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Beratung bei MS

Nach der Diagnose MS und im Verlauf der Krankheit ist Beratung wichtig, um mit der MS, aber auch ihren Folgen zurechtzukommen. Erste Anlaufstelle für die Beratung von MS-Patienten ist die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) bzw. ihre Landesverbände.

Betroffene können einen Termin in der jeweils zuständigen Geschäftsstelle vereinbaren. Ist diese zu weit entfernt, gibt es häufig auch die Möglichkeit einer Telefonberatung. Daneben bieten die DMSG und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter eine sogenannte Peer-to-peer-Beratung, bei der Betroffene andere Erkrankte beraten. Eine solche Beratung durch Betroffene findet in zahlreichen Orten in Deutschland statt.

Die Beratung der DMSG und ihrer Betroffenenberater hat in erster Linie das Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Denn wer sich selbst helfen kann, empfindet mehr Selbstwirksamkeit, fühlt sich besser und steigert die eigene Lebensqualität. Zu den Unterstützungsangeboten der DMSG zählen die Beratung zu medizinischen Therapien, die Sozial- und Berufsberatung, die Rechts- und Pflegeberatung sowie die psychologische Beratung. Für ein Erstgespräch mit der DMSG-Geschäftsstelle ist es nicht nötig, Mitglied der DMSG zu werden, es bietet sich jedoch für MS-Patienten an, weil sie dann von den zahlreichen Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten jederzeit profitieren können.

Sozial- und Berufsberatung

Bei der Sozialberatung erhalten Betroffene u. a. Informationen über die ihnen zustehenden Hilfen. Sie erfahren, welche Möglichkeiten der Hilfsmittelauswahl sie haben, wie sie die Wohnung so planen können, dass sie auch noch dort wohnen können, sollte es zu einer MS-bedingten Behinderung kommen, welche Unterstützung sie von unterschiedlichen Stellen erwarten können oder wie sie einen geeigneten Pflegedienst finden und wie die Pflege bezahlt wird. Betroffene erhalten zudem Unterstützung im Kontakt mit Ämtern, Kranken- oder Pflegekasse.

Bei der Berufsberatung (auch Jobcoaching genannt) zeigen Berater der DMSG MS-Erkrankten auf, welche Möglichkeiten es gibt, weiterhin im Job zu bleiben, z. B. indem der Arbeitsplatz auf ihre Bedürfnisse angepasst wird. Auch über die verschiedenen Maßnahmen zur Arbeitszeitreduzierung werden Betroffene bei Bedarf aufgeklärt. Ebenso gibt die DMSG Hilfestellung bei der Auswahl eines Ausbildungsplatzes oder einer Umschulung, sollte der bisherige Beruf nicht länger ausgeübt werden können.

Auch wer spezielle Fragen zum Beruf und zur Arbeitsfähigkeit bei MS hat, ist bei der DMSG an der richtigen Stelle. Sollten die Berater einmal eine Frage nicht sofort beantworten können, informieren sie sich in der Regel bei Experten. Auch die Arbeitgeber von MS-Kranken können die Berufsberatung nutzen, z. B. indem sie sich über mögliche Arbeitsplatzumbauten und eine mögliche Kostenübernahme durch Ämter oder Verbände beraten lassen.

Pflegeberatung

Der Verlauf der MS kann unter Umständen dazu führen, zumindest zeitweilig auf die Unterstützung eines Pflegedienstes angewiesen zu sein, z. B. wenn nach einem Schub motorische Probleme auftreten. In solchen Fällen berät die DMSG Betroffene, welche Maßnahmen sie ergreifen sollten. Auch bei der Planung einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme unterstützen die Berater der DMSG MS-Patienten, helfen unter Umständen auch bei der Stellung des Reha-Antrags und beim Einlegen von eventuell notwendigen Widersprüchen.

Psychologische Beratung und Rechtsberatung

Oft ist die DMSG auch erste Anlaufstelle bei psychischen Problemen – nicht zuletzt, weil die bei der DMSG tätigen psychologischen Berater sich mit den Schwierigkeiten, die bei MS auftreten, auskennen und auch wissen, an welche niedergelassenen Therapeuten sich Betroffene mit ihren individuellen Schwierigkeiten bei Bedarf wenden können.

Denn obwohl die psychischen Probleme wie etwa Depressionen bei MS ähnlich sind wie bei anderen psychischen Erkrankungen, unterscheiden sie sich doch in der Regel in ihrer Ursache. Daneben soll die psychologische Beratung Betroffene ermuntern, eigene Ressourcen zu nutzen und Wege zur Selbsthilfe und Selbstwirksamkeit zu beschreiten.

MS-Patienten haben es nicht immer leicht, ihre Ansprüche durchzusetzen – unabhängig davon, ob es um ihre Rechte auf eine Rehabilitationsmaßnahme geht, es auf ihrem Arbeitsplatz Schwierigkeiten gibt, sie einen Schwerbehindertenausweis beantragen wollen usw. In diesem Fall können sie sich an die Rechtsberatung der DMSG wenden, die ihnen auch dabei hilft, Schreiben aufzusetzen, mit denen sie ihre Rechtsansprüche geltend machen können.

Quelle: Befund MS 1/2020

24.08.20