gemeinsame Einnahme den Organismus des Patienten zu stark schwächen würde.

Unerwünschte Wechselwirkungen: Medikamente müssen harmonieren

Ohnehin sollten bei der gemeinsamen Therapie verschiedener Grunderkrankungen unerwünschte Nebenwirkungen stets ausgeschlossen werden. Deshalb sollten MS-Kranke beim Arztbesuch unbedingt angeben, welche Medikamente sie nehmen, damit der Arzt, der die jeweilige Krankheit behandelt, die von ihm verordneten Medikamente darauf abstimmen kann. Das ist nicht immer einfach, zumal bestimmte Nebenwirkungen sehr selten auftreten. Treten nach der Einnahme bestimmter Medikamente plötzlich weitere Beschwerden auf, sollten Betroffene erneut zum Arzt gehen und ihre Probleme schildern. Andere als die verordneten Medikamente sollten Patienten nicht auf eigene Faust einnehmen, sondern deren Einnahme ebenfalls mit dem Arzt absprechen. Denn auch nicht verschreibungspflichtige Wirkstoffe können in Kombination mit verordneten Medikamenten Nebenwirkungen auslösen. Sinnvoll kann es für Patienten sein, sich eine Stammapotheke zu suchen und dort ein Kundenkonto anlegen zu lassen. Dann gibt der Computer der Apotheke u. U. bereits Hinweise darauf, dass die verordneten Medikamente nicht miteinander harmonieren.

Quelle: Befund MS 3/2017

20.06.18

Ich habe Multiple Sklerose