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Blähungen

Blähungen (Flatulenzen) sind nicht nur unangenehm, sie können auch schmerzhaft sein und mit Verstopfung einhergehen. Wer unter einem aufgeblähten Bauch leidet oder wer mehr als 20 Mal am Tag pupsen muss, sollte den Ursachen auf den Grund gehen.

Dass sich beim Verdauen der Nahrung Gase im Darm bilden, ist völlig normal. Sie entstehen, wenn der Darm die Nahrung verarbeitet. Die meisten dieser Gase werden über die Darmwand an die Lunge abgegeben und entweichen so über die Atemluft.

Luft im Darm verursacht Blähungen

Blähungen entstehen dann, wenn zu viel Luft in den Darm gelangt oder sich dort bildet, die nicht wieder abgegeben werden kann. Diese Luft gelangt z. B. während des Essens in den Magen-Darm-Trakt, indem sie mit dem Essen hinuntergeschluckt wird, besonders wenn das Essen hastig hinuntergeschlungen wird. Gelangt diese Luft bis in den Darm und wird nicht auf anderem Wege, etwa durch Rülpsen, wieder abgegeben, entstehen Blähungen: Die Luft entweicht durch den After.

Ernährung kann in vielen Fällen Blähungen auslösen. Zu den Lebensmitteln, die Blähungen begünstigen, gehören u. a. Zwieblen, Hülsenfrüchte, aber auch Gemüse wie z. B. Kohl oder Nahrungsmittel mit grobem Vollkorn (z. B. frisches Brot). Werden Lebensmittel, die etwa sehr viele Kohlenhydrate oder Ballaststoffe enthalten, verdaut, entstehen deutlich mehr Gase im Verdauungsprozess als bei leichter Kost. Auch wer sehr fettig oder sehr süß isst, kann mit seiner Ernährung die Entstehung von Blähungen verursachen. Zudem können Getränke, die viel Kohlensäure enthalten, zu Blähungen führen.

Des Weiteren kann anhaltender Stress Darmbeschwerden auslösen ebenso wie die Einnahme bestimmter Medikamente, z. B. Antibiotika, Antidiabetika (Medikament zur Senkung des Blutzuckers) oder bestimmte Schmerzmittel.

Meistens sind die Ursachen für Blähungen harmlos und können mit einer Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten behandelt werden. Doch anhaltende Blähungen können ein Hinweis auf Unverträglichkeiten oder Krankheiten sein.

Krankheiten als Ursache

Zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören Fruktose- und Laktoseintoleranz. Bei einer Fruktoseintoleranz kann der Darm in der Nahrung vorhandenen Fruchtzucker (Fruktose) nicht verarbeiten, wie er z. B. in Obst und Süßigkeiten, aber auch in Tomaten und Karotten vorhanden ist. Liegt eine Laktoseintoleranz vor, fehlt dem Körper das Enzym Laktase, das für die Verarbeitung von Milchzucker (Laktose) verantwortlich ist. Zudem kann den Blähungen eine Unverträglichkeit von Gluten (Zöliakie), das in bestimmten Getreidearten (z. B. Weizen) enthalten ist, zugrunde liegen.

Doch auch ernsthafte Erkrankungen, wie Darmkrebs oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, können hinter Blähungen stecken. Begleitet werden diese in der Regel durch weitere Symptome, wie Durchfall oder Übelkeit, eine Veränderung des Stuhls und Schmerzen.

Wer eine Zeit lang unter Blähungen leidet und diese durch eine Umstellung der Ernährung und Maßnahmen zur Stressreduzierung nicht in den Griff bekommt, sollte die Beschwerden unbedingt einem Arzt schildern, damit dieser herausfinden kann, ob eine ernsthafte Erkrankung dahinter steckt. Ein Arztbesuch ist auch nötig, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit Sicherheit feststellen zu können.

Hilfe bei Blähungen

In der Regel lassen sich die Blähungen durch eine Vermeidung der Auslöser reduzieren. Dazu gehört eine Ernährung, die auf blähende Lebensmittel verzichtet und Lebensmittel meidet, die nicht verträglich sind. Darüber hinaus können pflanzliche Wirkstoffe wie Fenchel, Anis, Kümmel und Pfefferminz Beschwerden lindern. Das Auflegen einer Wärmflasche oder von feucht-warmen Wickeln sowie eine Bauchmassage können ebenso hilfreich sein.

Bei starken Blähungen können Medikamente eingenommen werden, die dafür sorgen, dass sich die im Darm befindlichen Gase auflösen. Diese Medikamente werden Entschäumer genannt und wirken im Darm selbst. Bei sehr starken Krämpfen und Schmerzen können krampflösende Medikamente zum Einsatz kommen. Bei einigen Nahrungsmittelunverträglichkeiten können spezielle Medikamente helfen. So kann z. B. bei einer Laktoseunverträglichkeit das dem Körper fehlende Enzym Laktase vor dem Essen eingenommen werden.

Werden die Blähungen durch Lebensstil und psychische Belastungen ausgelöst, können Entspannungstechniken helfen. Unter Umständen ist es darüber hinaus sinnvoll, einen Psychotherapeuten zurate zu ziehen, der mit einer Behandlung helfen kann, Ängste, Sorgen und Nöte zu bewältigen und so Stress zu reduzieren.

Hormone, die in der Schwangerschaft produziert werden, können das Entstehen von Blähungen begünstigen. Sie verlangsamen die Verdauung und lösen so unter Umständen vermehrt Blähungen aus.

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 1/2019

04.07.19

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